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Rechtsgeschichte (eg)

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Ägypten > Rechtsgeschichte
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Die ägyptische Göttin „Maat“ stellte die mythische Urform der römischen „Iustitia“ dar, die dem Recht als Göttin der Gerechtigkeit seinen lateinischen Namen gegeben hat. Das Symbol der „Maat“ war die Feder – nicht die Waage und das Schwert wie bei „Iustitia“ (oder beim christlichen Erzengel Michael). Als Hieroglyphe, d.h. als ägyptisches Schriftsymbol, hatte die Feder die Bedeutung des deutschen Wortes Wahrheit. Im Altägyptischen Reich hatte das Recht demnach etwas mit Wahrheit zu tun.

Viele der altägyptischen Moralrechtsvorstellungen sind heute noch – z.B. als Altes Testament der Bibel – als Religionsrecht für Gläubige weltweit aktuell. Das Ägyptische Reich war das früheste der vier ersten Vielvölker-Großreiche der Menschheit (vgl. China, Indien, Persien). Wahrscheinlich war die frühe Staatsreife der durch die Wüste geschützten Lage im langgestreckten Niltal zu verdanken. So war das Reich von seinen Bewohnern für Jahrhunderte gut nach außen zu verteidigen.


Inhaltsverzeichnis

Altägyptisches Reich

Bereits im dritten vorchristlichen Jahrtausend vereinigte König Menes die Siedlungen Ober- und Unterägyptens zu einer Monarchie unter der Regierung des Pharao. In dieser politisch fruchtbaren Zeit entwickelten die vereinigten ägyptischen Stämme ihre Hieroglyphenschrift zur „amtlichen“ Verständigung. Die gigantischen Pyramidenbauten, die heute noch zu bestaunen sind, stammen ebenfalls aus dieser frühesten Monarchie der Menschheit. Im zweiten vorchristlichen Jahrtausend begann das Ägyptische Reich mit der Unterwerfung von Kolonien im Mittelmeerraum. Durch die Eroberung von Palästina und Syrien entstand ein kriegerischer Konflikt mit dem Hethiterreich in Kleinasien (heute: Türkei), der jedoch durch eine dynastische Hochzeit (= Ehevertrag) beigelegt werden konnte.

Im ersten vorchristlichen Jahrtausend kam es zur ersten anerkannten Fremdherrschaft einer libyschen Dynastie in Ägypten. Von nun an wechselten die Monarchen Ägyptens zwischen Äthiopiern, Persern, Griechen und Makedoniern ab. Nur selten kamen noch Ägypter auf den ägyptischen Thron. Schließlich wurde Ägypten zu einer Provinz des Römischen Reiches.


Ägypten als Teil des Römischen Reiches

Im Jahr 31 v. Chr. gelang es dem römischen Feldherrn Gajus Octavius in der Schlacht bei Actium die letzte regierende Königin von Ägypten, Kleopatra VII., und seinen politischen Rivalen Marcus Antonius zu besiegen und auszuschalten. Im Jahr 30 v. Chr. eroberte er die Stadt Alexandria und gliederte ganz Ägypten als Provinz in das Griechisch-Römische Reich ein. Er nannte sich nun Augustus Caesar und wurde der erste Römische Kaiser – ein Titel, der semantisch auf den Familiennamen seines Großonkels und Adoptivvaters Gajus Julius Caesar zurückzuführen ist. Caesar hatte als Konsul der Römischen Republik die erste römisch-rechtlicheErbdynastie“ dadurch begründet, dass er seinen Nachfolger durch das Adoptionsrecht selbst „absolutistisch“ bestimmt hatte. Und Augustus hatte diese einmalige Chance zur legitimen Herrschaft über das neu gebildete Römische Kaiserreich um das Mittelmeer herum selbstherrlich ergriffen – er wurde zum neuen „Gottkaiser“ (früher: Pharao).


Muslimisches Recht

Im Jahr 643 n. Chr. besetzten muslimische Araber im Namen ihres Gottes „Allah“ die ägyptische Stadt Alexandria. Das Römische Reich konnte dem fanatischen Rückeroberungswillen der neuen Religion zunächst nichts entgegensetzen. Der Jahrhunderte dauernde Kampf um die Reichsprovinzen zwischen Christen und Moslems hatte begonnen. Kairo erwuchs im 10. Jahrhundert zur neuen ägyptischen „Reichshauptstadt“ eines muslimischen Kalifats (= Fürstentum) von wechselnden arabischen Dynastien. Das einigende Band zwischen den eigenständigen regionalen Kalifen bildeten die arabische Sprache und die arabische Schrift auf der Basis des Korans, des dritten anerkannt Heiligen Buches der Menschheit.


Christliche Kreuzzüge zur Befreiung des Heiligen Landes

Als die Hauptstadt Byzanz bzw. Konstantinopel bereits zu geschwächt war, um dem feindlichen Ansturm auf Europa aus dem Osten länger standhalten zu können, forderte der Römische Papst die europäische Christenheit zu den sogenannten Kreuzzügen, d.h. zu religiösen Befreiungskriegen auf (= Heiliger Krieg). Zwischen den Jahren 1096 und 1270 n. Chr., also fast zweihundert Jahre lang, versuchten christliche Kreuzritter und ihre Anhänger offiziell im Auftrag des Papstes das Heimatland von Jesus von Nazareth zurückzuerobern. Die Eroberungsgier der fanatischen Kreuzritter vereitelte jedoch die päpstliche Rettungsabsicht. Im Gegenteil: die um ihren versprochenen Sold betrogenen Krieger plünderten im Jahr 1204 Konstantinopel selbst – ein christliches „Eigentor“, das das Lateinische Kaiserreich stärkte.

Der fünfte (1218 – 1221) und der siebte (1248 – 1254) Kreuzzug führte die christlichen Heere über den Seeweg auch nach Ägypten. Sie schufen Anlass für neue muslimische Koalitionen.


Osmanisches Reich

Die Schwächung des Byzantinischen Reiches und der muslimischen Kalifate am Mittelmeer hatte zur Folge, dass es einem türkischen Fürstentum aus Westanatolien unter Osman I. und seinen Nachfolgern ab dem Jahr 1281 n. Chr. gelang, viele der muslimischen Fürstentümer und auch christianisierte Länder in einer türkisch-muslimischen Monarchie gegen die Christenheit zu vereinigen.

Das bis dahin weitgehend unabhängige Mameluken-Reich in und um Ägypten wurde von Selim I. im Krieg von 1516 – 1517 erobert und seinem Osmanischen Reich eingegliedert. Dieses neue Großreich konnte sich gegen die europäische Christenheit – trotz vieler Gebietsverluste – bis zum Jahr 1923 staatsrechtlich behaupten. Ägypten wurde jedoch nach der Invasion von Napoleon Bonaparte im Jahr 1798 und nach der Intervention Großbritanniens zwischen 1805 und 1882 vorübergehend eine unabhängige ägyptische Monarchie bzw. erbliche Statthalterschaft mit Osmanischer und Britischer Doppelgenehmigung.


Ende der ägyptischen Monarchie

Die Erfinder des Kaisertums beendeten ihre Monarchie im Jahr 1952 selbst durch einen Militärputsch. Der letzte ägyptische König war Farouk I. (1920 – 1965), der seine letzten Lebensjahre im Exil in Italien verbrachte. Farouk I. hatte die Thronfolge seines Vaters Fouad I. im Jahr 1937 angetreten, als in Italien und im Deutschen Reich der Faschismus herrschte. Der ägyptische König sympathisierte mit diesen Mächten, weil sie die englische Kolonialmacht bekämpften: gemeinsame Feinde schaffen auch (Zweck-)Bündnisse, nicht nur Freundschaften


Britische Besatzung und Protektorat

Im Jahr 1881, zwei Jahre nach dem Staatsbankrott von Ägypten, besetzten die Briten das Land, um den Seeweg nach Indien durch den Suezkanal weiterhin sichern zu können. Der Suezkanal war von 1859 – 1869 als privates Gemeinschaftsprojekt von Briten, Franzosen, Ägyptern und Amerikanern gebaut worden. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Ägypten im Jahr 1914 offiziell zum Britischen Protektorat erklärt. Die Osmanen verloren dadurch ihre formale politische Stellung als muslimische Herrschermacht. Von der türkischen Herrschaft befreit, entzündete sich nun religiös-nationaler Widerstand gegen die christlichen Kolonialherren in Ägypten.


Ägyptische Revolution

Im Jahr 1919 organisierte die ägyptische Wafd-Partei einen ersten nationalen Aufstand gegen Großbritannien als Kolonialmacht. Am 26.08.1936 wurde die ägyptische Unabhängigkeit als Staat im englisch-ägyptischen Vertrag von London völkerrechtlich vereinbart. Die militärische Kontrolle und die Verwaltung des Suezkanals sollten jedoch zunächst britische Staatsprivilegien bleiben. Im Jahr 1948 endete vertragsgemäß der Protektoratsanspruch Großbritanniens gegenüber Ägypten. Am 18.06.1953 wurde die Ägyptische Republik ausgerufen. Jahrtausende der Fremdherrschaft waren dadurch beendet worden. Am 01.02.1958 schlossen sich Ägypten und Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen.


Ägyptische Staatssouveränität

Im Juli 1956 verstaatlichte der sozialistische ägyptische Staatspräsident Gamal Abd el Nasser die private Suezgesellschaft nach einseitiger Vertragskündigung. Daraufhin versuchten die Staaten Israel, Großbritannien und Frankreich durch einen gemeinsamen Krieg gegen Ägypten, die mögliche Blockade des Kanals nach der staatlichen Enteignung zu verhindern. Am 07.11.1956 wurde auf Druck der Sowjetunion und der Vereinten Nationen ein Waffenstillstand erreicht. Im Juni 1967 brach erneut ein kurzer israelisch-arabischer Krieg aus, durch den sich Ägypten vorübergehend aus dem Gebiet östlich des Suezkanals militärisch zurückziehen musste. Der internationale Konflikt konnte juristisch bis heute noch nicht endgültig bereinigt werden. Anlass des Konflikts war zu Beginn die Eigentumsfrage bezüglich des Suezkanals als sprudelnde Einnahmequelle für Transitgebühren. Heute geht es wohl eher um unterschiedliche nationale Rechtsauffassungen bezüglich des Eigentumsbegriffs in allgemeinem, d.h. rechtsphilosophischem Sinn.


Panarabismus

Der Beginn der politischen Bewegung des Panarabismus kann in der natürlichen Person des Gamal Abd el Nasser erkannt werden.


Siehe auch

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