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Wildhonigjäger (np)

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Vorlage:Entwurf (np)

Nepal > Himalaya > Schamanismus > Hungersnot
Np flag.png


Im nepalesischen ‚Annapurna‘-Bergland hat sich der uralte Beruf des Wildhonigjägers unter der Bezeichnung ‚Kuiche‘ bis heute erhalten. Diese von örtlichen Schamanen unterstützte Tätigkeit wird jedoch sicherlich irgendwann aussterben, denn die Wildhonigernte ist notwendigerweise mit vielen Gefahren und zahlreichen schmerzhaften Bienenstichen verbunden. Für die Philosophie ist die analytische und religionsvergleichende Betrachtung dieser jahrhundertealten Tradition von großem Interesse.

„Apis laboriosa“ heißt die größte Honigbienenart der Erde auf Lateinisch. Sie heftet ihre Waben an senkrechte Felswände im ‚Annapurna‘-Bergland im nepalesischen Himalaya in bis zu 3500 m über der Meereshöhe. Das Menschenvolk der „Gurung“ in der Provinz ‚Kaski‘ hat über Jahrhunderte die berufliche Kompetenz des Honigjägertums entwickelt und schamanistisch gepflegt. Die Fachmänner benutzen Strickleitern, Seile, mobiles Feuer zur Raucherzeugung, Bambusstangen als Erntewerkzeug und Bambuskörbe an Seilen zur Bergung der abgetrennten Honigwaben. Der Schamane des Stammes wählt die richtigen Erntetage aus und hält vor Arbeitsbeginn Rituale mit blutigen Tieropfern ab, damit die Naturgottheiten des Himalaya zur Honigjagd günstig gestimmt werden. Die Felswände ragen etwa 100 m senkrecht auf, wenn die „Kliffhonigbienenkönigin“ sie zum Nestbau auswählt. In luftiger Höhe soll der wertvolle Honig in den bis zu 2 m breiten Nestern vor Fressfeinden geschützt sein. Die riesigen Nester an den Felswänden sind goldgelb und sehen aus wie Halbmonde. Die Honigjäger trennen mit einer Holzsichel an der Bambusstange die Honigwaben vom restlichen Nest ab. Die Stücke fallen dann in den Bambuskorb, der an einem Seil unter dem Nest auffangbereit hängt. Der volle Korb wird dann zu den Erntehelfern am Boden hinabgelassen. Dort unten wird auch das Feuer zur Raucherzeugung gepflegt, denn der Rauch beruhigt bekanntlich auch Bienen, damit sie nicht so angriffslustig sind. Trotzdem müssen die Wildhonigjäger gegen das Bienengift eine Immunität entwickelt haben, damit sie die vielen unvermeidlichen Stiche überleben. Eine Honigkletterjagd bringt etwa 20 Waben in zwei bis drei Stunden als Beute ein.

Die ‚Kuiche‘, die Honigjäger von Nepal, galten früher wohl als heilige Männer. Betrachtet man die Symboliken des Mutterbergs ‚Annapurna‘, der Halbmondform des Bienennestes, der Bernsteinfarbe des Honigs und der Staatsbildung um die Königin als Mittelpunkt, dann kann die Entstehung des matriarchalen Bienenkults der alten, naturphilosophischen Griechen rückblickend gut verstanden werden. Unbewusst ging es wohl ursprünglich um die kultische Gewinnung von göttlicher „Muttermilch“ am Mutterberg. Dazu waren sowohl die furchtlose professionelle Kletterkunst der Männer mit Seil- und Helferteamunterstützung als auch der Gottessegen notwendig.[1]

Warum die Honigbiene auf Lateinisch ‚Apis‘ heißt, kann nur vermutet werden. Im alten Ägypten gab es einst in der Reichshauptstadt ‚Memphis‘ den männlichen Mondstiergott ‚Apis‘ als Fruchtbarkeitsgott. Jährlich wurde – als Ursprung der später weltlichen (spanischen) Stierkämpfe – ein Stier geopfert. Während der griechischen Ptolemäerzeit ab dem dritten vorchristlichen Jahrhundert wurde ‚Apis‘ zu ‚Serapis‘ verwandelt, zu einer dualistischen Licht-und-Schatten-Gottheit (vergleiche: ‚Ahura Mazda‘ und ‚Ahriman‘ in Altpersien). Später spaltete sich diese ägyptisch-griechische Gottheit begrifflich in den stierköpfigen Tiermenschen ‚Minotaurus‘ in der Unterwelt (= Labyrinth) und den sechsflügeligen Engel ‚Seraphe‘ (siehe Altes Testament, Jesaja 6,2). Die moralischen Kategorien böse (= irdisch) und gut (= himmlisch) waren von männlichen Geistlichen für die zwei monotheistischen Jahrtausende gesetzt worden.

Vielleicht hat sich diese ursprüngliche Dualität der Gottheit später zur "Zwei-Schwerter-Lehre" des Christentums weiterentwickelt, während eine andere Richtung die göttliche Trinität hervorgebracht hat.


Sprachphilosophische Betrachtung

In der türkischen Sprache lautet das Wort für Honig 'bal'. Die Lautgleichheit mit dem alten Fruchtbarkeitsgott der Thora 'Baal' weist vielleicht auf die asiatische Herkunft dieser heidnischen Gottheit hin.


Fußnoten

  1. Bildbericht über die Hohe Kunst, „wie die Gurung in Nepal aus Steilwänden wilden Honig ernten“ in: TERRA MATER, August & September 2014, Seiten 74 -92, Red Bull Media House GmbH, Wals bei Salzburg, Österreich


Siehe auch

International.png Den Begriff Honigjäger OR Kuiche im weltweiten juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff "Apis laboriosa" im deutschen juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff "Apis mellifera" im deutschen juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff apiculture im französischen juristischen Web finden (apiculture in Deutsch)
Tr flag.png Den Begriff bal im türkischen juristischen Web finden