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Prag

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Tschechische Republik > Verfassung > Hauptstadt
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Rechtshistorische Betrachtung

Die Stadt Prag liegt am Fluss Moldau im heutigen Tschechien. Sie ist eine europäische Hauptstadt. Die erste überlieferte Besiedelung des umgebenden böhmischen Kessels erfolgte kurz vor dem vereinten germanischen Sieg an der Westgrenze des Römischen Reiches gegen die Römer. Damals herrschten die beiden Römischen Kaiser Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.) und Tiberius (42 v. Chr. – 37 n. Chr.). Sie verteidigten mit ihren Legionen die Grenzen des Römischen Reiches in West- und Mitteleuropa und ließen die nach Böhmen eingewanderten suebischen „Markomannen“ dort wieder vertreiben. Der markomannische König „Marbod“ und Kaiser Tiberius starben beide etwa im gleichen Jahr. König „Marbod“ starb in Ravenna.

Im sechsten Jahrhundert wanderten aus dem Osten slawische Volksgruppen nach Böhmen ein. Sie übernahmen die Siedlung an der Moldau und befestigten die Stadtburg „Hradschin“. Von Beginn an lebten germanische und slawische Volksgruppen mehr oder weniger friedlich in der alten Handelsstadt zusammen. Die germanischen Kaufleute und Händler siedelten am anderen Ufer der Moldau, die tschechische Dynastie der „Przemysliden“ baute die Prager Burg zu ihrem Herrschaftszentrum aus. Im Jahr 806 n. Chr. wurde Prag ein Teil des Weströmischen Reiches unter Kaiser Karl I., dem Großen (742 – 814) und im Jahr 845 ließen sich die böhmischen Stammesherzöge vor dem ostfränkischen König Ludwig I., dem Deutschen (ca. 804 – 876), in Regensburg christlich taufen. Seither gehört das slawische Volk der Tschechen der römisch-katholischen Kirche an, nicht mehr der griechisch-orthodoxen Kirche.

Der böhmische Herzog Wenzel ließ im 10. Jahrhundert die erste steinerne Kirche auf dem „Hradschin“ erbauen, die dem christlichen Märtyrer St. Veit geweiht wird. Die bayerische Stadt Regensburg wurde zur wichtigsten „Partnerstadt“ und lieferte europäisch-deutsche Kultureinflüsse nach Prag. Doch schon damals gab es unter den Tschechen Nationalisten, die auch vor einem Fürstenmord nicht zurückschreckten. Herzog Wenzel wurde am 28.09.929 von seinem eigenen Bruder Boleslaw ermordet. Wenzel wurde der erste christliche Märtyrer der heutigen Tschechischen Republik.

Im Jahr 976 wurde der erste Prager Bischof ‚Adalbert‘ vom Mainzer Erzbischof geweiht. Der gebürtige Sachse ‚Adalbert‘ freundete sich mit dem etwas jüngeren Sachsenkaiser Otto III. (980 – 1002) an, starb jedoch auf einer Missionsreise ins heidnische Preußen. Auch Bischof ‚Adalbert‘, der Sachse, wurde so zum christlichen Märtyrer für die Tschechen. Bei der römischen Reichsgrenzfestung von Prag trafen sich damals auf dem Markt Händler aus Russland, jüdische und muslimische Händler sowie die sogenannten „Waräger“, die normannischen Wikinger aus Schweden. Die christlichen deutschen Händler bauten sich ihre eigene Kirche, die Petersbasilika, weiter flussabwärts.

Im Jahr 1086 erhielt Herzog Wratislaw von Salierkaiser Heinrich IV. (1050 – 1106) in Regensburg die tschechische Königswürde verliehen. König Wratislaw baute den Prager Burgberg zur Königsresidenz aus. Der sogenannte „Wyschehrad“ ist die obere Burg mit Kirche und Palast, d.h. eine befestigte weltliche und geistliche Residenz ohne „Gewaltentrennung“. Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa (1122 – 1190) stattete Prag schließlich mit der erblichen Königswürde aus und legte so den Rechtsgrund für spätere tschechische Gottesgnadentumansprüche.

Die erste steinerne Brücke über die Moldau wurde in den Jahren 1158 bis 1172 gebaut. Sie wurde nach König Wladislaws Frau, einer thüringischen Prinzessin, Judithbrücke genannt. Deutsche besaßen in Prag gewohnheitsrechtliche Privilegien, wie ein überlieferter Rechtsbrief aus dem Jahr 1178 belegt. Es entstand im 13. Jahrhundert der neue Prager Stadtteil „Gallistadt“, in dem nach Nürnberger Stadtrecht gerichtet werden durfte. Schließlich machte Kaiser Karl IV. (Wenzel 1316 – 1378) die Stadt Prag zur Kaiserresidenz der hochadeligen DynastieLuxemburg“. Sein berühmtes europäisches Gesetzeswerk ist die „Goldene Bulle“ aus dem Jahr 1356. Die erste deutschsprachige Universität in Europa entstand 1348 in Prag mit Hilfe von Papst Clemens VI., dem ehemaligen geistlichen Lehrer Karls IV. an der PariserSorbonne“.

Unter dem schwachen Nachfolger Karls IV., seinem Sohn Wenzel (1361 – 1419) aus Nürnberg, kam es durch religiöse und familieninterne Streitigkeiten zum bleibenden Machtverlust für Prag. Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte Prag zwangsweise die Seiten. Als Tschechoslowakei gehörte es vorübergehend zum sogenannten Ostblock


Siehe auch

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