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Titel

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Das deutsche Wort Titel ist mehrdeutig. Sprachanalytische und semantische Betrachtungen sind daher rechtsphilosophisch sehr aufschlussreich.

Titel ist die deutsche Übersetzung des lateinischen Rechtsbegriffs „titulus“. Er bedeutete Aufschrift oder Inschrift. Im übertragenen Sinn verstand man darunter auch einen Ehrennamen bzw. die abstrakte Ehre selbst.


Inhaltsverzeichnis

Rechtshistorische Betrachtung

„titulus“ dürfte sich vom römischen Kaisernamen Titus ableiten. Kaiser Titus (39 – 81 n. Chr.) wirkte nachhaltig auf die Menschheitsgeschichte ein, als er im Auftrag seines kaiserlichen Vaters Vespasian (9 – 79 n. Chr.) im Schicksalsjahr 70 Jerusalem eroberte und damit den alten, naturreligiösen Staat "Israel" zerstörte. Die besiegten Gegner und Würdenträger aus der judäischen Hauptstadt wurden damals als römische Gefangene auf die verschiedenen Provinzen Roms verteilt (= Diaspora). Titus kann daher als derjenige Kaiser bezeichnet werden, der nach altem Stammesgewohnheitsrecht nun faktisch die göttliche Gnade besaß. Das Gottkaisertum aus Ägypten war somit durch den militärischen Sieg auf Titus und das Römische Reich übergegangen.

Jedoch gab es ab dem Jahr 79 n. Chr. auch eine andere gerechtfertigte Mindermeinung bezüglich des Gottesgnadentums von Titus. In diesem Jahr brach der Vulkan Vesuv als übermächtige Naturgewalt (= vis maior) aus und zerstörte die römischen Städte Pompeji und Herculaneium. Naturreligiöse Stämme wie die Volsker in Italien dürften in dieser Naturkatastrophe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein göttliches Revisionsurteil gesehen haben ... --> Spruchweisheit

Schon zwei Jahre später starb Kaiser Titus in Italien. Seine Anhänger und Soldaten sowie deren beauftragte römische Juristen dürften den Begriff „titulus“ nun mit der Bedeutung „Kaisererlass des Titus“ als Rechtfertigung zur Durchsetzung ihrer Ansprüche bezüglich Status und Bezahlung verwendet haben. Das Gottesgnadentum des mächtigen Verstorbenen als Rechtsbegründung gab dem jeweiligen Titel die zur Durchsetzung im Reich notwendige „vis absoluta“.


Aufgeklärte Betrachtung

Der deutsche Begriff Titel wird heute in vier (4) unterschiedlichen Bedeutungszusammenhängen verwendet:

1. Die ursprüngliche Bedeutung aus dem Lateinischen hat sich erhalten. Ein Titel ist eine ehrende Anredeform für eine natürliche Person, die sich Verdienste innerhalb der Sprach- und/oder Rechtsgemeinschaft erworben hat. Beispiel: Dr. h. c. (doctor honoris causa = Ehrendoktor) oder Adelstitel

2. Ein Titel ist außerdem eine Amtsbezeichnung oder Dienstbezeichnung, die juristisch vom Bildungsabschluss oder von der militärischen Erfahrung des jeweiligen Amtsträgers bzw. Soldaten abhängig ist, z.B. die im Staat verliehenen akademischen Grade oder Dienstgrade.

3. Eine Überschrift oder Aufschrift einfach als Titel zu bezeichnen hängt wohl rechtspraktisch mit dem Urheberrecht und dem juristischen Sprachgebrauch zusammen.

4. Der Rechtstitel stellt im Rechtsstaat die notwendige Bedingung für die Zwangsvollstreckung einer Forderung dar.

Subsumtion

Die Weisheit der Sprache ist oft eine größere als es sich unsere sprachvergessene Kultur träumen lässt.[1]

Fußnoten

  1. Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, Universität Wien, in seinem Vortrag am Collegium Europaeum in Prag am 16. März 2010


siehe auch

International.png Den Begriff Titel im weltweiten juristischen Web finden

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