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Waldenserkirche

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Die Waldenserkirche ist eine protestantische Glaubensbewegung aus dem Mittelalter, die die Inquisition durch Fluchtbewegungen und informationelle Vernetzung überlebt hat. Der Kirchengründer war der französische Laienprediger bzw. Evangelist Petrus Waldus bzw. Pierre Valdes. Er arbeitete – fast zeitgleich mit Franz von Assisimissionarisch als Wanderprediger zwischen den Jahren 1177 bis 1206. Er konnte wie Franziskus zahlreiche Anhänger und Anhängerinnen gewinnen, die sich nach ihm "Waldenser" nannten.

Der rechtliche Vormund von Stauferkaiser Friedrich II., Papst Innozenz III., erklärte die Waldenser – im Gegensatz zu den Franziskanern – im Jahr 1215 zu exkommunizierten Ketzerinnen und Ketzern. Die Waldenser wurden seitdem als Falschgläubige strafrechtlich verfolgt und nach Verhaftungen meist zum Tod durch Verbrennen verurteilt. Die Waldenser sprachen Okzitanisch und fertigten handschriftlich eigene Bibeln in dieser Volkssprache an. Die kleinen Bibeln erhielten sich teilweise in Bibliotheken bis heute.

Die Waldenserkirche wurde durch ihre Wanderprediger gebildet und zusammengehalten. Es war vom Glaubensphänomen her eine Wiederholung der ersten christlichen Gemeindebildung durch Paulus von Tarsus. Das geistliche Überleben gelang den Waldensern nur in schlecht zugänglichen Grenzregionen in den französisch-italienischen Alpen. Das Emanzipationsedikt vom 17.02.1848 (im Jahr des Vertrages von Guadalupe Hidalgo) brachte den italienischen Waldensern dort erstmals ihre formalrechtliche Gleichstellung mit den katholischen Mitbürgern.

Die während der Reformationskriege nach Deutschland ausgewanderten Waldenser-Kolonien schlossen sich dort anderen reformierten Kirchen an. Die Waldenserdörfer in Württemberg zum Beispiel wurden im Jahr 1823 verfassungsrechtlich zu christlichen Gemeinden der lutherischen Landeskirche. Zur Pflege ihrer 800 Jahre alten Kultur gründeten die Nachkommen die Deutsche Waldenservereinigung. Die baden-württembergische Waldensergemeinde ‚Perouse‘ erinnert mit ihrem Namen bis heute an das Alpental „Val Pérouse“ (Perosatal) in Piemont, von wo die ehemaligen Bergbauern gekommen waren. Heute genießen die Waldenserinnen und Waldenser in Deutschland Religionsausübungsfreiheit.

Übrigens gaben auch die Glaubensflüchtlinge in den "Vereinigten Staaten von Amerika" ihrer neuen Heimat Namen aus der alten Heimat England ...


Siehe auch

International.png Den Begriff Waldenser im weltweiten juristischen Web finden
Ch flag.png Den Begriff Vaudois im schweizerischen juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "Pierre Valdes" im französischen juristischen Web finden ("Pierre Valdes" in Deutsch)
It flag.png Den Begriff "chiesa valdese" im italienischen juristischen Web finden
Eu flag.png Den Begriff "mater Reformationis" OR "mater reformationis" im juristischen Web der Europäischen Union finden
De flag.png Den Begriff "mater Reformationis" OR "mater reformationis" im deutschen juristischen Web finden
It flag.png Den Begriff "mater Reformationis" OR "mater reformationis" im italienischen juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "mater Reformationis" OR "mater reformationis" im französischen juristischen Web finden ("mater Reformationis" OR "mater reformationis" in Deutsch)

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