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Tiersakrament

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Hauptseite > Religionsrecht > Schamanismus > Arbitrium brutum > Kollektive symbolische Sinnwelt > Traditionelle indianische Medizin > Glaubensinhalt
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Das Tiersakrament oder Totemtier stammt aus dem naturreligiösen Schamanismus. In ihrer kindlichen Wahrnehmung der Lebenswelt Natur hatten Menschenstämme überall auf der Erde die dort für sie mächtig erscheinenden Tiere – oft unter Drogen - nachgeahmt, um so deren überlegene Fähigkeiten naturgläubig zu übernehmen. Besonders Raubtiere und Raubvögel, aber auch horn- oder geweihtragende Tiere wurden religiös verehrt. Deshalb wählten naturreligiöse Stämme durch Tätowierungen oder Schmucksymbole nach und nach ein bestimmtes Tier zum ästhetischen Stammeskennzeichen aus. Die Stammesmitglieder glaubten fest an die Zauberkraft dieser Identifikation mit „ihrem“ Tier.

Als die neuen vermenschlichten Götter sich allmählich durchsetzten, wurde ihnen zu Beginn oft noch ein Totemtier zur Seite gestellt. Die gleiche Methode der Sozialisierung hat das Christentum später bei der Erfindung von Heiligen angewandt. Viele Heilige oder Engel, z.B. der Erzengel „Michael“, stellten ursprünglich heidnische Gottheiten dar. So bekam bzw. bewahrte „Michael“ die Symbole des griechischen „Hermes“, des römischen „Merkur“ bzw. des germanischen „Wotan“ oder „Odin“. Die Sozialisierung der Menschen durch Heilige Spiele funktioniert auch heute noch --> Grid-Computing.


Inhaltsverzeichnis

Rechtshistorische Betrachtungen

Das Totemtier Eule war in Griechenland der Stadtgöttin „Athene“ geweiht. Heute ist die Eule auf der griechischen Rückseite der Euromünzen abgebildet. --> Palladium

Um die landwirtschaftliche Ernährung der einfachen Bevölkerung zu sichern, erklärte der Hinduismus in Indien die Kuh zum heiligen Tier. Auf diese Weise wurde das freilaufende Tier religionsrechtlich vor Wilderei geschützt.

Das mächtigste Landtier Asiens, der Elefant, wurde zum Totemtier des „Shiva“, des Vatergottes im Hinduismus. In den naturreligiösen Darstellungen wurde dieser Teilaspekt der Landmacht nach und nach unabhängig vergöttlicht und als Gott „Ganesha“ mit Elefantenrüssel bildlich dargestellt. Der Einsatz von göttlichen Kriegselefanten als überlegene Kriegswaffen wurde erst durch die Römer während der Punischen Kriege faktischnicht rechtlich - in Frage gestellt.

Religionsphilosophische Betrachtungen

„Da betrat Prometheus, ein Spross alten Göttergeschlechtes, die Erde [in Europa]. Er nahm Ton, befeuchtete ihn mit dem Wasser des Flusses, knetete ihn und formte daraus ein Gebilde nach dem Ebenbilde der Götter, der Herren der Welt. Diesen seinen Erdenkloß zu beleben, entlehnte er allenthalben von den Tierseelen gute und böse Eigenschaften und schloss sie in die Brust des Menschen ein.“[1]

So lautet die materiell-griechische Schöpfungsgeschichte. Die spirituelle Note bekam der Mensch durch 'Athene', die altgriechische Stadtgöttin der Weisheit. Griechenland war damals, in vorchristlicher Zeit, ein Matriarchat. Das „Alte Göttergeschlecht“ kam aus Ägypten und Babylonien. Beide antiken Großreiche hatten sich dynastisch durch Prinzessinnentausch verbunden. Semiramis, die Gattin des babylonischen Großkönigs Nebukadnezar II., soll eine Ägypterin gewesen sein. Alte Göttergeschlechter kannten noch schamanistische Tierwesen. Der griechische Hirtengott Pan ist ein spätes Beispiel für dieses Gewohnheitsrecht. Pan hat noch Ziegenfüße und Bockshörner. Allmählich entwickelten sich die Tiergötter zu göttlichen Begleit- bzw. Krafttieren der Götterdynastien, die sich heute noch auf Wappen und in nationalen Symbolen finden lassen.

Weitere Beispiele für alte Götter und ihre „Haustiere“

u.a.

Zur Christianisierung und Vermännlichung der beiden mächtigen europäischen Jagdgöttinnen Artemis und Diana entstand der römisch-katholische Heiligenkult des St. Hubertus, des Patrons des Klosters Andain in den Ardennen (heute: St. Hubert in Wallonien, Belgien). Sankt Hubertus ist bis heute der Schutzheilige aller katholischen Jägerinnen und Jäger. Es gibt eine spezielle Hubertusmesse, die die heidnische „Wilde Jagd“ allmählich sozialisieren soll. So bildete sich das kultivierte Waidwerk in der Europäischen Union, das vor allem in Großbritannien noch gepflegt wird. Der Schamanismus lebte weitgehend unerkannt in bzw. unter der europäischen Kultur weiter. Moderne europäische Waidmänner und –frauen hegen ihre Jagdreviere, d.h. sie sind praktische Naturschützer und Naturschützerinnen. Sie fühlen sich für Wald und Wild verantwortlich – eine Kulturbewegung, die einst vom Ardenner Wald ausging, jedoch ihren spirituellen Anfang beim Buddhismus in Indien nahm.

Fußnoten

  1. Der Kleine Tierfreund, Seite 3, Nr. 12, Dezember 1969, Verlag Helios Diemer KG, Mainz

Siehe auch