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Rechtsgeschichte (be)

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Belgien > Rechtsgeschichte
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Das Land um die heutige Hauptstadt Brüssel hieß während der Blütezeit des ersten Frankenreichs (ca. 481 – 741 n. Chr.) in lateinischer SpracheBrabantum’. Es handelt sich bei diesem Land um eines der vielen alten keltischen Siedlungsgebiete, die damals unter die christlich-fränkische Herrschaft genommen wurden.

Kaiser Ludwig I., der Fromme (778 – 840 n. Chr.) teilte das Frankenreich durch sein kaiserliches Erbgesetz unter seinen - von zwei Ehefrauen geborenen - vier Söhnen auf. Die Machtverteilung blieb jedoch streitig und führte zum Bruderkampf und am Ende zur bleibenden Spaltung des Römischen Reiches. Es bildeten sich über die folgenden Jahrhunderte die zwei „Brudernationen“ der Franken und der Deutschen.

Das Land Brabant lag genau an der Grenze zwischen Westfranken und Mittelfranken (später Ostfranken). Es wurde während der Herrschaft des Sachsenkaisers Otto I., des Großen (912 – 973 n. Chr.), ein „Bundesland“ des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Während der Herrschaft des Schwabenkaisers Friedrich I. Barbarossa (1122 – 1190 n. Chr.) zur Zeit der Kreuzzüge wurde Brabant zum Herzogtum erhoben. Im Jahr 1356 n. Chr. gab der Herzog seinem „Staat“ eine landständische Verfassung. Der ‚Gliedstaat’ verlor jedoch seine Unabhängigkeit im Jahr 1435 wieder an die Herrschaft von Burgund.

Nach der Niederlage des burgundischen Herzogs Karl des Kühnen in der Schlacht von Nancy am 5. Januar 1477 wurde Brabant von den Siegern Frankreich und Deutschland den Habsburgern als Lehen zugesprochen. Der feudalistische Eigentumswechsel wurde durch Heirat mit der burgundischen Erbtochter ‚juristisch’ - durch Zwangsheirat - geregelt. Der lange andauernde, aber schließlich erfolgreiche Unabhängigkeitskampf der freiheitsliebenden Niederländer gegen die fundamentalistische Römisch-deutsche Reichsdynastie spaltete Brabant ab 1609 dauerhaft in Nordbrabant (gehörte zur protestantischen Republik Niederlande) und die heute belgische Provinz mit der Hauptstadt Brüssel.

Das eine Brabant arbeitet heute „systolisch“, das andere Brabant arbeitet „diastolisch“ innerhalb der demokratischen europäischen Rechtsbeziehungen. Hin und wieder kehren sich die Funktionsrichtungen wohl auch um ...


Siehe auch

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