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Spanischer Erbfolgekrieg (int)

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Hauptseite > Rechtsgeschichte > Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation > Erbfolge > Spanien
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Der erste (1.) Krieg mit europäischem Ausmaß dauerte von 1701 bis 1714. Anlass war die dynastische Erbfolge für Spanien. Im Jahr 1701 wurde Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1657 - 1713) vom habsburgisch-christlichen Kaiser zum König (Friedrich I.) erhoben und damit zu einem protestantischen europäischen Mitspieler bzw. Mitstreiter gemacht ...


Rechtssoziologische Betrachtungen

Der berühmte deutsche Dichter und Rechtsphilosoph Friedrich Schiller veröffentlichte als Geschichtsprofessor im Jahr 1788 im „Deutschen Merkur“ eine rechthistorische Erzählung als Gleichnis zur Sozialisierung in Europa. Die Geschichte handelt vom spanischem Oberbefehlshaber Herzog von Alba (1507 - 1582) und seiner völkerrechtlichen Disziplinierung durch Gräfin Katharina von Schwarzburg in Thüringen während der Reformationskriege.

Herzog von Alba (= Fernando Alvarez de Toledo y Pimentel Alba 1507 - 1582) bei einem Frühstück (= Gastmahl) auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahr 1547

Eine deutsche Dame aus einem Hause, das schon ehedem durch Heldenmut geglänzt und dem Deutschen Reich einen Kaiser gegeben hat, war es, die den fürchterlichen Herzog von Alba durch ihr entschlossenes Betragen beinahe zum Zittern gebracht hätte. Als Kaiser Karl V. im Jahr 1547 nach der Schlacht bei Mühlberg auf seinem Zuge nach Franken und Schwaben auch durch Thüringen kam, wirkte die verwitwete Gräfin Katharina von Schwarzburg, eine geborene Fürstin von Henneberg, einen Sauve-Garde-Brief bei ihm aus, dass ihre Untertanen von der durchziehenden spanischen Armee nichts zu leiden haben sollten. Dagegen verband sie sich, Brot, Bier und andere Lebensmittel gegen billige Bezahlung aus Rudolstadt an die Saalbrücke schaffen zu lassen, um die spanischen Truppen, die dort übersetzen würden, zu versorgen. Doch gebrauchte sie dabei Vorsicht, die Brücke, welche dicht bei der Stadt war, in der Geschwindigkeit abbrechen, und in einer größern Entfernung über das Wasser schlagen zu lassen, damit die allzugroße Nähe der Stadt ihre raublustigen Gäste nicht in Versuchung führte. Zugleich wurde den Einwohnern aller Ortschaften, durch welche der Zug ging, vergönnt, ihre besten Habseligkeiten auf das Rudolstädter Schloss zu flüchten.

Mittlerweile näherte sich der spanische General, vom Herzog Heinrich von Braunschweig (heute: Niedersachsen) und dessen Söhnen begleitet, der Stadt und bat sich durch einen Boten, den er voranschickte, bei der Gräfin von Schwarzburg auf ein Morgenbrot zu Gaste. Eine so bescheidene Bitte, an der Spitze eines Kriegsheers getan, konnte nicht wohl abgeschlagen werden. Man würde geben, was das Haus vermochte, war die Antwort; seine Exzellenz möchten kommen und vorlieb nehmen. Zugleich unterließ man nicht, der Sauve-Garde noch einmal zu gedenken und dem spanischen General die gewissenhafte Beobachtung derselben ans Herz zu legen.

Ein freundlicher Empfang und eine gut besetzte Tafel erwarten den Herzog auf dem Schlosse. Er muss gestehen, dass die thüringischen Damen eine sehr gute Küche führen und auf die Ehre des Gastrechts halten. Noch hat man sich kaum niedergesetzt, als ein Eilbote die Gräfin aus dem Saale ruft. Es wird ihr gemeldet, dass in einigen Dörfern unterwegs die spanischen Soldaten Gewalt gebraucht und den Bauern das Vieh weggetrieben hätten. Katharina war eine Mutter ihres Volks; was dem Ärmsten ihrer Untertanen widerfuhr, war ihr selbst zugestoßen. Aufs Äußerste über diese Wortbrüchigkeit entrüstet, doch von ihrer Geistesgegenwart nicht verlassen, befielt sie ihrer ganzen Dienerschaft, sich in aller Geschwindigkeit und Stille zu bewaffnen und die Schlosspforten wohl zu verriegeln; sie selbst begibt sich wieder nach dem Saale, wo die Fürsten noch bei Tische sitzen. Hier klagt sie ihnen in den beweglichsten Ausdrücken, was ihr eben hinterbracht worden und wie schlecht man das gegebene Kaiserwort gehalten. Man erwidert ihr mit Lachen, dass dies nun einmal Kriegsgebrauch sei, und dass bei einem Durchmarsch von Soldaten dergleichen kleine Unfälle nicht zu verhüten stünden.

„Das wollen wir doch sehen“, antwortete sie aufgebracht. „Meinen armen Untertanen muss das Ihrige wieder werden, oder, bei Gott!“ – in dem sie drohend ihre Stimme anstrengte, „Fürstenblut für Ochsenblut!“ Mit dieser bündigen Erklärung verließ sie das Zimmer, das in wenigen Augenblicken von Bewaffneten erfüllt war, die sich, das Schwert in der Hand, doch mit vieler Ehrerbietigkeit, hinter die Stühle der Fürsten pflanzten und das Frühstück bedienten. Beim Eintritt dieser kampflustigen Schar veränderte Herzog Alba die Farbe; stumm und betreten sah man einander an. Abgeschnitten von der Armee, von einer überlegenen handfesten Menge umgeben, was blieb ihm übrig, als sich in Geduld zu fassen, und auf welche Bedingung es auch sei, die beleidigte Dame zu versöhnen. Heinrich von Braunschweig fasste sich zuerst und brach in ein lautes Gelächter aus. Er griff den vernünftigen Ausweg, den ganzen Vorgang ins Lustige zu kehren, und hielt der Gräfin eine Lobrede über ihre landesmütterliche Sorgfalt und den entschlossenen Mut, den sie bewiesen. Er bat sie, sich ruhig zu verhalten, und nahm es auf sich, den Herzog von Alba zu allem, was billig sei, zu vermögen. Auch brachte er es bei dem Letztern wirklich dahin, dass er auf der Stelle einen Befehl an die Armee ausfertigte, das geraubte Vieh den Eigentümern ohne Verzug wieder auszuliefern. Sobald die Gräfin von Schwarzburg der Zurückgabe gewiss war, bedankte sie sich aufs Schönste bei ihren Gästen, die sehr höflich von ihr Abschied nahmen.

Ohne Zweifel war es diese Begebenheit, die der Gräfin Katharina von Schwarzburg den Beinamen der Heldenmütigen erworben. Man rühmt noch ihre standhafte Tätigkeit, die Reformation in ihrem Lande zu befördern, die schon durch ihren Gemahl Graf Heinrich XXXVII. darin eingeführt worden, das Mönchswesen abzuschaffen und den Schulunterricht zu verbessern. Vielen protestantischen Predigern, die um der Religion willen Verfolgungen auszustehen hatten, ließ sie Schutz und Unterstützung angedeihen. Unter diesen war ein gewisser Caspar Aquila, Pfarrer zu Saalfeld, der in jüngern Jahren der Armee des Kaisers als Feldprediger nach den Niederlanden gefolgt war, und weil er sich dort geweigert hatte, eine Kanonenkugel zu taufen, von den ausgelassenen Soldaten in einen Feuermörser geladen wurde, um in die Luft geschossen zu werden; ein Schicksal, dem er noch glücklich entkam, weil das Pulver nicht zünden wollte. Jetzt war er zum zweiten Male in Lebensgefahr und ein Preis von 5000 Gulden stand auf seinem Kopfe, weil der Kaiser auf ihn zürnte, dessen Interim er auf der Kanzel schmählich angegriffen hatte. Katharina ließ ihn, auf die Bitte der Saalfelder, heimlich zu sich auf ihr Schloss bringen, wo sie ihn viele Monate verborgen hielt und mit der edelsten Menschenliebe seiner pflegte, bis er sich ohne Gefahr wieder sehen lassen durfte. Sie starb allgemein verehrt und betrauert im 58sten Jahr ihres Lebens und im 29sten ihrer Regierung. Die Kirche zu Rudolstadt bewahrte ihre Gebeine ...

Rechtsphilosophische Betrachtung

Betrachtet man das Ende vom Spiel, dann hat Frankreich die Erbfolge von Spanien angetreten. Die herrschende Dynastie der Bourbonen stammt vom französischen König Heinrich IV. von Navarra (1589 - 1610) ab. Er war ein Enkel von Karl von Bourbon und Franziska von Alencon. Als protestantischer König wurde er 1610 ermordet. Er hatte das Edikt von Nantes erlassen. Sein Wechsel zur katholischen Konfession im Jahr 1593 konnte ihm nicht das Leben retten ...


Siehe auch

International.png Den Begriff "Spanischer Erbfolgekrieg im weltweiten juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff Rudolstadt im deutschen juristischen Web finden

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