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Trinkwasserbrunnen (de)

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Naturwissenschaftliche Betrachtung

Grundwasser ist ein sehr wichtiger Bodenschatz, der sich in verhältnismäßig kurzer Zeit durch Niederschläge wieder erneuern kann. Wie bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung darf jedoch auch beim Grundwasser nicht mehr durch die Menschen entnommen werden, als sich im Jahreskreislauf neu bildet. Andernfalls kommt es zu folgenreichen Absenkungen des Grundwasserspiegels und möglichen Schäden im Wasserhaushalt der betroffenen Landschaft. Quellen können versiegen und die Bäche austrocknen. Brunnen fördern kein Trinkwasser mehr. Die Wälder werden an ihren Wipfeln dürr und der Ertrag von Wiesen und Äckern geht zurück. Das Endstadium dieses Krankheitsprozesses ist die Wüstenbildung.

Die Kanalisation von Flüssen führt nach Jahren zu großräumigen Absenkungen des Grundwasserspiegels in den Tallandschaften. Rechtshistorische Beispiele für solche Umweltschäden stellen sowohl die Begradigung des Oberrheins zwischen 1817 und 1874 dar als auch die Begradigung der Donau unterhalb von Wien nach 1870. Als direkte Folgen dieser Baumaßnahmen gelten bis heute die Einsturzgefährdung des Mainzer Doms wegen des drohenden Zerfalls der alten Eichenpfahlroste im Baufundament und die Verwandlung des ehemals fruchtbaren Marchfelds bei Wien zum Flugsandgebiet. Beide Umweltschäden konnten glücklicherweise noch rechtzeitig abgewendet werden!

Wird durch Trinkwasserbrunnen mehr Grundwasser gefördert, als in der Zeiteinheit zum Brunnenschacht nachfließen kann, so sinkt logischerweise der Grundwasserspiegel. Liegen die Brunnen in Küstennähe, dann kann Meerwasser in den entleerten Grundwasserraum eindringen, so dass die Brunnen eines Tages Salzwasser fördern, das dann auf kostspielige Weise vor der Einspeisung ins öffentliche Versorgungssystem entsalzt werden muss. Dieser Fall trat beispielsweise in Kalifornien schon ein.

Auch der Bergbau bewirkt große Grundwasserabsenkungen, weil eindringendes Wasser aus den Schächten und Arbeitsstollen laufend herausgepumpt werden muss. Auch die zu rasche Abführung des Niederschlagswassers durch bauliche Abdichtungen großer Landflächen und/oder Dränagen vermindert den örtlichen Zulauf zum Grundwasser. Der Niederschlag wird stattdessen über die Kanalisation den Flüssen und den Meeren zugeleitet.

Nur die Beachtung der natürlichen Wasserkreisläufe sowie der staatliche Schutz der regionalen Trinkwassereinzugsgebiete, z.B. vor Verschmutzung mit wassergefährdenden Stoffen, kann die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und damit deren Gesundheit nachhaltig gewährleisten.


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Trinkwasserbrunnen im deutschen juristischen Web finden
At flag.png Den Begriff Marchfeld im österreichischen juristischen Web finden