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Rechtsgeschichte (sy)

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Syrien > Rechtsgeschichte
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Der Name des Staates Syrien stammt ursprünglich vom Volk der Assyrer, deren Name wiederum auf den mesopotamischen Stadtgott „Assur“ zurückgeht. Die Assyrer waren ursprünglich halbnomadisch lebende, semitische Stämme aus den syrischen und arabischen Steppengebieten. Sie eroberten wohl am Fluss Tigris eine Stadtgemeinde der dortigen steinzeitlichen, sesshaften mesopotamischen Bauernkultur (gewaltsam oder durch Heirat). Sie nannten ‚ihre’ Stadt Assur. Von dort aus errichteten sie mit militärischen Mitteln ein zentralistisch organisiertes Königreich im Namen ihres männlichen Volksgottes ‚Assur’ mit dem ‚Recht’ des Stärkeren. Keilschrifttafeln haben der Nachwelt die damalige königliche Weltsicht überliefert:

„Auf Befehl meines Herrn Assur hat meine Hand die Eroberung bis über den Fluss Zab im Süden ausgedehnt und bis ans obere Meer, das im Westen liegt. Dreimal bin ich gegen die Gebiete der Nairi ausgezogen … Zu meinen Füßen lagen die Unterworfenen, dreißig Könige aus den Gebieten der Nairi, von denen ich Geiseln nahm. Als Gaben erhielt ich von ihnen gezähmte Pferde. Ich habe ihnen Tribute und Abgaben auferlegt; dann wandte ich mich zum Libanon. Zedernstämme habe ich geschlagen für den Tempel des Anu und Adad, der großen Götter, meiner Herren. …“ [1]

Das Assyrische Reich existierte etwa zwischen dem 13. und dem 7. Jahrhundert vor Christus. Dem Stammesgott 'Adad' war das Totemtier Stier geweiht. Deshalb bildeten sich das Stieropfer und der Stierkampf als religiöse Abwehrkulte heraus. Syrien kam unter persische und im Jahr 333 v. Chr. unter griechische Herrschaft.


Inhaltsverzeichnis

Syrien im Seleukidenreich

Nach dem Tod des griechischen Eroberers Alexander d. Gr. im Jahr 323 v. Chr. bildete das Gebiet Syriens das Kernland des sogenannten Seleukidenreiches, d.h. des Reiches der griechischen Dynastie des Seleukos I. Nikator, die bis 64 v. Chr. an der Macht blieb. Die neu gebaute Residenzstadt der Seleukiden war Antiocheia, heute Antakya bzw. Hatay in der Türkei.

Die Römische Provinz ‚Syria’

Der römische Feldherr Pompeius hatte im Jahr 64 v. Chr. die Seleukiden besiegt und abgesetzt. Unter der römischen Kaiserdynastie der Flavier (69 – 95 n. Chr.) wurde ‚Syria’ offiziell eine Römische Provinz unter Römischem Verwaltungsrecht. Mit der Einführung des Römischen Rechts in ‚Syria’ beginnt die eigentliche Rechtsgeschichte Syriens. Zur ursprünglichen Römischen Provinz gehörte damals auch der heutige Libanon. Unter dem rechtlichen Schutz des Römischen Kaisertums konnten sich die Syrischen Kirchen zu einer eigenen christlichen Kultusgemeinschaft entwickeln. Die Syrischen Kirchen verwenden die Syrische Sprache als christlich-liturgische Sprache und nicht Griechisch oder gar Latein. Zu den Syrischen Kirchen zählt man u.a. die Jakobiten, die Nestorianer, die Chaldäische Kirche im Irak und die Maroniten im Libanon. Die Syrischen Kirchen haben den eigenständigen syrischen Kunststil und die syrische Musik gefördert. Seit der arabischen Eroberung durch die Anhänger Mohammeds im Jahr 635 n. Chr. wird die Syrische Sprache zunehmend vom Arabischen verdrängt. Dieser Prozess bedroht die syrische Identität als Nation bis heute und dürfte ein tieferer Grund der vielen sozialen und politischen Konflikte im Nahen Osten sein.

Syrien im Abbasiden-Kalifat

Die muslimische Kalifendynastie der Abbasiden wurde von Abul Abbas im 8. Jahrhundert begründet. Diese Dynastie herrschte über Syrien bis zum Jahr 1258, als die Mongolen die Hauptstadt Bagdad eroberten. Die Abbasiden waren sehr mächtig und beherrschten zeitweise auch die Hauptstädte Kairo und Konstantinopel.

Syrien im Osmanischen Reich

Auch während der Zeit des türkischen Osmanenreichs seit Osman I. Ghasi (ca. 1258 – 1326) blieb Syrien nur eine Reichsprovinz ohne eigenes Staatsrecht. Die Herrscher wechselten häufig. Nur die Syrischen Kirchen bewahrten die nationale Identität Syriens. Das Osmanische Reich fiel juristisch erst nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1922 vollständig auseinander. Es gab jedoch schon früher seine Funktion als Schutzmacht Syriens auf.

Syrien unter französischem Protektorat

Nachdem im faktisch herrschaftslosen Syrien ein blutiger Bürgerkrieg zwischen fundamentalistischen Christenfamilien und fundamentalistischen Moslemfamilien ausgebrochen war, erzwang Frankreich als neue Schutzmacht im Jahr 1920 die staatliche Abtrennung des Libanon von Syrien. Im Jahr 1941 kam es zur libanesischen Unabhängigkeitserklärung. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt auch Syrien seine Staatssouveränität von der internationalen Staatengemeinschaft und Frankreich verliehen und Damaskus wurde zur Hauptstadt.

Die Republik Syrien

Am 1. Januar 1944 wurde Syrien eine völkerrechtlich unabhängige Republik. 1949 trat der junge Staat den Vereinten Nationen und der Arabischen Liga bei. Zwischen den Jahren 1951 und 1954 kam es kurzzeitig zu einer Militärdiktatur. Zwischen Februar 1958 und September 1961 war Syrien ein Gliedstaat der sogenannten Vereinigten Arabischen Republik (VAR), die aus Ägypten und Syrien bestand. Im Jahr 1963 kam mit Hilfe des syrischen Parlaments die Baath-Partei, d.h. die ‚Erneuerungspartei’ an die Macht. Sie vertritt sowohl nationalistische als auch sozialistische Thesen. Seit 1970 herrscht die Familie Assad als Baath-Führer im syrischen Präsidentenamt – nach französischem Muster streng über die im Land lebenden unterschiedlichen religiösen Volksgruppen. Von ‚Assur’ bis ‚Assad’ in 3300 Jahren – was für eine sprachgeistige (= gewohnheitsrechtliche) Kontinuität!


Bürgerkrieg


Fußnoten

  1. Sabatino Moscati, Die altsemitischen Kulturen; Die Kultur Mesopotamiens, S. 32; W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1961


Siehe auch

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