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Todesstrafe

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Inhaltsverzeichnis

Staaten ohne Todesstrafe

u.a.

Persönliche Erinnerungen an die Hinrichtung eines Schäfers in Tübingen wegen Mordes an einer schwanger gewordenen Liebschaft

„Seiner Hinrichtung habe ich beigewohnt, denn ich wollte mich vor dem Anblick dessen nicht drücken, was ich vielleicht einmal als Richter durch meinen Spruch würde ausführen lassen müssen. Die Banalität des Vorgangs war entsetzlich. Die zwölf die Öffentlichkeit darstellenden ehrbaren Bürger in Zylinder und Gehrock standen verlegen im engen Gefängnishof herum und versuchten, feierlich auszusehen. Ab und zu fiel ihr Blick auf die Guillotine. Der Staatsanwalt verlas das Urteil und die Ablehnung des Gnadengesuches, als gehe es um eine beliebige Bekanntmachung. Der Stab wurde gebrochen, der Delinquent dem Henker übergeben. Da ging der arme Sünder auf die drei Richter zu, die der Vollstreckung beiwohnen mussten, und bedankte sich, dass ihm Recht geschehen sei und er nun in den Himmel dürfe. Dann griffen die Henkersknechte zu. Der Pfarrer sprach das Vaterunser und ermahnte die Anwesenden, daran zu denken, dass jeder von uns Schuld auf sich geladen habe, auch Schuld an der Tat, für die soeben einer gebüßt habe. Tags darauf beschwerte sich der Staatsanwalt, dass der Pfarrer damit auch das Gericht in die Schuld jenes Mörders einbezogen habe.

Ich habe damals begriffen, dass eine Gesellschaft, die angesichts unseres heutigen Wissens um die Antriebe der Menschen an der Todesstrafe festhält, sich befleckt, und dass auch um unserer selbst willen die Todesstrafe fallen muss – weil wir gegen den Henker in uns selbst angehen müssen. Hunderte von Tübingern hatten sich um Karten für den Zugang zum Gefängnishof bemüht, unter ihnen viele Frauen. Im Morgengrauen standen sie auf den Dächern der umliegenden Häuser, einige mit Ferngläsern bewaffnet. So etwas durfte es nicht wieder geben! Mein leidenschaftlicher Kampf während der Beratung des Grundgesetzes, die Todesstrafe durch die Verfassung selbst zu verbieten, den Verzicht auf den Henker also zu einem der Grundgesetze des Staates zu machen, geht auf diesen Tag zurück. Mich bewegte nicht so sehr Mitleid mit dem Mörder – für ihn wäre lebenslange Einsperrung vielleicht die härtere Strafe gewesen – als das Entsetzen über die Erbärmlichkeit, mit der eine Gesellschaft, für die alles nur Mittel zu säkularisierten Zwecken geworden ist, mit dem Mysterium des Todes umgeht.“[1]

Fußnoten

  1. Carlo Schmid, Erinnerungen, Seite 106/107, Dritter Band der Gesammelten Werke, Scherz Verlag, Bern München Wien 1979


Siehe auch

International.png Den Begriff Todesstrafe OR Todesurteil im internationalen juristischen Web finden
It flag.png Den Begriff "pena capitale" im italienischen juristischen Web finden
Ch flag.png Den Begriff "pena capitale" im schweizerischen juristischen Web finden

Eu flag.png Den Begriff "peine de mort" im juristischen Web der Europäischen Union finden
Us flag.png Den Begriff "death sentence" im Vereinigten Staaten juristischen Web finden

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