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Rechtssprachen

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Menschliche Sprachen dienen der Kommunikation und entwickeln sich aus den Lautbildungen des menschlichen Sprachorgans durch soziale Interaktion der Individuen. Es existieren auf der Erde unterschiedliche Reifestufen der Sprachentwicklung zeitlich nebeneinander und interagieren zwangsläufig. Rechtssprachen, d.h. amtliche Sprachen stellen zusammen mit bzw. dank der Staatsbildung – historisch gesehen - die höchste Stufe der kulturellen Sprachentwicklung dar.


Inhaltsverzeichnis

Rechtshistorische Betrachtung

In den frühen Zeiten der Menschheitsevolution wurden die Sprachen der Eroberer sogar heiliggesprochen (Beispiel: Sanskrit in Indien). Unbekannte Schriftzeichen stellten für die beherrschten „Analphabetinnen und Analphabeten“ wirkungsmächtige Rätselzeichen ohne Symbolcharakter und/oder Beschwörungen dar. Die meisten Menschen hatten noch Ehrfurcht vor dieser frühen Schrift als reine dauerhafte Kommunikationsform. Dann kam es durch eine Rechtsreform im Stadtstaat Jerusalem zur Heiligsprechung der Thorarolle. Die judäische Zensur beim Schrifteninhalt des Monotheismus machte die Stammessprache Hebräisch zur ersten globalen Religionsrechtssprache. Die rechtshistorischen Folgen sind bekannt. Hebräisch gilt heute nicht mehr als Authentische Sprache des Völkerrechts!!! Vielmehr kann die Hebräische Universität in Israel als Gelehrsamkeitsarchiv gelten.


Rechtsphilosophische Betrachtung

Die beiden wichtigsten Rechtssprachen für Europa waren Griechisch und Latein. Latein dominierte als römisch-kaiserliche Rechtssprache faktisch die Gelehrtensprache der griechischen Rechtsphilosophen. Am Ende überlebte unter den gesprochenen europäischen Sprachen jedoch Griechisch, nicht Latein. Dies ist ein interessantes menschliches Phänomen. Die Rechtssprache Latein wird heute nicht mehr vor Gericht gesprochen. Sie hat aber zahlreiche romanische und germanische Sprachen stark in ihren Wortbildungen und Begriffen beeinflusst, zum Beispiel Französisch.

Fallbetrachtung

Anthroposophische Schriftsynthese Europas

Für das internationale Pharmazie- und Kosmetikunternehmen der Anthroposophischen Therapierichtung mit Sitz in der Schweiz hatte der 1995 verstorbene Künstler und Grafiker Walther Roggenkamp aus Dachsberg im Südschwarzwald „seine“ Anthroposophische „Hausschrift“ zur globalen Öffentlichkeitsarbeit entwickelt. Das Gemeinsame aller Anthroposophischen Schriften ist die künstlerische Ausgestaltung der Buchstaben, Zahlen und Zeichen in Anlehnung an germanische Runenzeichen. Runen wurden im Altertum von germanischen Volksstämmen als Schriftzeichen in Holz und Stein eingekerbt und stellten heilige Zeichen der schamanischen Priesterschaft nach altindischer Religionstradition dar. Die Weiterentwicklung zu einem eigenen germanischen Schriftalphabet wurde jedoch von der griechisch-lateinischen Kulturdominanz in Europa verhindert.

Da sich die anthroposophische Reformbewegung aus der nationalen philosophischen Strömung des anarchistischen? Deutschen Idealismus herausbildete, stellen Anthroposophische Schriften in gewisser Weise eine ästhetisch-typografische Synthese der deutschen Kulturgeschichte dar. Mittels der Anthroposophischen Schriftenform erreicht heute ein ästhetischer Impuls aus der Mitte Europas über formal gedruckte Worte auf verschiedenen Trägern viele Länder und Kulturen. Mit der technischen Entwicklung der elektronischen Medien am Ende des 20. Jahrhunderts musste notwendigerweise auch die Anthroposophische Schrift digitalisiert werden. Die ersten Digitalisierungen wurden praxisorientiert bei Lieferanten für Druckerzeugnisse ab dem Jahr 1986 vorgenommen. Die dadurch entstandenen digitalen Schriften waren zunächst rechtliches Eigentum dieser Druckereiunternehmen. Ab dem Jahr 1989, dem Jahr des Mauerfalls, wurden mehrere freischaffende Grafiker zeitgleich an verschiedenen Orten mit der Herstellung eines digitalen Zeichensatzes der Anthroposophischen Schrift für die Apple Computer beauftragt. Wegen der fehlenden Koordination dieses international sehr wichtigen Projekts kam es zu Rechtskonflikten. Der Kampf um die „richtige“ Schrift begann. Im Wettstreit um das Urheberrecht wurden zahlreiche digitale Anthroposophische Schriften auf dem freien internationalen Schriftenmarkt eingeführt. Im Jahr 1995 griff die Schweizer Firmenzentrale autoritär durch, um das kreative Chaos zu beenden. Eine im Konzernauftrag neu digitalisierte Schrift wurde nun satzungsrechtlich zur allgemein gültigen Hausschrift erklärt. Alle anderen Schriften waren deshalb nun wettbewerbsrechtlich benachteiligt bzw. diskriminiert.

In Deutschland gibt es erst seit 1871 ein deutsches Urheberrecht. Im Jahr 1886 wurde von zehn europäischen Staaten die „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ als völkerrechtlicher Vertrag abgeschlossen, die Revidierte Berner Übereinkunft (RBÜ) gilt heute noch. Das TRIPS-Abkommen – „Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums“ - der Welthandelsorganisation (WTO) bezieht sich auf die RBÜ. Das Abkommen trat als völkerrechtliche Urheberrechtsregelung am 1. Januar 1995 in Kraft und sollte nun auch dem weltweiten Schutz der Anthroposophischen Schrift, d.h. dem einzigartigen Wiedererkennungswert der anthroposophischen Produkte wettbewerbsrechtlich dienen.

Schutzgegenstand des völkerrechtlichen Urheberrechts des Jahres 1995 sind individuelle Geisteswerke auf dem Gebiet der Kultur und der Informationstechnologie. Ein Schriftentwurf stellt ein schützbares typografisches Werk im juristischen Sinn dar. Der Schriftkünstler, dem das erste anthroposophische Schriftwerk zugeschrieben werden kann, heißt unbestreitbar Walther Roggenkamp. Ein juristisches Problem stellte die Zersplitterung der Anthroposophiebewegung in zahlreiche, von Anfang an rechtlich selbstständige Gesellschaften dar, die alle die Anthroposophische Schrift ganz selbstverständlich – wie in einer Familie - für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzten.

Mit der technisch notwendigen Digitalisierung der Schrift entstand ein neues Rechtsproblem über die Urheberschaft der Computerprogramme für die Anthroposophische Schrift. Es gab mehrere Digitalisierungen und gemäß § 69a Abs. 1 UrhG waren alle Formen von Computerprogrammen rechtlich schützbar, d.h. auch solche, die untrennbar in elektronischen Maschinen integriert waren. Um solche teilabstrakten Werke handelte es sich bei den Schriftdigitalisierungen von Druckereiunternehmen. Sie blieben rechtlich im Eigentum der jeweiligen graphischen Betriebe. Nur die Schriftnutzung konnte rechtlich geregelt werden. Die Schriftwerke der beauftragten Typografie-Agenturen bestanden aus Computerprogrammen auf Wechseldatenträgern, die vervielfältigt und vertrieben, d.h. abgetrennt werden konnten. Nach § 3 Satz 1 UrhG schützt das deutsche Gesetz nicht nur Originalwerke, sondern auch Bearbeitungen, die schöpferisch sind. Bei der Digitalisierung einer Schrift muss sehr viel schöpferisch-typografische Arbeit geleistet werden, so dass es sich bei allen Schriftprogrammen jeweils um Geistesschöpfungen von individuellem Charakter handelt. So entschied das deutsche Gericht im Urheberrechtsstreit: Der Schutz der Schriftbearbeitung durch die Grafikbüros ist unabhängig vom Schutz des bearbeiteten Ursprungswerks des Künstlers. Es existierten also im Jahr 1990, im Jahr der deutschen Wiedervereinigung, bereits drei verschiedene Urheberrechte an verfügbaren Anthroposophischen Schriften. Alle Schriftvarianten wurden auch parallel zueinander tatsächlich genutzt. Ein international einheitliches typografisches Erscheinungsbild war so natürlich nicht zu erzielen.

Durch die Beauftragung eines weiteren, schweizerischen Grafikbüros, das eine neue Anthroposophische Schrift gemäß der monistischen Rechtstheorie als reine Dienstleistung wertete und daher auch sein Urheberrecht an den Vertragspartner ablieferte, wurde der Streit formaljuristisch beendet. Nun galt das größte anthroposophische Unternehmen weltweit als Urheberin der neuen Schrift – geschützt durch das TRIPS-Abkommen und schweizer Urheberrecht. Künstler und Künstlerin, Grafiker und Ingenieure in Deutschland und Frankreich waren durch die Macht des Mutterkonzerns faktisch enteignet. Die mittlerweile rechtshistorischen Ereignisse im Urheberrechtsstreit um die richtige Anthroposophische Schrift fanden zwischen den Staaten Schweiz, Frankreich und Deutschland statt und stellen – rechtsphilosophisch betrachtet - einen Präzedenzfall des Internationalen Urheberrechts dar.

Die Revidierte Berner Übereinkunft (RBÜ) hat sich bisher gewohnheitsrechtlich gegen das Welturheberrechtsabkommen der UNESCO behauptet. Das zur Überbrückung der juristischen Gegensätze zwischen den europäischen und anglo-amerikanischen Urheberrechtssystemen nach dem Zweiten Weltkrieg von den Vereinten Nationen geschaffene Welturheberrechtsabkommen wurde unmittelbar nach der Gründung der Welthandelsorganisation in Genf im Jahr 1994 als „Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights, Including Trade in Counterfeit Goods“ geschlossen. Am 1.1.1995 trat es mit Wirkung für Deutschland in Kraft. Es mäßigt langsam aber sicher die fundamentalistischen Tendenzen der monistischen Rechtstheorie in einigen europäischen Urheberrechten ...


Rechtssoziologische Betrachtung

Historische Ereignisse sind dem kollektiven menschlichen Gedächtnis eingeschrieben. Wie dieses funktioniert, das ist bisher noch nicht wissenschaftlich erforscht. Empirisch belegt sind Methoden zur Informationsübertragung ohne schriftliche Aufzeichnungen. Der Kommunikationsweg geht über geformte Sprache durch Reim, Rhythmus, Assonanz, Wiederholung und Übung. Das kulturelle Menschheitsgedächtnis benutzte eine hoch entwickelte Spezialistentruppe von Gedächtniskünstlerinnen und –künstlern. Beispiele sind die indischen Brahmanen, die Barden der Ritterzeit, die griechischen Wanderphilosophen und die Märchenerzählerinnen in allen Kulturen. Sie haben unglaubliche Mengen an Informationen über die schriftlosen Jahrhunderte bewahrt. Diese Gedächtniskulturen waren bzw. sind notwendigerweise stark ritualisiert und stellten faktisch Geheimbünde dar.

Mit der Zunahme der materiellen Informationsspeicher war eine Entlastung von ritueller und poetischer Formung verbunden. Die alten orientalischen Schreibergötter 'Sin' (vergleiche im Deutschen: Sinn) und 'Thot' (vergleiche im Deutschen: Tod) verloren an Bedeutung. Die antiken Schreiber waren nur in den Tempeln tätig und dienten der Organisation präziser Abläufe im Bauwesen und in der Tempelwirtschaft. Grabinschriften dienten der schriftlichen Machtentfaltung über den eigenen Tod hinaus. Wer die Schreiber(innen) steuerte, besaß die Macht! Bis heute sprechen die ägyptischen Gottkaiser dank ihrer Thotpriester zu den Ägyptologen und Ägyptologinnen zahlreicher Universitäten. An ihrem ersten materiellen Medium – am Fels von Ägypten - begann das Virtuelle, die Idee der Unsterblichkeit mittels eines objektiven Trägers als „Stimme“ und Gedächtnis. Der Startpunkt zur „materiellrechtlichen“ Überwindung der Macht der (weiblichen) Orakelpriesterschaft, z.B. der ägyptischen Muttergöttin 'Isis', war gesetzt bzw. eingemeiselt.

Heute sind die Menschheitsträume von Unsterblichkeit als virtuelles Fortbestehen im globalen Informationsnetz verwirklicht. Das Internet erscheint als ein Raum, in den hinein man sich verkörpern kann in Form von virtuellen Personifikationen und/oder Doppelgängerinnen und Doppelgängern. Irgendwo bleibt für immer ein kleiner Datenrest von persönlichen Informationen gespeichert – das ist die (unbewusste) Hoffnung, die die Begeisterung für das Internet entfacht. Die Priesterschaft von Kultreligionen kommuniziert meist nur mündlich und spricht in Gleichnissen mit ihren Gläubigen. Sie baut auf das Geheimnis der Exklusivität, d.h. auf ein Monopol. Buchreligionen hielten mit aufgeschriebenen göttlichen Offenbarungen dagegen und kehrten das Machtverhältnis zwischen Ritus und Text um. Die Heilige Schrift schafft eine Bedingung für Recht (auch ohne Moral!), denn sie erlaubt es der Priesterschaft, sich formal auf eine gleichbleibende Rechtsquelle zu beziehen. So wird der Priester möglicherweise zum Inquisitor, der über die Einhaltung der Religionsgesetze absolutistisch wacht. Die Schrift führte zu einer Entritualisierung und Entzauberung der Religion. Erst der Zauber des virtuellen Raums bringt im Computerspiel Schrift und Mythos wieder zusammen ...


Siehe auch

International.png Den Begriff Rechtssprache im weltweiten juristischen Web finden
International.png Den Begriff "amtliche Sprache" im weltweiten juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "langage du palais" im französischen juristischen Web finden ("langage du palais" in Deutsch)
Uk flag.png Den Begriff "language of law" im juristischen Web des Vereinigten Königreiches finden
Us flag.png Den Begriff "language of law" im Vereinigten Staaten juristischen Web finden

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