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Volkstum

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Inhaltsverzeichnis

Europäisches Volkstum


Märchenbetrachtung

Die beiden brüderlichen Herausgeber der berühmten Grimm’schen Märchen hatten im Jahr 1825 auch die erste Sammlung irischer Märchen aus der englischen Sprache ins Deutsche übersetzt. Die irischen Märchen erzählen Geschichten vom „Stillen Volk“. Diese unterirdisch lebenden kleinen Wesen lieben ein verborgenes, heimliches Dasein. Sie können Lärm und Geräusche nicht vertragen und heißen deshalb das „Stille Volk“. „Bei Tag halten sie sich ruhig, erst wenn die Menschen schlafen, in der Nacht, werden sie tätig und munter. Sie haben es ungern, wenn ein menschliches Auge sie erblickt; begehen sie ein Fest, feiern sie eine Hochzeit, so vergönnen sie wohl dem Hausherrn, zuzusehen, aber wenn ein anderes Auge nur durch die kleinste Öffnung neugierig schaut, entfliehen sie plötzlich, und ihre Lust ist gestört.“[1]

„Die verschiedenen Parteien der Unterirdischen hassen und bekriegen sich ebenso feindselig wie Stämme der Menschen; ihre Kämpfe finden in der Nacht an Kreuzwegen statt, und oft trennt sie nur der einbrechende Tag. Diese Verbindung der Menschen mit einem stillen, aber guten Geisterwerk würde an sich nichts Abschreckendes, eher etwas Beglückendes haben, aber die Elfen erscheinen in einem gewissen Zwielicht; beides, das Böse wie das Gute, hat zugleich Teil an ihnen, und sie zeigen ebensowohl eine schwarze als eine weiße Seite. Es sind vom Himmel gestoßene Engel, die nicht bis in die Hölle gesunken sind, die aber selbst in Angst und Ungewissheit über ihre Zukunft zweifeln, ob sie am Jüngsten Tage Begnadigung erhalten werden.“[2]


Religionsphilosophische Betrachtung

Die irischen und schottischen Märchen vom „Stillen Volk“ müssen vor dem Hintergrund der gewaltsamen Christianisierungen durch die Römer und die protestantischen Engländer gedeutet werden. Wenn in ganz Irland nur das absolutistische Kanonische Recht oder das Anglikanische Kirchenrecht gilt, dann gelten alle keltischen Ureinwohnerinnen und Ureinwohner nicht mehr als Menschen (vergleiche: Indianerstämme). Um ihr einfaches, naturreligiöses Leben in Geschichten gefahrlos weitererzählen zu können, muss aus den Menschen ein „Stilles Volk“ gemacht werden. Die rechtskundig herrschende Christenheit hält diese Volkserzählungen dann für harmlose Märchen, auch wenn die Handlungen von Elfen, Zwergen, Cluricaun, Banshi, Phuka, Brownie, Wechselbalg, Nix, Bergmännlein, Vilen, Kobolden und anderen Naturwesen recht menschlich erscheinen. Im mündlich überlieferten Umgang der Menschen mit dem Stillen Volk können heute die schwierigen Rechtsbeziehungen zwischen fundamentalistisch Herrschenden und angepassten Beherrschten erkannt werden. Die Freiheit des/der Einzelnen entsteht im Spiel dazwischen ...


Fußnoten

  1. Brüder Grimm, Irische Elfenmärchen, Seite 54, Verlag Freies Geistesleben, 7. Auflage, Stuttgart 1993
  2. Brüder Grimm, Irische Elfenmärchen, Seite 13, Verlag Freies Geistesleben, 7. Auflage, Stuttgart 1993


Siehe auch

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