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Verfassungsgeschichte (es)

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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Die iberische Halbinsel in Südwesteuropa war jahrhundertelang ein Transitgebiet zwischen Europa und Nordafrika ohne nachhaltige Staatenbildung. Im Jahr 711 setzten die muslimischen „Omaiyaden“ unter ihrem maurischen Kriegsherrn Tarik mit Schiffen nach Gibraltar über, unterwarfen die indogermanischen Westgoten und ihren christlichen König Roderich (spanisch: Rodrigo) und bildeten einen maurischen Besatzungsstaat in Spanien aus. Das weitere Vordringen der muslimischen Mauren nach Europa wurde im Jahr 732 durch den militärischen Sieg Karl Martells bei den Städten Tours und Poitiers im heutigen Frankreich am Fluss Loire verhindert. Das Frankenreich blieb christlich unter Karl dem Großen (768 – 814), dem ersten „Karolinger“, der die Merowingerkönige in Paris als neue Kaiserdynastie ablöste. Das neue Westkaisertum wurde später durch Byzanz rechtlich anerkannt und so spaltete sich das Christentum dauerhaft in das orthodoxe und das römisch-katholische Kirchenrecht.


Inhaltsverzeichnis

Spanische Mark

Die Spanische Mark als Grenzmarkierung des Römischen Kaiserreiches wurde zwischen den Jahren 795 und 811 von Karl dem Großen formalrechtlich errichtet und unter das Lehensrecht gestellt. Die Reichskonkurrenz zweier gegensätzlicher monotheistischer Reiche nahm ihren tragischen Verlauf in Form der „Reconquista“. Der erste Kreuzzug von 1096 bis 1099 endete in Spanien mit dem Tod des ritterlichen Heerführers der Spanier „El Cid“ bzw. Rodrigo Diaz de Vivar (ca. 1043 – 1099).


Verwandtschaftsbeziehungen

Der jüngste Sohn von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, desjenigen Kaisers, der während des dritten Kreuzzugs im Jahr 1190 in der heutigen Türkei schicksalshaft gestorben und an vier verschiedenen Orten kultisch bestattet worden war, war als deutsch-römischer König Philipp von Schwaben (ca. 1178 – 1208) der Vater der Königin von Kastilien und León. Seine Tochter Beatrix von Schwaben hatte den spanischen König Alfons X. von Kastilien und León, genannt den Weisen (1221 – 1284), dynastisch geheiratet. Sie brachte ihre ghibellinische Prägung und Erziehung aus Deutschland in die spanische Dynastie ein und gab sie an ihren Sohn weiter. Der guelfische Widersacher von König Alfons X. war damals König Peter III. von Aragón, der im Jahr 1282 die Insel Sizilien von den Ghibellinen (= politische Stauferanhänger) eroberte. Der Investiturstreit im „christlichen“ Römischen Reich breitete sich als Rechtssystemkonflikt weiter aus.


Globalisierung des Konflikts

Das vereinigte Königreich Spanien entstand nach der Heirat im Jahr 1469 zwischen Ferdinand II. von Aragón (1452 – 1516) und Isabella I. von Kastilien (1451 – 1504) zehn Jahre später durch den Rechtsakt von 1479. Als Hauptstadt des spanischen Königreiches galt vorübergehend Saragossa (Zaragoza), ab 1561 Madrid (vom arabischen ‚Madschri‘). Nach der zufälligen Entdeckung Amerikas als „Neuland“ im Jahr 1492 wurde aus der spanischen „Reconquista“ in Südeuropa - aus Habgier? - die globale „Conquista“ der Spanischen Krone.


Habsburger Dynastieherrschaft (= In-Sich-Geschäft bzw. Lobbyismus)

Der im Jahr 1500 geborene Sohn des spanischen Königs Philipp I., des Schönen, und seiner Ehefrau Johanna von Kastilien und Aragón war ab 1516 Spanischer König und ab dem Jahr 1519 bis 1556 auch Römischer Kaiser im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Sein jüngerer Bruder Ferdinand I. (1503 – 1564) verwaltete für ihn das deutschsprachige Reich von Wien aus. Nach dem Tod des Bruders wurde Ferdinand ab 1558 von den Kurfürsten zum Kaiser gewählt. Er starb 1564 in Wien. Dieses ursprünglich spanische Bruderpaar bewirkte die Spaltung der Habsburger Dynastie in eine spanische und eine deutsche Blutlinie. Dadurch fühlte sich vor allem Frankreich bedrohlich umzingelt. Es verbündete sich deshalb mit England, das im Jahr 1588 die spanische Kriegsmarine „Armada“ vor der französischen Hafenstadt Calais versenkte. Die nordspanische Region Navarra wurde um die Landeshauptstadt Pamplona daraufhin seit 1589 vorübergehend französisch verwaltet. Im Jahr 1700 kam mit Philipp V. (1683 – 1746) der erste „Bourbone“ auf den spanischen Thron.


Napoleon Bonaparte

Kaiser Napoleon I. (1769 – 1821) erzwang nach seiner selbstherrlichen Kaiserkrönung (1804) im Jahr 1808 die Abdankung des amtierenden spanischen Königs Karl IV. und ernannte seinen Bruder Joseph Bonaparte zum neuen spanischen König. Dadurch kam es im spanischen Mutterland zum Volksaufstand und die spanischen Kolonien in Amerika konnten sich nach und nach als unabhängig erklären. Die letzten von Spanien unabhängig gewordenen Staaten waren im Jahr 1898 Kuba, Puerto Rico und auch die Philippinen.


Spanien gliedert sich freiwillig in internationale Gemeinschaften ein

Im Jahr 1955 wurde Spanien formaljuristisch ein aufgeklärter Mitgliedstaat der Vereinten Nationen, im Jahr 1959 trat die Franco-Diktatur der OECD bei und im Jahr 1986 wurde die konstitutionell erneuerte Bourbonenmonarchie ein Mitgliedstaat der Europäischen Union. Die schwierigen Rechtsreformen sind noch in Arbeit …


Siehe auch

Eu flag.png Den Begriff Verfassungsgeschichte Spanien im juristischen Web der Europäischen Union finden
At flag.png Den Begriff Habsburger im österreichischen juristischen Web finden

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