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Württembergisches Ruggericht

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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Das sogenannte "Ruggericht" war ein vom damaligen Landesherrn Herzog Eberhard V. in Württemberg während des 15. Jahrhunderts (wieder) eingeführtes örtliches Laiengericht. Es fand einmal im Jahr unter dem Vorsitz des zuständigen Vogts oder Oberamtmannes statt. Die württembergischen Bürger konnten vor „ihrem“ Ruggericht Rechtsverfehlungen von Menschen aller Stände vortragen. Es konnten und sollten auch Mängel der öffentlichen Verwaltung durch Fehlverhalten von Schultheißen, Gemeinderäten oder Pfarrern angezeigt werden. Oft zeigten die rechtsfähigen Männer das an, was ihren Ehefrauen und/oder Müttern nicht gefiel. So konnten sie oft den Familienfrieden bewahren ...


Inhaltsverzeichnis

Sprachphilosophische Betrachtungen

Der Wortteil ‚Rug’ kommt von Rüge und hat sich im Rechtsbegriff Mängelrüge im Handelrecht bis heute erhalten. Die Prüfungen auf Mängel bei erhaltener Ware müssen unverzüglich erfolgen, da Schweigen des Kaufmanns als Annahme des Antrags gemäß § 362 HGB gilt. Rüge bzw. Rug kommt aus den germanischen Sprachen (vgl. das englische Spiel Rugby und die Ostseeinsel Rügen). Die ‚Rugier’ waren ein ostgermanischer Volksstamm, der im 4. Jahrhundert nach Christus von Rügen und Hinterpommern bis nach Niederösterreich einwanderte. Zunächst durch König Odoaker (ca. 433 – 493 n. Chr.) besiegt, verbündeten sich die „Nordmänner“ mit den Ostgoten unter Theoderich dem Großen (ca. 453 – 526 n. Chr.) und zogen auch nach Italien.


Württemberger Traditionen

Einige der alten Stammestraditionen aus dem Germanischen Recht hielten sich auch in Württemberg bis ins 19. Jahrhundert. Noch im Jahr 1823 lautete die Schwurformel für alle 16 Jahre alt gewordenen Männer bei den Ruggerichtstagen: „Ihr werdet geloben und einen leiblichen Eid zu Gott dem Allmächtigen schwören, dem Allerlauchtigsten Herrn, Karl, König von Württemberg, Seiner königlichen Majestät Thronerben und Nachfolger treu und gewärtig zu sein, höchst ihren Nutzen zu fördern und Schaden zu wehren, den Königlichen Gesetzen und Verordnungen den verfassungsmäßigen Gehorsam zu leisten, überhaupt alles zu tun und zu lassen, was einem getreuen und rechtschaffenen Untertanen zu tun und zu lassen obliegt, und somit eine aufrichtige, redliche Erbhuldigung zu leisten. Alles getreulig und ohne Gefährde.“ Nach diesem Eid traten die jungen Männer in die Rechte der Erwachsenen ein und bekamen ihr Stimmrecht (nur zur Ergänzung - Frauen hatten damals natürlich kein Stimmrecht!!!).

Quelle

Karl Apel, Buoch in Wort und Bild – Aus der Geschichte eines schwäbischen Dorfes, Seite 137, Verlag Bernhard Albert Greiner, Remshalden-Grunbach 2002


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Ruggericht im deutschen juristischen Web finden