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Schisma

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Hauptseite > Rechtsgeschichte > Religionsrecht > Asymmetrischer Konflikt > Orthodoxie > Patriarchat > Kirchenspaltung > Istanbul
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Der Begriff ‚Schisma‘ kommt aus der griechischen Rechtssprache und bedeutet Rechtsspaltung. Das bekannteste Schisma ist bis heute die Trennung der Staatskirche von Rom in die Römisch-katholischen und die Griechisch-orthodoxen Kirchen im Jahr 1054. Es handelte sich damals um eine faktische Wiederherstellung der Nationalkirchen der beiden antiken Hochkulturen am Mittelmeer wegen unüberbrückbaren (männlichen) Meinungsunterschieden in Herrschaftsfragen (vergleiche: Investiturstreit und Panslawismus).

Im Jahr 1378 kam es dann noch zum sogenannten Papst-Schisma zwischen Rom und dem Frankenreich, das zur Errichtung einer zweiten „Philosophenkönigsherrschaft“ in Avignon (Südfrankreich) führte. Das Konstanzer Konzil konnte dieses Schisma in Mitteleuropa im Jahr 1417 beenden. Mittel- und Westfranken blieben zumindest religionsrechtlich vereint, der juristisch zum Kirchenstaat gehörige Stadtstaat Avignon blieb jedoch weiter als römisches Grund- und Immobilieneigentum bestehen.

Die keltische Stadt Avenio, später Avignon, war vor der Besatzung durch die Römer im Jahr 48 v. Chr. die Hauptstadt des gallischen Stammes der ‚Cavarer‘. Diese bedeutende Handelsstadt an der Mündung des Nebenflusses Durance in die Rhone beherbergte die Gegenpäpste während ihrer sogenannten „Babylonischen Gefangenschaft“ zwischen 1309 und 1377. Die befestigte Stadt wurde im Jahr 1348 durch Kaufvertrag ein römisches Kirchengut, das erst im Jahr 1790 durch die deutschen Reformen im Geiste des aufgeklärten Absolutismus des Römischen Kaisers Joseph II. wieder säkularisiert wurde. Noch im gleichen Jahr verstarb dieser Kaiser plötzlich. Sein Bruder Leopold II. war nur bis 1792 an der Macht. Dessen Sohn Franz II. war der letzte Deutsch-Römische Kaiser aus dem Geschlecht der Habsburger ...


Kanonisch-rechtliche Betrachtung

Das 2. Vatikanische Konzil verabschiedete am 21.11.1964 mit großer Mehrheit ein Dekret „unitatis redintegratio“ über den Ökumenismus. Darin heißt es im Abschnitt über die Orientalischen Kirchen unter Nr. 18:

„Im Hinblick auf all dies erneuert das Heilige Konzil feierlich, was in der Vergangenheit von Heiligen Konzilien und von römischen Päpsten erklärt wurde, dass es nämlich zur Wiederherstellung oder Erhaltung der Gemeinschaft und Einheit notwendig sei, ‚keine Lasten aufzuerlegen, die über das Notwendige hinausgehen‘ (Apg 15,28). Es spricht den dringenden Wunsch aus, dass von nun an alle ihr Bestreben darauf richten, diese Einheit allmählich zu erlangen in den verschiedenen Einrichtungen und Lebensformen der Kirche, besonders durch das Gebet und den brüderlichen Dialog über die Lehre und über die drängenden Notwendigkeiten der Seelsorgsaufgaben in unserer Zeit. In gleicher Weise empfiehlt das Heilige Konzil den Hirten und den Gläubigen der katholischen Kirche eine enge Verbundenheit mit denen, die nicht mehr im Orient, sondern fern von ihrer Heimat leben, damit die brüderliche Zusammenarbeit mit ihnen im Geist der Liebe und unter Ausschluss jeglichen Geistes streitsüchtiger Eifersucht wachse. Wenn dieses Werk mit ganzer Seele in Angriff genommen wird, so hofft das Heilige Konzil, dass die Wand, die die abendländische und orientalische Kirche trennt, einmal hinweggenommen werde und schließlich nur eine einzige Wohnung sei, deren fester Eckstein Jesus Christus ist, der aus beidem eines machen wird [vgl. Konzil von Florenz, Sessio VI (1439)].“


Siehe auch

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