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Schiffergleichnis

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Das Platonische Schiffergleichnis kehrt die richtige Willensrichtung bei der Staatsführung durch Erkenntnis theoretisch um. Der griechische Rechtsphilosoph Platon kommt schon im 4. Jahrhundert vor Christus zu der rechtsphilosophischen Erkenntnis, dass ein Volk, das Führung braucht, „zu den Türen dessen gehen muss, der führen kann; nicht aber wird der Herrscher die Untertanen bitten, sich führen zu lassen, soweit er wirklich etwas taugt.“[1]

Solange also die Politischen Parteien so funktionieren, dass die größten „Schaumschläger“ an ihre Führungsspitze gelangen, solange wird sich das aufgeklärte Volk angewidert und/oder empört von dieser Politik ab- und anderen Spielen zuwenden - auch wenn es selbst diese Schaumschläger gewählt hatte ...

Das Schiffergleichnis geht so:

„Ein Schiffsherr, größer und stärker als alle Matrosen an Bord, aber schwerhörig und ebenso kurzsichtig, ohne viel Kenntnis von der Seefahrt; die Schiffer aber streiten untereinander um die Führung des Steuers, da jeder glaubt, er müsse steuern, ohne je die Seefahrt erlernt zu haben, ohne einen Lehrer aufweisen zu können oder eine Lehrzeit; dazu sagen sie ja noch, die Kunst sei gar nicht lehrbar, und wer sie für lehrbar erklärt, den sind sie bereit niederzuschlagen. So drängen sie sich immer um den Schiffsherrn und bitten und beschwören ihn, ihnen das Steuer zu überlassen; manchmal, wenn nicht sie, sondern andere ihn überreden, töten sie diese andern oder werfen sie aus dem Schiff hinaus; den hohen Schiffsherrn fesseln sie mit einem Schlaftrunk oder durch einen Rausch oder sonstwie und herrschen nun über das Schiff und seinen Inhalt; trinkend und schmausend, wie es üblich ist bei diesen Leuten, segeln sie dahin; jeglichen rühmen sie und nennen ihn einen trefflichen Schiffer und Steuermann, der geschickt mithilft, dass sie Herren des Schiffes werden, ob sie nun den Schiffsherrn gütlich überreden oder mit Gewalt zwingen; wer aber nicht so ist, den tadeln sie als unbrauchbar. Vom wahren Steuermann aber wissen sie gar nichts: dass er sich um das Jahr und seine Zeiten, um Himmel und Sterne, um Winde und alles übrige, was zu seinem Fachgebiet gehört, kümmern muss, wenn er in Wahrheit ein Führer des Schiffes sein will; das wissen sie so wenig, wie dass zum Führen des Steuers – mit oder gegen den Willen der Leute – es keine andere Kunst zu erreichen gelte außer der des Steuermanns! Wo solche Verhältnisse auf den Schiffen herrschen, da wird wohl der wahre Steuermann ein Himmelsgucker, Schwätzer und Taugenichts genannt von den Schiffern, die in solchen Schiffen fahren, glaubst du nicht?“[2]


Fußnoten

  1. Platon, Politeia, 6. Buch, 489c
  2. Platon, Der Staat, 6. Buch, 488b – 488e, deutsche Übersetzung durch Karl Vretska, Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1982


Siehe auch

International.png Den Begriff Schiffergleichnis im weltweiten juristischen Web finden (Schiffergleichnis in Deutsch)