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Rechtsgeschichte (bg)

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Die Verhandlungen auf dem [[Berliner Kongress]] 1878 konnten Bulgariens [[Staatssouveränität]] noch nicht [[Völkerrecht (int)|völkerrechtlich]] klären. Deshalb verabschiedete die verfassunggebende bulgarische Versammlung 1879 in Veliko Tarnovo ihre liberalkonservative [[Verfassungsrecht (bg)|Verfassung]] und wählte den deutschstämmigen Prinzen Alexander von Battenberg, den Neffen der russischen Zarin, zum ersten bulgarischen [[Monarchie|Monarchen]]. Doch [[Russland]] erzwang dessen Abdankung im Jahr 1886.
 
Die Verhandlungen auf dem [[Berliner Kongress]] 1878 konnten Bulgariens [[Staatssouveränität]] noch nicht [[Völkerrecht (int)|völkerrechtlich]] klären. Deshalb verabschiedete die verfassunggebende bulgarische Versammlung 1879 in Veliko Tarnovo ihre liberalkonservative [[Verfassungsrecht (bg)|Verfassung]] und wählte den deutschstämmigen Prinzen Alexander von Battenberg, den Neffen der russischen Zarin, zum ersten bulgarischen [[Monarchie|Monarchen]]. Doch [[Russland]] erzwang dessen Abdankung im Jahr 1886.
  
Im Jahr 1887 wurde daher Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha zum Monarchen von Bulgarien gewählt. Im Jahr 1908 erklärte Ferdinand selbstbewusst den anderen Beteiligten die [[Staatssouveränität]] Bulgariens und nannte sich nun „Zar der Bulgaren“. Es kam zu den Balkankriegen von 1912 und 1913. Im Ersten Weltkrieg kämpfte Bulgarien auf der Seite des [[Deutsches Reich (de)|Deutschen Reiches]] und [[Österreich]]-[[Ungarn]]s. Nach der gemeinsamen Kapitulation 1918 bestimmten die Siegermächte über das zukünftige [[Staatsgebiet]] Bulgariens. So kam es auch in Bulgarien zu einem Putsch der Bulgarischen Kommunistischen Partei (BKP) und zur Ermordung des regierenden Alexander Stambolijski. Die wechselnden [[Regierung (bg)|Regierungen Bulgariens]] sahen sich damals ähnlichen Problemen gegenüber wie die [[Regierung (de)|deutschen Regierungen]] in der [[Weimarer Republik (de)|Weimarer Republik]].
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Im Jahr 1887 wurde daher Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha zum Monarchen von Bulgarien gewählt. Im Jahr 1908 erklärte Ferdinand selbstbewusst den anderen Beteiligten die [[Staatssouveränität]] Bulgariens und nannte sich nun „Zar der Bulgaren“. Es kam zu den Balkankriegen von 1912 und 1913. Im Ersten Weltkrieg kämpfte Bulgarien auf der Seite des [[Deutsches Reich (de)|Deutschen Reiches]] und [[Österreich]]-[[Ungarn]]s. Nach der gemeinsamen Kapitulation 1918 bestimmten die Siegermächte über das zukünftige [[Staatsgebiet]] Bulgariens. So kam es auch in Bulgarien zu einem [[Militärputsch|Putsch]] der Bulgarischen Kommunistischen Partei (BKP) und zur Ermordung des regierenden Alexander Stambolijski. Die wechselnden [[Regierung (bg)|Regierungen Bulgariens]] sahen sich damals ähnlichen Problemen gegenüber wie die [[Regierung (de)|deutschen Regierungen]] in der [[Weimarer Republik (de)|Weimarer Republik]].
  
 
Auch im Zweiten Weltkrieg trat Bulgarien wieder dem [[Dreimächtepakt (int)|Mittebündnis zwischen Deutschland und Italien]] bei. Ab 1941 bestimmten zunehmen die [[Faschismus|Faschisten]] das politische Geschehen. Zar Boris III. weigerte sich jedoch, die bulgarischen Juden in die [[Konzentrationslager]] auszuliefern. Er starb 1943 unter ungeklärten Umständen. Ab September 1944 befreite die [[Rote Armee (ru)|Rote Armee]] Bulgarien von der faschistischen Irrlehre. So kam es ab 1946 auch in Bulgarien zur „Volksdemokratie“. Während der langen Regierungszeit des kommunistischen Parteiführers Todor Schivkov (1962 – 1989) herrschte in Bulgarien eine starre [[Planwirtschaft]]. Nach der [[Wiedervereinigung (de)|deutschen Wiedervereinigung]] wurde Todor Schivkov auf einer Sitzung des Zentralkomitees der KP gestürzt. Die [[Kommunismus|bulgarische Einheitspartei]] wandelte sich langsam in die Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) – [[Rechtsvergleichung|vergleichbar]] mit „Der Linken“ in Deutschland.
 
Auch im Zweiten Weltkrieg trat Bulgarien wieder dem [[Dreimächtepakt (int)|Mittebündnis zwischen Deutschland und Italien]] bei. Ab 1941 bestimmten zunehmen die [[Faschismus|Faschisten]] das politische Geschehen. Zar Boris III. weigerte sich jedoch, die bulgarischen Juden in die [[Konzentrationslager]] auszuliefern. Er starb 1943 unter ungeklärten Umständen. Ab September 1944 befreite die [[Rote Armee (ru)|Rote Armee]] Bulgarien von der faschistischen Irrlehre. So kam es ab 1946 auch in Bulgarien zur „Volksdemokratie“. Während der langen Regierungszeit des kommunistischen Parteiführers Todor Schivkov (1962 – 1989) herrschte in Bulgarien eine starre [[Planwirtschaft]]. Nach der [[Wiedervereinigung (de)|deutschen Wiedervereinigung]] wurde Todor Schivkov auf einer Sitzung des Zentralkomitees der KP gestürzt. Die [[Kommunismus|bulgarische Einheitspartei]] wandelte sich langsam in die Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) – [[Rechtsvergleichung|vergleichbar]] mit „Der Linken“ in Deutschland.

Version vom 29. Juni 2020, 11:01 Uhr

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Bulgarien > Rechtsgeschichte
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Der bäuerliche Volksstamm der Bulgaren ist aus dem russischen Gebiet um die untere Wolga seit dem 6. Jahrhundert nach Christus in das osteuropäische Stammesgebiet der dezentral organisierten indogermanischen Thraker, d.h. in die einstige Römische Provinz „Thracia“ eingewandert. Beide Kulturen vermischten sich unter dem religiösen Einfluss der Griechisch-Orthodoxen Kirche im Abwehrkampf gegen den Islam der Turkvölker. Das erste Bulgarische Reich wurde schon im Jahr 681 n. Chr. vom bulgarischen Stammesführer Asparuch nach einer siegreichen Schlacht gegen den byzantinischen Kaiser Konstantin IV. gegründet. Asparuch regierte noch als „Khan“ bis zu seinem Tod im Jahr 702. Einer seiner Rechtsnachfolger führte dann im Jahr 865 das orthodoxe Christentum als Staatsreligion ein. Nun nannten sich die bulgarischen Herrscher „Zar“. Die beiden Mönche Kliment und Naum, beides Schüler der Schriftentwickler Kyrill und Method, gründeten in Bulgarien Schulen zur Verbreitung der slawischen Schrift und Sprache. Deshalb konnte sich die heutige Amtssprache von Bulgarien allmählich als eigenständige slawische Sprache entwickeln und durchsetzen.


Reichsvisionen

Das erste Bulgarische Reich endete im Jahr 1018, als das Stammesgebiet der „Bulgaren“ in das Byzantinische Reich eingegliedert wurde. Das zweite Bulgarische Reich konnte zwischen 1185 und 1393 für etwa zweihundert Jahre seine nationale Unabhängigkeit erneut verteidigen. Dann gliederte der osmanische Sultan das Land in sein Osmanisches Reich ein. Diese Fremdherrschaft des Islam über das orthodoxe Christentum bulgarischer Nation dauerte sehr lange. Erst der russisch-türkische Krieg von 1877/1878 brachte für Bulgarien erneut seine Unabhängigkeit – aber wieder nur vorübergehend.


Deutsche Visionen

Die Verhandlungen auf dem Berliner Kongress 1878 konnten Bulgariens Staatssouveränität noch nicht völkerrechtlich klären. Deshalb verabschiedete die verfassunggebende bulgarische Versammlung 1879 in Veliko Tarnovo ihre liberalkonservative Verfassung und wählte den deutschstämmigen Prinzen Alexander von Battenberg, den Neffen der russischen Zarin, zum ersten bulgarischen Monarchen. Doch Russland erzwang dessen Abdankung im Jahr 1886.

Im Jahr 1887 wurde daher Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha zum Monarchen von Bulgarien gewählt. Im Jahr 1908 erklärte Ferdinand selbstbewusst den anderen Beteiligten die Staatssouveränität Bulgariens und nannte sich nun „Zar der Bulgaren“. Es kam zu den Balkankriegen von 1912 und 1913. Im Ersten Weltkrieg kämpfte Bulgarien auf der Seite des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarns. Nach der gemeinsamen Kapitulation 1918 bestimmten die Siegermächte über das zukünftige Staatsgebiet Bulgariens. So kam es auch in Bulgarien zu einem Putsch der Bulgarischen Kommunistischen Partei (BKP) und zur Ermordung des regierenden Alexander Stambolijski. Die wechselnden Regierungen Bulgariens sahen sich damals ähnlichen Problemen gegenüber wie die deutschen Regierungen in der Weimarer Republik.

Auch im Zweiten Weltkrieg trat Bulgarien wieder dem Mittebündnis zwischen Deutschland und Italien bei. Ab 1941 bestimmten zunehmen die Faschisten das politische Geschehen. Zar Boris III. weigerte sich jedoch, die bulgarischen Juden in die Konzentrationslager auszuliefern. Er starb 1943 unter ungeklärten Umständen. Ab September 1944 befreite die Rote Armee Bulgarien von der faschistischen Irrlehre. So kam es ab 1946 auch in Bulgarien zur „Volksdemokratie“. Während der langen Regierungszeit des kommunistischen Parteiführers Todor Schivkov (1962 – 1989) herrschte in Bulgarien eine starre Planwirtschaft. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde Todor Schivkov auf einer Sitzung des Zentralkomitees der KP gestürzt. Die bulgarische Einheitspartei wandelte sich langsam in die Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) – vergleichbar mit „Der Linken“ in Deutschland.


Siehe auch

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