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Rechtsgeschichte (ir)

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Iran > Rechtsgeschichte
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Zwischen Indien und Ägypten bildete sich durch den Handel die vierte der ersten großen Vielvölker-Staatskulturen der Menschheit heraus (vgl. Ägypten, China, Indien). Das erste (indogermanische) Persische Reich entstand östlich der mesopotamischen und westlich der indischen Stadtstaaten, die sich in den fruchtbaren asiatischen Flusslandschaften seit der Steinzeit gebildet hatten. Als erste persische Königsdynastie gelten die in die iranische Provinz „Parsa“ eingewanderten Achämeniden.


Inhaltsverzeichnis

Persische Religion

Die persische Urreligion war der Überlieferung nach ein Paradiesglaube, der seine Spuren in allen drei großen monotheistischen Weltreligionen hinterlassen hat. „Pairidaeza“ war der persische Begriff für das zauberhafte Jenseits bzw. Himmelreich, in das die Rechtgläubigen nach ihrem Tod Einlass bekommen sollten. Der persische Prophet Zarathustra bzw. Zoroaster begründete im sechsten vorchristlichen Jahrhundert in Persien eine streng patriarchalische Staatsreligion, aus der später sowohl der römische Mithrakult als auch der christliche Höllenglaube hervorgehen sollten. Die letzten Anhänger der einstigen persischen Staatsreligion leben heute – verdrängt vom Islam – als „Parsen“ in Indien. Der Parsismus ist eine dualistische Religion, die sowohl einer obersten Licht- als auch einer obersten Schattengottheit huldigt. Es ist quasi ein - sozial instabiler - Duotheismus --> Pantheon.

Persisches Achämenidenreich

Im sechsten vorchristlichen Jahrhundert gelang es dem Perserkönig Kyros II. die umliegenden Fürstentümer einschließlich Ekbatana zu einem persischen Großreich zu vereinen. Die iranischen Völker waren durch ihre Waffentechnik und durch die Kriegsverwendung von Pferden den Stadtkulturen Mesopotamiens im Kampf überlegen. Die neue patriarchalische Religion lieferte außerdem den Herrschern eine moralische Rechtfertigung für die gewaltsame Unterdrückung und Ausbeutung der Stadtbevölkerung. Herrschaftssichernde Maßnahmen der Perser waren die Steuerpflicht, ein persisches Staatsrecht, eine stabile und einheitliche Geldwährung und ein zuverlässiges Postwesen. Auch Maße und Gewichte sowie die Zeitrechnung wurden nun staatlich geregelt. Zunächst herrschte im Persischen Großreich Religionsfreiheit und damit faktisch ein national vielfältiger Polytheismus mit einer Götterhierarchie. Entscheidende Bürgertugend war daher im Persischen Reich die Treue zum persischen König. So entwickelte sich schon früh ein starkes persisches Nationalbewusstsein, dem nur die judäische Elite im Exil in Babylon durch ihre Buchreligion (= Thora) heimattreu standhielt. Schon damals bildeten die Judäer im ersten Persischen Reich eine jüdische Minderheit mit fanatischer Rückkehrabsicht (vgl.: Zionismus).


Griechisch-Persischer Krieg

An der Westgrenze des Perserreiches vereinigten sich die griechischen Stadtstaaten zu einer Verteidigungs- und Abwehrkoalition. Im Jahr 480 v. Chr. gelang es den republikanischen Griechen in der Seeschlacht bei Salamis, die Perser unter König Xerxes I. vernichtend zu schlagen. So konnten die Europäer eine weitere Ausdehnung des Perserreiches nach Westen verhindern. Diese berühmte Seeschlacht könnte aus rechtsphilosophischer Sicht als der historische „Startpfiff“ für die politische Entwicklung zur Europäischen Union betrachtet werden.

Ab dem Jahr 334 v. Chr. zog der Makedonier Alexander der Große durch das ganze Persische Großreich und eroberte es u.a. für die mit ihm befreundete griechische Nachfolgerdynastie der Seleukiden als Kriegsbeute. Die damals neu gegründete - seleukidische - Hauptstadt Antiochia liegt heute im südlichsten Teil der Türkei (= Antakya bzw. Hatay).

Die Überlegenheit der griechischen Philosophie und der Wissenschaft begrenzte zwar vereinzelt den systemisch instabilen Totalitarismus der dualistischen persischen Staatsreligion. Die Staatsgewalt über Persien hatten die Seleukiden bzw. die Griechen aber bereits im Jahr 141 v. Chr. wieder endgültig an asiatische Mächte verloren.


Vasallen-Königreich Persien in der Provinz Fars (= Parsa)

Nach dem Ende der republikanisch-griechischen Seleukiden-Herrschaft wechselten die asiatischen Fremdherrschaften über das kleine indogermanische Vasallen-Königreich Persien in Fars häufiger. Erst im Jahr 224 n. Chr. - also 365 Jahre später - gelang es dem persischen Fürsten Ardashir Papakan, den herrschenden Partherkönig Artabanos V. zu besiegen. Dieser persische Fürst gilt als der Begründer des zweiten persischen Großreiches unter der Sassaniden-Dynastie.


Persisches Sassanidenreich

Persien wurde unter den Sassaniden zwischen 224 und 635 n. Chr. zu einer straff verwalteten Reichsmonarchie, die aus einzelnen Provinzen bestand. Jede Provinz wurde von einem sassanidischen Prinzen als Fürst absolutistisch regiert. In dieser Zeit vergrößerte sich das Persische Reichsgebiet unter der neuen Königsfamilie wieder auf die einstige Größe: im Westen durch das Römische Reich und im Osten durch die indischen Fürstentümer begrenzt. Die besonderen Stärken des neupersischen Reiches waren seine gut funktionierende Bürokratie einschließlich der Bewässerungstechnik, seine mächtige Staatsreligion des Parsismus und seine hochkultivierte Web- und Knüpftradition zur Wolle- und Seidenverarbeitung. --> Seidenstraße

Muslimisches Recht

Nach der völligen Niederlage der persischen Sassaniden-Dynastie im Abwehrkampf gegen die eindringenden arabisch-muslimischen Kriegerheere in den Jahren 611 – 651 n. Chr. ging das Persische Reich als eigenständiger Staat unter. Der Staat Iran bildete sich langsam neu unter muslimischem Recht auf Basis der Heiligen Schrift des Koran. Der Parsismus wurde vom Islam als Staatsreligion langsam abgelöst.


Schiitischer Islam als Staatsreligion

Die ursprüngliche moralrechtliche Einheit des arabisch-muslimischen Reichs spaltete sich bereits kurz nach dem Tod des Religionsgründers Mohammed in zwei islamische Glaubensgruppen als neuzeitlicher Duotheismus? - in die Sunniten und die Schiiten. Die Schiiten haben eine absolutistische Rechtsauffassung vom religiösen Staat – ähnlich hielten es bei den Christen früher die Kanonisten mit ihrem Staatsrecht (vgl. Vatikanstadt).

Die Schiiten erkannten und erkennen daher die arabische Dynastie formaljuristisch nicht mehr als ihre Oberhoheit an, sondern sie warten auf den Mehdi. Diese nationale Haltung führt zwangsläufig zu innermuslimischen Konflikten und möglicherweise zu neuen Staatsbildungen bzw. Abspaltungen innerhalb der „Heiligen Arabischen Liga“ und/oder der Afrikanischen Union. Das vergleichende rechtswissenschaftliche Studium der Geschichte der Europäischen Aufklärung könnte friedenstiftend sein.

Iranische Revolution

Am 31.10.1925 setzte die iranische Nationalversammlung, die sich nach britischem Vorbild innerhalb der persischen Monarchie des „Schah von Persien“ in den Jahren 1906/07 gebildet hatte, den bisherigen Monarchen aus der ungeliebten Kadscharen-Dynastie ab.

Am 12.12.1925 bestieg der persische Kriegsminister als Schah Resa Pahlawi den persischen Thron und begründete damit eine neue national-persische Dynastie als Übergangsphase in einer konstitutionellen Monarchie. Im Jahr 1935 wurde der Staat Persien in Iran umbenannt, was in der altpersischen SpracheLand der Arier“ bedeutet.

Im Jahr 1951 verstaatlichte der Iran die Erdölförderung und die Anlagen der Anglo-Iranian Oil Company. Sozialistische Bodenreformen erfolgten ab 1962. In den Jahren 1978/79 errichtete der Iran seine bis heute bestehende muslimische Theokratie und schickte den Schah ins Exil nach Ägypten.

Irakisch-Iranischer Krieg

Im Jahr 1980 entfesselte der irakische Staatspräsident Saddam Hussein einen blutigen Nachbarschaftskrieg gegen den Iran, der erst 1988 beendet werden konnte. Im Jahr darauf – 1989 - starb der hochverehrte Revolutionsführer und das geistliche Oberhaupt des Iran Ajatollah Khomeini.

In Deutschland fiel die innerdeutsche Mauer 1989 auf friedlichem Weg. --> Deutsche Wiedervereinigung


Moderner Iran

Die iranische Gesellschaft steckt mitten in einem politischen Auf- und Umbruch. Dies haben die Parlamentswahlen im Jahr 2009 deutlich gezeigt. Wohin der Weg des iranischen Volkes führen wird, das kann heute sicherlich noch niemand mit Gewissheit sagen.


Siehe auch

Ir flag.png Den Begriff Rechtsgeschichte im Iranischem juristischen Web finden

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