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Rechtshistorische Betrachtung

Im Jahr 1819 bekam der neue südwestdeutsche Kleinstaat Württemberg eine geschriebene Verfassung als konstitutionelle Monarchie, in der die beiden Landeskirchen römisch-katholischer und lutherisch-evangelischer Evangelienauslegung unter der Schulhoheit des Königs von Württemberg Wilhelm I. gleichberechtigt nebeneinander standen. Jedoch hatten nur die Männer mit einem dieser beiden Glaubensbekenntnisse in Württemberg das Wahlrecht. Sowohl die relativ zahlreichen Freikirchler als auch die Juden waren im damaligen christlichen Königreich noch rechtlich diskriminiert.

Im Jahr 1871 wurde das württembergische Königreich zu einem kleinen Land im großen Deutschen Reich und am 01.01.1900 wurden alle männlichen Bürger im Reich durch das Bürgerliche Gesetzbuch formalrechtlich gleichgestellt. Als dritte „Bekenntnisschule“ zwischen den beiden traditionellen christlichen Schulungswegen für schulpflichtige Kinder bildete sich in der königlichen Residenzstadt Stuttgart die erste „Waldorfschule“ zur Einschulung und humanistischen Bildung der Arbeiterkinder der Zigarettenfabrik „Waldorf-Astoria“. Die Freie Waldorfschule „Uhlandshöhe“ wurde im Jahr 1919 im Stuttgarter Osten in einem ehemaligen Ausflugsrestaurant eröffnet. Dies geschah im Jahr der Ausrufung der Weimarer Republik und war ein Aufbruch zu mehr Freiheit in der Bildung.

Der Namensgeber und Gründer des damaligen Weltkonzerns „Waldorf-Astoria“ hieß Johann Jakob Astor (1763 – 1848). Er war 1778 aus dem Ort Walldorf bei Heidelberg in die U.S.A. ausgewandert und hatte dort als Musikalien- und Pelzhändler dank entsprechender Handelslizenzen und Monopole ein Vermögen verdient, das er auch im Ausland in Hotels und Industrieunternehmen reinvestiert hat. So war eine Zigarettenfabrik seines Markennamens auch vorübergehend nach Stuttgart gekommen.

Der Markenname „Waldorf“ war also schon lange für Waren und Dienstleistungen international markenrechtlich geschützt. Schulen zählen beim Patentamt zu den Dienstleistungen. Der im Jahr 1933 gegründete Bund der Freien Waldorfschulen hat die Markenrechte für „Rudolf Steiner“- und „Waldorf“-Schulen weltweit von der Mutterschule in Stuttgart übertragen bekommen. Waldorfpädagogik setzte nach dem Ersten Weltkrieg einen neuen humanistischen Maßstab in der Bildung, der schon am Namen der Schule erkennbar sein sollte. Jedoch wurde der Bund der Freien Waldorfschulen von den Nationalsozialisten durch Arbeitsverbot in den Untergrund gezwungen. Am 15.07.1949 gründete er sich als eingetragener Verein nach dem Zweiten Weltkrieg neu (Grundgesetz vom 23.05.1949). Der Bund meldete die beiden Namen „Rudolf Steiner“ und „Waldorf“ als Schulmarkennamen beim Patentamt an und bekam am 02.10.1982 den Status des Rechteinhabers zugesprochen für pädagogische Dienstleistungen in den Markenklassen 41 und 42. Heute ist der Markenname „Waldorf“ auch zusätzlich in der Warenklasse 28 für Puppen und Spielzeug geschützt, denn die „Waldorfpuppen“ haben eine besonders liebens- und schützenswerte Eigenart …


Siehe auch

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