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Rechtsgeschichte (pt)

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Portugal > Rechtsgeschichte
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Das Gebiet des Staates Portugal auf der Iberischen Halbinsel war nachweislich schon in der Steinzeit von Bauernkulturen ("Kelten") besiedelt. Später wanderten indogermanische Stämme ein, Phönizier gründeten im Süden Kolonien, von Mitteleuropa her zogen weitere Germanenstämme durch – weiter nach Afrika - und die Wikinger machten Beutezüge vom nördlichen Meer her. Das Land wurde zunächst ein Teil der Römischen Provinz Hispania, hieß dann später Lusitania. Im Jahr 711 n. Chr. eroberten arabische Heere z.T. diese römischen Provinzen und gründeten ein islamisches Kalifat.


Inhaltsverzeichnis

Entstehung der Nation Portugal

Die ‚Reconquista’ des Landes durch die christlichen Spanier gelang mit vereinten Militärkräften im 12. Jahrhundert. Aus der Grafschaft Portucalia, einem römischen Lehen als Mitgift an den Grafen von Burgund, entwickelte sich nach der Vertreibung der Mauren das unabhängige portugiesische Königtum von Alfonso I. im Jahr 1139.

Die erste Universität auf heute spanischem Staatsgebiet war/ist die "Universidad de Salamanca". Sie wurde im Jahr 1218 gegründet und später vom Papst kanonischrechtlich anerkannt.


Bündnis Portugals mit England

Im Jahr 1373 schloss das Königreich Portugal im Abwehrkampf gegen Spanien ein Bündnis mit England. Der Wettkampf der drei Seemächte förderte die Entwicklung des Schiffsbaus und der Navigationstechnik. Die Zeit der großen Entdeckungsfahrten brach an, die Portugal schnell zur Kolonial- und Handelsmacht wachsen ließen.


Vertrag von Tortesillas

Im Vertrag von Tortesillas aus dem Jahr 1494, zwei Jahre nach der Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus, legten Spanien und Portugal die Grenze ihrer Territorien in Südamerika auf Basis der Papstbulle „Inter caetera divinae“ fest. Als Folge dieses Vertrags sprechen Brasilianerinnen und Brasilianer heute Portugiesisch als Landessprache.


Lissabon als europäisches Handelszentrum

Die Portugiesen trieben im ganzen Orient und in den neu entdeckten Ländern Handel und wetteiferten mit den Spaniern um Kolonien. Im Jahr 1529 trat Karl V. (1500 – 1558) als König von Spanien im Vertrag von Saragossa alle Handelsrechte in Asien an Portugal ab. Als vom Papst 1530 in Bologna gekrönter, christlicher Kaiser kümmerte sich Karl V. verstärkt um den Erhalt der christlichen Ordnung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Er führte vier dynastische Kriege gegen den Franzosenkönig Franz I. (1494 – 1547), schlug die Türken bei Wien zurück, kämpfte gegen die Araber in Nordafrika und eroberte Mexiko für die spanische Krone. Außerdem ächtete Karl V. mit dem Wormser Edikt zunächst den deutschen Reformator Martin Luther.

Die Portugiesen nützten diese einmalige Chance der Geschichte, um sich – von Spanien toleriert – zur Kolonialmacht v. a. im Gewürzhandel zu entwickeln. Das portugiesische (römisch-rechtliche) Handelsmonopol wurde erst im 17. Jahrhundert von holländischen, englischen und französischen Handelsgesellschaften gebrochen.


Portugiesische Handelsniederlassungen weltweit

Wichtige Handelsstützpunkte der Portugiesen waren Goa in Indien, Mosambique in Afrika, Macao in China, Nagasaki in Japan, Malakka in Malaya, Colombo auf Ceylon, Ormuz im Persischen Golf, Bahia in Brasilien u.a. Auch im Sklavenhandel von der Ost- und Westküste Afrikas zur Ostküste Südamerikas waren die Portugiesen aktiv.


Annektion Portugals durch Spanien

Der spanische König Philipp II. (1527 – 1598), Sohn von Kaiser Karl V., stellte im Jahr 1580 dynastische Erbansprüche an Portugal und annektierte das Land selbstherrlich mit Waffengewalt. Der militärische Oberbefehlshaber und spätere Gouverneur des besetzten Portugal war Fernando Alvarez de Toledo y Pimentel Alba (1507 - 1582). Portugal verlor für 60 Jahre seine Unabhängigkeit. Philipp ließ sich zum portugiesischen König krönen und erklärte Portugal zur katholischen Schwesternation. Ab 1630 kam es in Portugal zu Aufständen des Adels und 1640 gelang es dem Herzog von Braganza, die Spanier wieder aus Portugal zu vertreiben. Der Herzog wurde als Johann IV. zum neuen portugiesischen König gekrönt. Portugal war wieder von Spanien unabhängig.


Lissabon wird durch ein Erdbeben zerstört

Im Jahr 1755 kam es am 1. November, an Allerheiligen, in Portugal zu einem schweren Erdbeben, zu zerstörerischen Flutwellen und zu zahlreichen Nachbeben und Feuersbrünsten. Lissabon, die mächtige Handelsstadt, wurde stark zerstört. Die Hauptstadt wurde aber in modernerer Form wieder aufgebaut. Die Wirtschaft wurde mehr gefördert, die Kirche juristisch geschwächt. Der mächtige Jesuitenorden wurde in Portugal verboten, um das wirtschaftlich wichtige Bürgertum wieder zu stärken und die Inquisition zu beenden. In der Folge zerfiel allmählich die alte fundamentalistische Ordnung innerhalb der europäischen Menschengemeinschaft im Angesicht der Unbarmherzigkeit der irdischen Realität. Die neuen Gedanken der Philosophen zur Europäischen Aufklärung wurden von den Gebildeten nun gehört. Die Französische Revolution bereitete sich vor. Das Zeitalter der kindlichen Vertrauensseeligkeit der Bürgerschaft gegenüber ihrer Obrigkeit, dem europäischen Hochadel, ging zu Ende. Die ‚Götzendämmerung’ hatte wieder mit einem Erdbeben, also mit einem Ausdruck bzw. Eindruck von ‚vis maior’ begonnen, wie schon einmal im italienischen Pompeji im Jahr 79 n. Chr.


Portugal und Napoleon Bonaparte

Der nationale Wettkampf um Kolonien weltweit heizte die militärische Aufrüstung der europäischen Staaten an. Den entscheidenden Zweikampf führten am Ende noch England und Frankreich gegeneinander. Da England nach der Französischen Revolution zur See die überlegene Macht wurde, konzentrierten sich die Franzosen unter der monistischen Diktatur ihres Militärführers Napoleon Bonaparte ab 1799 auf die Eroberung Europas. In den Jahren zwischen 1808 bis 1813 fielen die Franzosen in Spanien mehrmals ein und führten auch in Portugal 1808 und 1809 zwei Schlachten. Die portugiesische Regierung floh nach Brasilien.

Der ‚Code Napoléon’ hat die Rechtsgeschichte jedoch weltweit verändert. Die Macht des ewigen Gottesgnadentums als Rechtsbegründung war durch den kleinen Franzosen formaljuristisch gebrochen worden. Das bessere Recht hatte vorläufig gesiegt. Jedoch verhinderte die Anwesenheit einer britischen Armee in Portugal dort die Durchsetzung der juristischen Reformen. 1814 brach das napoleonische Machtsystem am wertkonservativen Widerstand europäischer Dynastien zusammen. Hundert Jahre später begann der Erste Weltkrieg ...


Portugiesische Auswanderung

Im 19. Jahrhundert wuchs durch die Verbesserung der Lebensbedingungen die europäische Bevölkerung stark an. Da Portugal eine erfahrene Seemacht gewesen war, konnte diese nationale Kompetenz nun zivil genutzt werden. Lissabon wurde zum Auswanderungshafen nach Brasilien. Zwischen 1808 und 1821 hatte dort in Rio de Janeiro die portugiesische Königsfamilie ihre (Exil-)Residenz. Am 7. September 1822 erklärte Brasilien seine Unabhängigkeit von Portugal und erhob den Sohn des portugiesischen Königs als Pedro I. zum brasilianischen Kaiser als Staatsoberhaupt. Im Jahr 1825 erkannte Portugal diese Emanzipation der Kolonie und des Prinzen rechtlich an. Das neue Kaiserreich konnte sich jedoch nur 67 Jahre halten. Am 15. November 1889 wurde Brasilien eine Republik.


Republik Portugal

Die Schwächung der Monarchie Portugals hatte auch die Auflösung des Kolonialreiches zur Folge. Im Jahr 1910 wurde Portugal erstmals selbst zur Republik ausgerufen. Am 19.06.1911 wurde die portugiesische Nationalflagge eingeführt. 1926 gewann aber die konservative politische Reaktion wieder die Oberhand. Die Militärdiktatur von António de Oliveira Salazar (1889 – 1970) konnte sich bis in die siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts halten. Erst unter seinem Nachfolger begannen langsame Reformen.

Die Handelsstadt Goa war 1961 von Indien zurückgefordert worden. Die afrikanischen Kolonien Angola, Portugiesisch-Guinea und Portugiesisch-Ostafrika wurden 1974/75 nach der "Nelkenrevolution" unabhängig.

Im Jahr 1986 trat Portugal der Europäischen Gemeinschaft bei. Entsprechende Rechtsreformen sind noch im Gang ...


Siehe auch

Eu flag.png Den Begriff Rechtsgeschichte UND Portugal im juristischen Web der Europäischen Union finden

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