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Religiöse Opposition

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Inhaltsverzeichnis

Religionsphilosophische Betrachtung

Als ewig gültiges Gleichnis einer religiösen Opposition zwischen Ost und West kann das sogenannte „Perlenlied“ aus dem gnostischen Schatz der Syrischen Kirche gelten, das in den Jahren 1945/46 in Ägypten bei Nag Hamadi in einem ledergebundenen Papyrusbuch in koptischer Sprache, versteckt in einem Tonkrug, im Niltal ausgegraben und dadurch wiederentdeckt wurde. Die koptischen Abschriften stammen aus dem 4. Jahrhundert nach Christus. Der syrische Originaltext muss wohl auch für die koptischen Christen damals wichtig gewesen sein, sonst hätten sie kaum eine Übersetzung angefertigt. Die erste christlich-nationale Religionsrechtsspaltung in die Koptisch-orthodoxe und die Griechisch-orthodoxe Kirche fand auf dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 n. Chr. statt. Offensichtlich galt das „Perlenlied“ schon früh als häretisch, sonst wäre es nicht vernichtet bzw. versteckt worden. Der Erzähler spricht bzw. singt in der Ichform:

„ ... Wie ein Ägypter lebte ich unter ihnen, diente ihrem König, als sei ich sein Knecht. In einen tiefen Schlaf fiel ich durch ihre Speise, abgesunken war alle Erinnerung.

Aber all das, was mir geschah, bemerkten meine Eltern, bemerkten es mit Trauer. Eine Botschaft erging in alle Teile des Reiches, jedermann solle zum Tore kommen. Und sie kamen, die Könige und Mächtigen aus Parthien, es kamen die Edelleute des Ostens. Ein Beschluss wurde gefasst, nicht im Stich gelassen werden sollte ich in Ägypten. Und sie schrieben mir einen Brief, alle Großen des Reiches setzten ihren Namen darauf: ‚Kunde von deinem Vater, dem König der Könige, Kunde von deiner Mutter, der Herrscherin des Ostens, Kunde von deinem Bruder, unserem Zweiten, Dir, unserem Sohn in Ägypten, gilt unser Gruß! Erwache und stehe auf von deinem Schlaf! Wach auf und vernimm die Botschaft unseres Briefes! Erinnere dich: du bist ein Königssohn! Erkenne, wem du dienst als Knecht! Erinnere dich der unvergleichlichen Perle, erinnere dich des Auftrags, den du bekamst! Erinnere dich des Kleids aus purem Glanz, erinnere dich des scharlachfarbenen Mantels! Du wirst wieder damit geschmückt werden, unvergessen wird dein Name sein, im Buch der Helden wird man ihn lesen. Du und dein Bruder, unser Stellvertreter, ihr seid die Erben, die Erben des Reiches!‘

Der König versiegelte den Brief, meinen Brief, mit seiner Rechten, bewahrt wurde er vor den Bösen in Babylon, vor den rebellischen Dämonen von Sarbug. Wie ein Adler flog der Brief, der König aller Vögel lieh ihm seine Gestalt. Er flog zu mir und ließ sich bei mir nieder. Zu einer Stimme wurde der Brief, bei seinem Rufen und seinem Rauschen erwachte ich aus meinem Todesschlaf, erstand ich aus meinen Todesträumen. Und ich nahm den Brief und küsste ihn, ich löste sein Siegel und las ihn. Da erinnerte ich mich der Worte in meinem Herzen, die Worte des Briefes und die mir eingeschriebenen Worte, sie stimmten überein. Wie konnte ich vergessen, dass ich ein Königssohn bin? Wie konnte ich meine Freiheit verleugnen und untreu werden meiner Berufung? ...“[1]

Fußnoten

  1. Otto Betz / Tim Schramm, Perlenlied und Thomas-Evangelium, Seite 25 – 27,Benziger Verlag AG Zürich, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage 1993


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Siehe auch

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