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Individualprävention

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Die Lehre von der "Spezialprävention" versucht, die Strafe zur Resozialisierung des Täters oder der Täterin zu nutzen. Sie will in jedem Einzelfall auf die Betroffenen vorbeugend, d.h. präventiv, hinsichtlich weiterer Straffälligkeiten einwirken. Methoden der Spezialprävention von Polizei und Strafjustiz sind die polizeilichen Zwangsmaßnahmen und gerichtliche Strafen.

Bei der sogenannten Spezialprävention handelt es sich eigentlich um Fallkonfliktmanagement nach der aufgedeckten Tat. Echte Prävention greift viel früher ein und beginnt schon bei der öffentlichen Aufklärung!!!


Inhaltsverzeichnis

Sprachphilosophische Betrachtungen

Das lateinische Adjektiv ‚individuus‘ hatte etwa die gleiche Bedeutung wie das griechische Adjektiv ‚atomos‘. Beide Wörter bedeuten unteilbar, untrennbar oder unzertrennlich. Von ‚individuus‘ abgeleitet wurde das deutsche Substantiv ‚Individuum‘, das ein Einzelwesen im Gegensatz zu einer Gruppe von Artgleichen oder zur unüberschaubaren Herde, zum Schwarm, zur Masse von Körpern bezeichnet.

Eine ‚Individualität‘ ist heute die besondere Persönlichkeit eines bestimmten Lebewesens, d.h. die „Eigenart“ dieses Lebewesens. Das ‚Individualrecht‘ wird in Deutschland als Persönlichkeitsrecht bezeichnet. Es gehört zu den deutschen Grundrechten und umfasst das Grundrecht auf Gesundheit, auf Freiheit, auf den eigenen Namen, die persönliche Ehre und die Privatsphäre.

Ein ‚Atom‘ ist im Deutschen dagegen die kleinste Einheit eines chemischen Elementes. Sie besteht aus einem positiv geladenen Kern, dem Atomkern, und den negativ geladenen Elektronen in der Elektronenhülle. Ob sich das griechische Wort ‚atomos‘ vom altägyptischen Sonnengott „Aton“ herleitet, ist nicht mehr mit Sicherheit festzustellen. „Aton“ gilt als erster gescheiterter Versuch der Menschheit, den Monotheismus als (ägyptische) Nationalreligion zu institutionalisieren. Diese Revolution des Geistes gelang erst den Hebräern mit ihrem Stammesgott „JHWH“ durch ihre Auswanderung aus Ägypten. Nach der ersten erfolgreichen Segregation bzw. Flucht dieses Sklavenstammes konnte er sich mit Hilfe der eigenen Religion eine neue Volksidentität bilden bzw. erschaffen. Die geistliche Lehrmethode kann heute als „storytelling“ bezeichnet werden. Früher sprach man von Mythos oder Offenbarung.

Die Entdeckung der sogenannten „Kernkraft“ führte in der Moderne zum Bau von Atomkraftwerken. Die Entdeckung der Elektronen als diskrete Strukturform mit negativer elektrischer Ladung war eine wissenschaftliche Folgerung aus den Gesetzen der Elektrolyse nach Michael Faraday (1791 – 1867), einem englischen Buchbinder und Chemiker. Der italienische Physiker und Chemiker Amedeo Conte di Avogadro (1776 – 1856) hat die Begriffe Atom, Molekül und Äquivalent physikalisch definiert. Im Jahr 1811 entstand die „Avogadro‘sche Regel“, später die „Avogadro’schen Gesetze“, mit deren Hilfe die absolute Masse der Atome berechnet werden kann. Die Beherrschbarkeit der Natur durch die Menschheit wurde zur Fiktion bzw. Utopie.


Sozialphilosophische Betrachtung

„Stirner[1] hat entdeckt, dass alle tatsächliche Unterdrückung in erster Linie von den Begriffen und Ideen ausgeübt wird, die respektiert und für heilig genommen werden. Mit unerschrockener, gewaltiger und sicherer Hand hat er die Begriffe Gott, Heiligkeit, Moral, Staat, Gesellschaft, Liebe, und manche andern abstrakten Götzen seziert, lachend ihre Hohlheit demonstriert, grell auf ihre Gefährlichkeit hingewiesen – um dann den neuen Götzen des Ichbegriffs an ihre Stelle zu setzen. Denn auch Ich ist nur ein Wort, das uns in seiner Gewalt hat und nicht loslässt; auch dieses Ich ist nichts als ein Götze, als ein Idol. Ursprünglich ein naiver Versuch der Sprache, dem Innenleben beizukommen, hat diese Ich-Idee schließlich seit urlanger Zeit die Form eines allherrschenden Gedankens und innern Gefühls angenommen, von dem wir uns nicht denken können, jemals loszukommen. So allgewaltig ist dieser Menschenbegriff, den das Tier noch in keiner Weise kennt, für den es auch durchaus keinen Ersatz hat, dass Descartes, der berühmte französische Philosoph des 17. Jahrhunderts, die Behauptung aussprechen konnte, alles in der Welt sei zweifelhaft und unsicher, mit Ausnahme des Ich: ‚Ich bin, denn ich denke.‘ Descartes ist bei seiner Untersuchung nicht voraussetzungslos zu Werk gegangen; er wollte von allem abstrahieren; nur vom Ich abzusehen, ist ihm nicht eingefallen, sonst hätte sein Satz etwa lauten müssen: ‚Es ist irgend etwas, denn es wird gedacht.‘

Ich – das Individuum – die Einzelseele – die Persönlichkeit – all das sind nur Wortbegriffe, einer uralten Zeit entstammend, in der der Mensch sich das Rätsel des Seelenlebens nicht anders denken konnte, als durch die Annahme einer solchen Einheit. Freilich hat der Mensch diese Einheit nicht erdacht, er hat sie mit seinen Augen gesehen, er hat den einzelnen, von den andern Erscheinungen getrennten körperlichen Organismus des Einzelmenschen gewahrt, und hat daraus den Schluss gezogen, in diesem isolierten Einzelkörper stecke eine selbständige Einzelseele. Nun aber hat die Wissenschaft schon seit geraumer Zeit erkannt, dass unsere Sinnesorgane nur sehr unvollkommene Diener der Erkenntnis sind; wir sehen gar manches, was nicht ist, und wir sehen vieles wirklich Vorhandene wiederum nicht. Wir haben schon früher gesehen, dass es gar keinen isolierten Einzelkörper gibt, dass vielmehr die für uns unsichtbaren Organe, die uns mit der umgebenden und früheren Welt verbinden, ebenso wirklich sind, wie die fürs Auge sichtbaren. Erst die jüngste Entdeckung der unsichtbaren Lichtstrahlen durch Röntgen[2] zeigt ja wieder aufs deutlichste, wie sehr relativ die uns durch die Sinne vermittelte Erscheinungswelt nur ist, wie immer mehr ein Schleier nach dem andern fällt, wie diese unsere Welt nichts Absolutes ist, sondern für unsere Erkenntnis eine immer andere wird. Die Sprache aber – macht diesen Entschleierungsprozess nicht mit, die Sprache ist ein äußerst konservatives Element und bleibt stehen, so dass die Wissenschaft schon heute genötigt ist, sich für ihre Zwecke neue Sprachen und Ausdrucksmittel zu erfinden.“[3]


Fußnoten

  1. Kaspar Schmidt alias Max Stirner (1806 – 1856), deutscher Philosoph, Anarchist
  2. Wilhelm Conrad Röntgen, deutscher Physiker (1845 - 1923), entdeckte 1895 zufällig die Radioaktivität, die seither auch "Röntgenstrahlen" heißt
  3. Gustav Landauer in „Der Sozialist“ vom 08.02.1896; Ruth Link-Salinger, Signatur: g.l., Seiten 345/346, edition suhrkamp 1113, Neue Folge Band 113, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1986


Siehe auch

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De flag.png Den Begriff Individualprävention im deutschen juristischen Web finden
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At flag.png Den Begriff Spezialprävention im österreichischen juristischen Web finden
Ch flag.png Den Begriff Spezialprävention im schweizerischen juristischen Web finden