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Waldsakrament

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Das naturreligiöse Waldsakrament, auch Heiliger Hain genannt, war ein altes religiöses Symbol für die Gebärmutter der Frau. Die semitische Göttin ‚Aschera‘ zum Beispiel wurde als ‚Herrin des Hains‘ verehrt. Häufig verkörperte ein Holzpfahl oder ein Steinobelisk im Heiligtum den männlichen Gott in der Göttin (= Phallusverehrung). Er war in teilabstrakter Personalunion Kind und Geliebter (= weiblicher Inzest bzw. Ödipuskomplexdarstellung).

Deshalb war und ist der Hass des semitischen Vatergottes so groß. Das entsprechende Verbotsgesetz lautet: „Du sollst neben dem Altar des Herrn, deines Gottes, den du dir baust, keinen Kultpfahl, keinerlei Holz einpflanzen. Du sollst kein Steinmal von der Art errichten, die der Herr, dein Gott, hasst.“[1]


Inhaltsverzeichnis

Der christliche Vatergott verwandelte sich dann übrigens zu einem liebenden Gott!

In der lateinischen Rechtssprache hieß das Waldsakrament ‚nemus‘. Die dazugehörige Waldgöttin hieß ‚Nemesis‘. Sie war die griechische Göttin der Vergeltung, d.h. sie hatte auf dem Götterberg ‚Olymp‘ die Sozialfunktion des Strafvollzugs inne. Ihre Kultveranstaltung hieß „Nemea“ oder Nemeische Spiele --> Nationalismus.

Im keltischen Kulturraum Europas wurden Eichenhaine als Waldsakramente verehrt. Das Abschlagen eines Astes oder das Fällen eines Baumes im Heiligen Hain bedeutete symbolisch eine Beschneidung oder Kastration des Heiligen Königs (vergleiche: Ruben). Die keltischen Priester, Druiden genannt, sahen in dieser Umweltschädigung noch ein religionsrechtliches Vergehen, das sanktioniert werden musste. In Ungarn existieren heute noch alte Waldheiligtümer als Live Action Role Play-Stätten. Bekanntlich können Waldsakramente ohne das Quellsakrament (= Wasser) nicht existieren.


Naturwissenschaftliche Betrachtung

Wälder sind in mehreren Schichten der Baumkronen, der Sträucher, der Waldkräuter und der Bodendecker aufgebaut. Diesem oberirdischen „Klassenaufbau“ entspricht im Boden die Wurzelschichtung. Die senkrecht in den Boden eindringende Hauptpfahlwurzel einer Kiefer kann beispielsweise acht Meter lang werden. Von dieser Hauptwurzel entspringen in waagrechter Richtung mehrere Hundert von sogenannten Wurzeln zweiter Ordnung. Aus diesen Wurzeln zweigen in rechten Winkeln mehrere hundert Wurzeln dritter Ordnung ab. Dieses Verzweigungssystem kann sich bei einer mittelgroßen Kiefer etwa sechzehnmal wiederholen, bis die letzten Feinwurzeln des Baumes nur noch millimeterlang und haarfein sind.

Auf diese Weise durchziehen die Wurzeln der Bäume, Sträucher, Gräser und Kräuter des Waldes den Boden nach allen Richtungen und in unterschiedlichen Tiefen. Die Wurzelgesamtheit bildet ein enges Geflecht, das die mineralischen Bodenteile umspannt und festhält. Die von Wurzeln durchzogenen Bodenschichten, d.h. der Wurzelraum, kann in Abhängigkeit vom Untergrund, der Bodenart und der Grundwasserhöhe zwischen mehreren Metern mächtig bis unter einem halben Meter schmächtig sein.

Der oberirdische, mehrschichtige Aufbau des Waldes und sein dichtes Wurzelwerk stellen den besten Schutz des Bodens gegen Erosion durch Wind und Wasser dar! Dieser Erosionsschutz wirkt auch für angrenzende Kulturflächen von Wiesen und Äckern. Die ungeregelte Entwaldung, z.B. im Mittelmeerraum, nimmt dem Boden seinen natürlichen Erosionsschutz und führt zu Abschwemmungen des Mutterbodens von den Hanglagen in die Flusstäler.

Schon Platon (ca. 428 - 348 vor Christus) hat in seiner Kritik („Critias“) die Folgen der Entwaldung Griechenlands eindrücklich beschrieben: „Der Boden, von den höher liegenden Ländereien abgebrochen, gleitet unaufhörlich abwärts und verschwindet in der Tiefe. Und, genau wie auf kleinen Inseln, gleichen die Überreste dem Skelett eines Kranken; die gesamte fette, saftige Erde ist verschwunden, und nur das nackte Gerippe des Landes ist übrig geblieben. Aber zu jener Zeit war das Land noch ungeschwächt: Seine Berge hatten bis hoch hinauf Ackerterrassen, und die Ebenen wiesen an Stelle der ‚felleos‘, wie man die steinigen Felder heute nennt, reichen Boden auf; und das Land hatte viele Wälder auf seinen Bergen; bis auf unsere Tage gibt es sichtbare Zeichen dafür: Es gibt bestimmte Berge, die heute nur noch den Bienen Nahrung bieten, doch vor nicht allzu langer Zeit hatten sie noch Bäume. Die Dachbalken, die aus ihren Stämmen geschlagen wurden, sind noch gesund. Darüber hinaus gab es zahlreiche stattliche Obstbäume verschiedener Art und unbegrenztes Weideland für die Herden. Das Land wurde von Zeus durch jährliche Regen befruchtet, die nicht verlorengingen, wie das heute der Fall ist, wo sie von dem vegetationslosen Land ins Meer fließen. Vielmehr hatte das Land tiefgründigen Boden, in dem es das Wasser auffing und speicherte. Dieses zog von den Höhen in das Innere der Berge und versorgte alle die verschiedenen Landschaften mit reich fließenden Quellen und Strömen. Noch stehen die Altäre an den Stellen, wo einst die Quellen sprudelten, Beweise dafür, dass unsere vorliegende Beschreibung des Landes richtig ist.“


Schutzwald

„Das Wasser kommt durch dünne Leitungen im Holz von der Wurzel zu den Blättern, wo die Photosynthese stattfindet. Der einzige Antrieb dieses Wassertransports ist der unterschiedliche Dampfdruck zwischen Boden, Pflanzenkörper und Atmosphäre. Die Höchstgeschwindigkeit des aufsteigenden Wasserstroms beträgt bei Nadelbäumen ein bis zwei Meter, bei Laubbäumen zwischen einem Meter pro Stunde bei der Buche und 44 Metern pro Stunde bei der Eiche. Über die Atemöffnungen in den Blättern kann dabei die Wassermenge und die Geschwindigkeit des Wassertransports gesteuert werden. Dieser Mechanismus ist so effizient, dass selbst über 100 Meter hohe Bäume ihre Blätter mit Wasser versorgen können.

Durch starke Sonneneinstrahlung verdunstet viel Wasser aus den Blättern. Nadelbäume verfügen über starke Schutzmechanismen in ihren Nadeln. Sie sind oft mit einer dünnen Wachsschicht überzogen und schützen so das Blatt vor dem Austrocknen. Während Fichten daher nur etwa 10 Liter am Tag verdunsten, sind es bei Buchen und Eichen etwa 30 bis 40 Liter. Birken können an heißen Sommertagen sogar über 100 Liter Wasser pro Tag verbrauchen. Den positiven Nebeneffekt dieser Verdunstung hat sicher jeder schon mal wahrgenommen. Die Verdunstung beeinflusst das Kleinklima positiv, in und rund um den Wald ist es an heißen Tagen deutlich kühler. Das liegt einerseits daran, dass die Bäume Schatten werfen und sich der Waldboden nicht so stark aufheizt. Andererseits ist es gerade die Verdunstung, welche die Temperatur im Wald senkt und die Luftfeuchtigkeit erhöht. Das Wasser verbraucht nämlich zum Verdunsten viel Wärmeenergie.

Im porösen Waldboden bleibt aber auch sehr viel Wasser gespeichert. Im Boden lebende Organismen und die Wurzeln der Bäume, Sträucher und Kräuter schaffen ein weit verzweigtes Hohlraumsystem. Das Niederschlagswasser kann dadurch rasch von der Bodenoberfläche in die Tiefe geleitet werden. Der Anteil der wasser- und luftgefüllten Poren im Oberboden beträgt dabei mehr als die Hälfte des Bodenvolumens. Dadurch kann ein Hektar Laubwald wie ein Schwamm etwa 2 Millionen Liter Wasser aufnehmen. Allein in den obersten 10 Zentimetern können so auf einem Quadratmeter Waldboden bis zu 50 Liter Niederschlagswasser gespeichert werden. Damit der Baum dieses Wasser auch aufnehmen kann, sind in einem Kubikmeter Waldboden bis zu 100 Kilometer Baumwurzeln auf der Suche nach diesem kostbaren Nass. Die Pflanzen sind auf der Suche nach diesem Wasser äußerst erfolgreich – ein ausgewachsener Laubbaum saugt mit seinen Wurzeln jährlich zirka 30.000 Liter Wasser aus dem Boden.“[2]


Fußnote

  1. Die Bibel, Einheitsübersetzung, Deuteronomium 16.21 – 22
  2. Klaus Viertler vom Tiroler Forstverein in „Bergauf“ Mitgliedermagazin des Österreichischen Alpenvereins, Nr. 4 /2009, Seite 43 - 44


Siehe auch