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Römische Provinz

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Hauptseite > Römisches Recht > Römisches Reich > Staatsgebiet > Kolonialkrieg
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Das Werden und Vergehen des Römischen Reichs um die Stadtgründung 'Roma' hängt aus heutiger Sicht unmittelbar mit der Rechtsfortbildung zusammen. Der Tod des Römischen Kaisers Konstantin I., des Großen (ca. 280 – 337 n. Chr.) machte das Christentum durch die Taufe des sterbenden Herrschers im Jahr 337 rituell zur Staatsreligion. Erst Kaiser Justinian I., der Große (ca. 482 – 565 n. Chr.) erhob durch seine Gesetzeskodifikation „Corpus Iuris Civilis“ die christliche Religion auch „verfassungsrechtlich“ in den privilegierten Status einer Staatsreligion.

Damit endete formaljuristisch der Polytheismus im Römischen Reich. Rein inhaltlich gab es Schamaninnen und Schamanen als anonyme Heilkünstler/innen natürlich weiter - es gibt sie bis heute. Gleichzeitig mit der kaiserlichen Gesetzeserklärung zur christlichen Staatsreligion begann aber notwendigerweise die Zersplitterung des Christentums in unterschiedliche kirchliche Organisationen. Die einstmals religionsfreiheitlichen Reichsprovinzen mit den unterschiedlichsten Völkern und Kulturen strebten nun zunehmend nach nationalstaatlicher Unabhängigkeit und bildeten eigene Nationalkirchen --> Kolonialismus.

Alphabetische Liste der ehemals römischen Provinzen und ggf. heutige Staatszugehörigkeit:


Rechtshistorische Betrachtung: „Germania superior“ (= Obergermanien)

„Als Caesar 58 v. Chr. Statthalter von Illyricum und Gallia cisalpine wurde, leitete er eine neue Expansionspolitik im Norden des römischen Imperiums ein. In achtjährigen Kämpfen von 58 – 50 v. Chr. unterwarf er Gallien, das heutige Frankreich und stand mit seinen Truppen am Rhein, der hierauf Operationsbasis für die langwierigen Germanenkriege wurde. Caesar selbst beschreibt die Eroberung Galliens in seinem Comentarii belli Gallici ausführlich und sehr lebendig.

Von Süden über die Alpen drangen im Jahr 15 v. Chr. zum ersten Mal die Adoptivsöhne des Kaisers Augustus, Drusus und Tiberius, in unser südwestdeutsches Gebiet vor. Sie stießen dabei auf die östlich des Rheins lebenden Kelten (lat. Galli), von denen Tacitus berichtet. Im Verlauf des Alpenfeldzuges wurde das Alpenvorland bis zur Donau besetzt. Somit standen die Römer zu diesem Zeitpunkt im süddeutschen Raum an Rhein und Donau. Im Jahre 12 v. Chr. eröffnete Drusus mit der Rheinarmee die Offensive gegen die Germanen und stieß bis zur Elbe vor. Tiberius setzte diese Offensivpolitik fort, als Drusus starb.

Innere Wirren und Aufstände in verschiedenen Gebieten des römischen Imperiums brachten die Expansionspolitik zum Stehen. Man war bemüht, die Grenzen zu halten und zu festigen. Bis zur Zeit des Kaisers Vespasian (69 – 79 n. Chr.) hatte man die Grenzen an Rhein und Donau weiter ausgebaut. In spätflavischer Zeit, etwa um 90 n. Chr., wurde dann die römische Reichsgrenze zum Odenwald, zum Neckar und auf die Schwäbische Alb vorverlegt. Diese neue, durch Kastelle gesicherte Grenzlinie nennt man den Odenwald-Neckar-Alb-Limes.

Erst dem Kaiser Antoninus Pius (Regierungszeit 138 – 161 n. Chr.) haben wir es zu verdanken, dass es im Waiblinger Raum römische Funde gibt. Er führte noch einmal eine Grenzkorrektur in Obergermanien durch, wobei die Grenzlinie um 30 km nach Osten in germanisches Gebiet vorverlegt wurde. Dieser Obergermanische Limes wurde in verschiedenen Ausbauphasen ab etwa 150 n. Chr. durch Mauer bzw. Palisade, Wall und Graben und durch Kastelle befestigt. Zu den Aufgaben des Limes gehörte die Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs an den Übergangsstellen. In erster Linie lag wohl jedoch seine Aufgabe in der psychologischen Wirkung gegenüber den Barbaren.

Damit ist der Beginn der römischen Besiedlung zwischen Neckar und Obergermanischem Limes im Osten gegeben. Das Ende der römischen Besiedlung wird mit den Alamanneneinfällen 213, 223 und 259/60 n. Chr. in Verbindung gebracht. Der Fall der Kastelle zwischen 233 und 259/60 n. Chr. veranlasste die Bevölkerung im Hinterland, dieses Gebiet zu verlassen und sich an den Rhein zurückzuziehen. Somit ist ein Zeitraum von höchstens 80 – 100 Jahren römischer Besiedlung im Waiblinger Raum anzunehmen.“[1]

Fußnoten

  1. Rüdiger Krause, Von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter, Archäologische Bodenfunde im Stadtgebiet Waiblingen, Seite 48 – 50, Veröffentlichung des Archivs der Stadt Waiblingen, Heft 2, herausgegeben von Wilhelm Glässner 1981


Siehe auch

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