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Tatherrschaftslehre (de)

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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Deutschland > Öffentliches Recht > Strafrecht > Straftheorie
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Die Deutsche Tatherrschaftslehre stellt eine materiell-objektive Straftheorie dar, die die Beherrschung der Tat durch den Täter und/oder die Täterin als Urteilskriterium für strafrechtlich gegebene Täterschaft betrachtet. Gemäß dieser Lehre kann auch eine Person zur Täterin werden, die die geistige Tatbeherrschung innehat, ohne dass sie selbst einen unmittelbaren Beitrag zur Verwirklichung des strafbaren Tatbestands leistet.

Wer also – zum Beispiel als Priester oder Priesterin, als Sekten- oder Militärführer(in) oder als Mutter oder Vater – eine Straftat auf die Art beherrscht hatte, dass er/sie die Handlungen nach seinem/ihrem Willen ablaufen lassen konnte und sie nicht rechtzeitig gestoppt hatte, der/die ist die „Zentralgewalt“ des Unrechts und damit für den deutschen Strafrichter der/die mittelbare Täter(in)!

Demnach begründet im demokratischen Deutschland – als rechtswissenschaftliche Erfahrungslehre aus den beiden Diktaturen – auch die sogenannte Wissens- oder Willensherrschaft eine strafbare Täterschaft. Deutsche Strafrichter und Strafrichterinnen können im Einzelfall sehr fein zwischen Handlungsherrschaft, Willensherrschaft, Wissensherrschaft und funktioneller Tatherrschaft (bei Mittäterschaft) unterscheiden. Heute stellt jeder Aufruf zur Gewalt durch politische und/oder religiöse Führer oder Führerinnen in Deutschland und Europa einen Angriff auf das staatliche Gewaltmonopol dar und macht daher diese Führungspersonen für die in blinder Treue erfolgenden Handlungen ihrer Anhängerschaft strafrechtlich haftbar.


Siehe auch

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Eu flag.png Den Begriff Tatherrschaftslehre im juristischen Web der Europäischen Union finden