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Zetkin, Clara

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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Die bekannte Feministin und Sozialistin Clara Zetkin lebte seit 1890 in Stuttgart. Auf der Internationalen Konferenz sozialistischer Frauen, die im Jahr 1907 in Stuttgart parallel zum Internationalen Sozialistenkongress stattfand, hielt sie in der "Liederhalle" eine Rede zum Thema Frauenwahlrecht. Die sozialistisch gesinnten Männer nahmen die weiblichen Forderungen nach Gleichberechtigung damals nicht genügend ernst, was zur späteren Abspaltung der linken politischen Gruppen USPD, Spartakusbund und KPD führte. Der Franzose Jean Jaurès und der Russe Lenin waren damals als Kongressbeobachter in Stuttgart. Auch Rosa Luxemburg hielt dort eine politische Rede.

Einige immer noch aktuelle Argumente aus der Stuttgarter Rede von Clara Zetkin:

„Wir Sozialisten fordern das Frauenwahlrecht nicht als ein Naturrecht, das mit der Frau geboren wird. Wir fordern es als ein soziales Recht, das begründet ist in der revolutionierten gesellschaftlichen Tätigkeit, in dem revolutionierten gesellschaftlichen Sein und persönlichen Bewusstsein der Frau. Die bedarfswirtschaftende Hausfrau der guten alten Zeit ist durch die kapitalistische Produktion in das Altenstübchen verwiesen worden. Die berufstätige Frau – vor allem aber die lohnarbeitende Frau, die mitten im Wirtschaftsleben und Schaffen der Gesellschaft steht – ist an ihrer Stelle der Typus geworden, welcher die sozial wichtige Form der weiblichen wirtschaftlichen Tätigkeit repräsentiert. Die Berufs- und Gewerbestatistik aller kapitalistischen Länder spiegelt den Wandel wieder.

Was die Frau früher produktiv innerhalb der vier Pfähle schaffte, das diente dem Konsum, dem Wohle der Familie. Was heute aus ihren fleißigen Händen quillt, was ihr Hirn ersinnt an Nutzen, an Annehmlichkeit und an Schönheit, das erscheint als Ware auf dem gesellschaftlichen Warenmarkt – und die Frau selbst tritt zu Millionen als Verkäuferin von Arbeitskraft, der wichtigsten sozialen Ware, auf dem gesellschaftlichen Arbeitsmarkt auf.

Damit vollzieht sich eine Revolution ihrer Stellung in der Familie und in der Gesellschaft. Die Frau wird von dem Haushalt, als der Quelle ihres Lebensunterhalts, losgelöst, sie kann wirtschaftlich außerhalb der Familie existieren, sie gewinnt ihre wirtschaftliche Selbständigkeit von der Familie, vom Manne. Vielfach bietet die Familie ihr auch nicht mehr einen befriedigenden Lebensinhalt.“[1]


Fußnoten

  1. Die Erringung des vollen Menschentums, Wochenendbeilage der Stuttgarter Zeitung vom 11.08.2007, Seite 43

Siehe auch

De flag.png Den Begriff "Clara Zetkin" im deutschen juristischen Web finden
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