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Rechtfertigungsgrund (fr)

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Folgende geltenden Rechtfertigungsgründe machen potentiell strafbare Handlungen in Frankreich straffrei:


Inhaltsverzeichnis

Rechtsphilosophische Betrachtung

Kann es im Rechtsstaat für einen durch Heimtücke qualifizierten Mord einen Rechtfertigungsgrund geben? Diese Frage soll am Beispiel des biblischen Buches „Judit“ für das moderne Strafrecht beantwortet werden. Der Rechtsfall der Witwe Judit Simeon Israel wurde uns aus der Zeit der Kriege gegen das antike Assyrische Reich im 7. Jahrhundert vor Christus überliefert. Im Jahr 1842 begannen die Franzosen in Mesopotamien mit archäologischen Ausgrabungen. Seit dieser Zeit können geschichtliche Wahrheiten in den biblischen Textüberlieferungen – durch materielle Belege - wissenschaftlich entdeckt werden. Die Europäische Aufklärung setzte sich endlich durch.


Rechtshistorische und religionsphilosophische Betrachtungen

Das Assyrische Reich wurde vom militärischen Anführer und späteren König der Assyrer Sargon II. zwischen 722 – 705 v. Chr. kriegerisch errichtet. Im Jahr 722 v. Chr. hatte dieser Kriegsherr die Hauptstadt Samaria und damit das nordisraelische Königreich erobert und seiner Schutzgeldherrschaft unterworfen. So kam es durch Tributzahlungen zur verstärkten Völker- und Weisheitsdurchmischung zwischen den orientalischen Stadtstaaten. Einer der dynastischen Nachfolger Sargons II., der assyrische König Assurbanipal (ca. 693 – 626 v. Chr.) begründete die unter Archäologen bekannte Bibliothek von Ninive an seinem Regierungssitz. Wir verdanken diesem keilschriftlichen Sammelwerk u.a. die Überlieferung des Gilgamesch-Epos, das über 4000 Jahre alt ist.

Die monotheistischen Judäer in Jerusalem strebten getreu ihrer Religion nach der brüderlichen Befreiung und baldigen Wiedervereinigung mit Nordisrael. Sie verbündeten sich deshalb mit Feinden Ninives in Babylon und Medien und rebellierten gegen den Alleinherrschaftsanspruch der Assyrer. Im biblischen Buch „Judit“ wurden diese historischen Ereignisse der Nachwelt überliefert.

Der militärische Oberbefehlshaber der Assyrer hieß damals – gemäß der Bibel – Holofernes. Er war von seinem Gottkönig mit der Sicherung des Großreiches und der Unterwerfung der Rebellen beauftragt. Diesen Befehl führte er gemäß der Bibel diktatorisch aus. Viele Stadtstaaten ergaben sich freiwillig der militärischen Übermacht und mussten (nur) die Zerstörung und Plünderung ihrer Kultplätze ertragen. Keinen anderen männlichen Göttern sollte neben dem Gottkönig des Assyrischen Großreiches gehuldigt werden ...

Die Witwe Judit war Mitglied des Stammes „Simeon Israel“. Sie wohnte in der Stadt Betulia, die wegen ihres rebellischen Widerstandes von Holofernes‘ Heer belagert wurde. Judit war gemäß der Überlieferung immer noch eine schöne Frau, außerdem klug und wohlhabend. Ihr Leben in Wohlstand wurde faktisch durch die Assyrer bedroht und so nahm sie aktiven Einfluss auf die Kriegsratsversammlung. Sie ermahnte die Stadtältesten zur absoluten Gottestreue und zum Glauben an den monotheistischen Gott, damit dieser seinem auserwählten Volk gnädig sein könnte. Danach bot sie sich auch dem Belagerer Holofernes vor den Stadttoren als Sklavin und ortskundige, prophetische Beraterin an. Sie verhielt sich auch im Heereslager weiterhin gottesfürchtig und keusch und gewann auf diese Weise Holofernes‘ Vertrauen und Leidenschaft. Als der Kriegsherr bei einem gemeinsamen Gastmahl durch übermäßigen Weingenuss einschlief, schlug Judit ihm heimtückisch mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab und kehrte unversehrt nach Betulia zurück.

Zum Beweis des Sieges Gottes übergab sie den Kopf des getöteten feindlichen Kriegshelden ihren Stadtältesten. Auf diese Weise machte sie sich selbst zu einem weiblichen Werkzeug in der Hand Gottes (= Gottesgnadentum). Die Judäer erkannten diesen individuellen Anspruch Judits auch an, wie das Talmudische Recht und die Bibel es übereinstimmend belegen. Den Mord hatte ja keiner beobachtet.

Diese Mordtat einer verzweifelten und mutigen Frau hatte zwar eine Schlacht verhindert, jedoch erfolgte die verheerende Rache gegen Israel im Jahr 597 v. Chr., als König Nebukadnezar II. das Judäische Reich und seine Hauptstadt Jerusalem eroberte und die Priesterkönigselite ins Exil nach Babylon entführte (= „Babylonische Gefangenschaft“).


Moderne Gesetzesinterpretation

Das moderne Strafrecht kann derartige Einzeltaten wie die von Judit Simeon Israel nicht mehr rechtfertigen. Vielmehr würde heute eine so hinterlistige Tat innerhalb des fremden bzw. fremd empfundenen Rechtsraums (hier: Assyrisches Großreich) die Erfüllung eines dort geltenden Straftatbestandes darstellen. Der staatliche Gesetzgeber entscheidet, was Recht ist – nicht die besetzten oder integrierten Fremdvölker. Fraglich bleibt natürlich in jedem Einzelfall, ob es eine Auslieferungsbereitschaft bei dem betreffenden Volk gibt und ob die Auslieferung des Täters und/oder der Täterin im Einzelfall tatsächlich erfolgt. Die Nichtauslieferung stellt ggf. einen Konflikt für das Völkerrecht dar.


Siehe auch

Eu flag.png Den Begriff Rechtfertigungsgrund Frankreich im juristischen Web der Europäischen Union finden
Fr flag.png Den Begriff "mémoire justificatif" im französischen juristischen Web finden ("mémoire justificatif" in Deutsch)
Be flag.png Den Begriff "mémoire justificatif" im belgischen juristischen Web finden
Lu flag.png Den Begriff "mémoire justificatif" im luxemburgischen juristischen Web finden
Ch flag.png Den Begriff "mémoire justificatif" im schweizerischen juristischen Web finden
Eu flag.png Den Begriff "mémoire justificatif" im juristischen Web der Europäischen Union finden