Willkommen auf JurisPedia! Sie sind dazu eingeladen, ein Benutzerkonto einzurichten und zu teilzunehmen. Sie dürfen dafür neue Beiträge schreiben oder bearbeiten, oder die Suchemaschine im Recht Ihres Landes verbessern. Nutzer sollten die Lizenzbestimmungen lesen.
Es gibt zur Zeit 14.972 in ständiger Konstruktion …

Rechtsgeschichte (in)

aus jurispedia, das gemainsame Recht
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Beitrag ist ein Entwurf betreffend das indisches Recht. Ihr könnt Eure juristischen Kenntnisse durch Bearbeitung mitteilen. Ihr könnt auch die Suchemaschine benutzen…
Suche im indischen Recht In flag.png
Google Custom Search

Indien > Rechtsgeschichte
In flag.png


Indien ist eines der ersten vier (4) Vielvölker-Großreiche der Menschheit (vgl. Ägypten, China, Persien). Die steinzeitliche Stadtkultur am Fluss Indus wurde durch die nomadischen Einwanderer aus dem Norden, durch die sogenannten Arier, abgelöst bzw. erobert.

Alte indische Schriften, die „Vedas“ bzw. „Veden“, überlieferten die vom indischen Stadtvolk ohnmächtig erlebte Überlegenheit der arischen „Götter“. Die Arier waren Rinder- und Pferdezüchter und übernahmen von den unterworfenen Ureinwohnern deren städtische Kulturtechniken. Ihre „heilige“ Sprache war das „Sanskrit“, dessen Worte und Begriffe v.a. die griechische und lateinische Sprache beeinflusst haben. So ist über die Jahrtausende die indogermanische Sprachenfamilie in Europa entstanden. Als Stammland der Arier wird das Swat-Tal in Afghanistan und Pakistan betrachtet.


Inhaltsverzeichnis

Erstes indisches Kaiserreich

Die erste stammesverbindende indische Monarchie bildete sich unter dem Zeitgenossen Alexander’s des Großen, dem Inder Chandragupta Maurya. Dieser eroberte im Jahr 303 v. Chr. von Alexander’s griechischem Nachfolger Seleukos Nikator die griechische Provinz „Transindus“ zurück (heute: Afghanistan u.a.). Als erster Kaiser Indiens kann der Enkel Chandraguptas gelten, der als Aschoka in die Weltgeschichte einging, weil er das Indische Reich bis zum Jahr 232 v. Chr. zu seiner bis dahin größten Ausdehnung erweiterte und erhielt. Die hinduistischen Brahmanen (= Priester des Hinduismus) wurden damals zur mächtigsten Kaste (= oberste Gesellschaftsklasse, religiöse Elite) Indiens erhoben. Im Jahr 260 v. Chr. konvertierte Aschoka jedoch zum Buddhismus und gab seine Eroberungspolitik freiwillig auf. Nach seinem Tod im Jahr 232 v. Chr. fiel das erste Kaiserreich Indiens wieder auseinander. Es bildeten sich erneut viele kleinere Fürstentümer, die sich voneinander abgrenzten und häufig gegeneinander Krieg führten. Obwohl Gautama Buddha ein indischer Religionsgründer und Königsohn des fünften vorchristlichen Jahrhunderts gewesen war, blieb der Hinduismus mit seinem Kastenwesen bis heute in Indien die vorherrschende Religion.


Muslimisches Recht

Durch muslimische Einwanderungs- und Eroberungswellen kam es in Indien – genau wie in Europa – seit dem 8. Jahrhundert nach Christus zu religiös-politischen Unruhen. Da es aber in Indien keinen Kaiser gab, konnten sich die neuen Machthaber im Reich der Inder niederlassen. Um die Hauptstadt Delhi entstand vom 13. – 16. Jahrhundert ein muslimisches Sultanat, durch das der indische Baustil regional sehr stark geprägt wurde. Von 1526 – 1761 herrschten muslimische Moguln, u.a. Akbar der Große, aus Afghanistan stammend in Indien. Das bekannteste Baukunstwerk aus dieser Fremdherrschaftszeit - aus Liebe zu einer Frau gebaut - ist das Taj Mahal bei Agra im Bundesstaat Uttar Pradesh. Es ist heute Weltkulturerbe durch juristische Anerkennung der UNESCO.


Kolonialismus

Im 17. Jahrhundert verstärkten Europäer ihre nationalen Handelsbeziehungen mit indischen Fürstenhäusern. Die mächtige Institution der Niederländischen Ostindischen Kompanie (gegründet 1602) erwarb „völkervertraglich“ Handelsstützpunkte an strategisch günstigen Orten u.a. auch in Indien. Die Englische Ostindische Kompanie (gegründet 1600) hatte eigene Stützpunkte in Madras, Bombay und Kalkutta. Auch Frankreich und Portugal versuchten im europäischen Wettlauf beim Handel mit Indien erfolgreich mitzuspielen. Aus dem indischen Kolonialkrieg zwischen Großbritannien und Frankreich in den Jahren 1744 – 1763 ging das Vereinigte Königreich als Sieger- und Weltmacht hervor. Das Britische Parlament unterstellte durch den „Regulating Act“ von 1773 und die „East Indian Bill“ von 1784 die indischen Territorien der parlamentarischen Aufsicht. Schließlich akzeptierten die meisten indischen Fürsten – auch der Mogul – notgedrungen die britische Oberherrschaft im Jahr 1803.


Zweites „Indisches“ Kaiserreich

Die Britische Kolonie Indien wurde im Sinne des europäischen Humanismus rechtlich reformiert. Die neue indische Elite erhielt eine westliche Bildung, die seit 1835 auch noch staatlich und finanziell gefördert wurde. Königin Victoria I. von England (1819 – 1901) galt offiziell als Kaiserin von Indien. Im Jahr 1885 wurde unter ihr als Schutzherrin der Indische Nationalkongress gegründet. Der fremden Kaiserin aus England verdankt Indien also seine nationale Wiedervereinigung nach mehr als zweitausend Jahren.


Indische Revolution

Aus der politischen Organisation des Indischen Nationalkongresses gingen revolutionäre Parteien hervor, die die britische Kolonialherrschaft wieder abschütteln wollten. Nach dem Tod von Kaiserin Victoria I. im Jahr 1901 war die Revolution in Indien nicht mehr aufzuhalten.


Gandhi’s gewaltloser Widerstand

Von 1920 – 1922 kam es zu ersten gesamtindischen Arbeiter- und Bauernaufständen über die Religionsgrenzen hinweg. Die „Bewegung des bürgerlichen Ungehorsams“ unter der Führung von Mohandas Karamchand Gandhi (1869 – 1948) schaffte es in den Jahren von 1930 bis 1934 - nach Unterzeichnung des Vertrages über die Ächtung des Krieges durch den Indischen Kaiser -, dass die Briten eine neue Verfassung für Indien erließen. Nun wurden die Inder zunehmend an der Regierung ihres Staates beteiligt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss die Britische Regierung aus Vernunft, die föderale Indische Union und das neu gebildete muslimische Pakistan als zwei Staaten mit unterschiedlichen Staatsrechten in die Unabhängigkeit zu entlassen. Das Land Kaschmir leidet seitdem an Grenzverwirrungen. Die beiden staatsrechtlichen Unabhängigkeitserklärungen durch Großbritannien erfolgten am 15.08.1947. Am 30. Januar 1948 wurde Mahatma Gandhi von einem hinduistischen Fanatiker erschossen, weil das traditionsreiche Kastenwesen durch die neue Indische Verfassung rechtlich abgeschafft wurde.


Republik Indien

Indien ist heute der größte Bundesstaat der Erde - am Staatsvolk gemessen. Feudale Strukturen einzelner regionaler Fürstentümer haben sich jedoch wegen der starken religiösen Traditionen (z.B. Ashrams) gewohnheitsrechtlich erhalten. Dies ist Sprengstoff für die Zukunft Indiens. Der Staat ist faktisch immer noch ein Ständestaat mit mehreren Gesellschaftsklassen, den religiös begründeten Kasten. Die indische Demokratie dürfte es daher sehr schwer haben, den real existierenden Ständestaat langsam über eine Verbesserung der Bildung und der rechtlichen Stellung von Mädchen und Frauen im Gedenken an den nationalen Rechtsreformer Gandhi friedlich in einen Rechtsstaat zu verwandeln.


Siehe auch

In flag.png Den Begriff Rechtsgeschichte im indischen juristischen Web finden
In flag.png Den Begriff "history of law" OR "legal history" im indischen juristischen Web finden

In anderen Sprachen