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Patriarch von Moskau

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Hauptseite > Menschenrechte > Religiöse Opposition > Recht am eigenen Gottesbild > Russisch-Orthodoxe Kirche > Patriarch > Amtspriestertum
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Rechtshistorische Betrachtung

Das Amt des russisch-orthodoxen Kirchenoberhauptes (Patriarch) war von Peter I., dem Großen (1672 - 1725), in der Staatsfunktion des absolutistischen, gesetzgebenden Kaisers von Russland (= Zar) im 18. Jahrhundert abgeschafft worden. So war die Russisch-orthodoxe Kirche dort zur regionalen Staatskirche geworden. Als die Europäische Aufklärung auch innerhalb der Dynastie der Romanows rechtliches Gehör gefunden hatte, kam es 1906 zum ersten kaiserlichen Toleranzgesetz in Religionssachen. In der Folge fand in Russland am 15.08.1917 ein großes Kirchenkonzil statt, das eine neue Kirchenverfassung mit Patriarchenwahl zur personalen Trennung von Staat und Kirche beschloss. Zwischen 1917 und 1925 bildete Patriarch Tichon in Moskau die Leitungsspitze der Russisch-orthodoxen Kirche. Gegen die gefürchtete neue Feudalherrschaft wagten die angstbeherrschten, weil bisher arbeitsausgebeuteten russischen Arbeiter und Bauern den Aufstand unter Lenins Führung. Es kam zur Oktoberrevolution.

Am 19.03.1922 schrieb der russische Arbeiter- und Revolutionsführer Lenin (1870 - 1924) einen geheimen Brief, in dem er zur Liquidierung der verhassten Geistlichkeit und zur Enteignung der Kirche aufforderte. Es kam - wie nach der Französischen Revolution 1789 - zu zahlreichen Schauprozessen und Hinrichtungen durch die neue Sowjetmacht und damit zur Traumatisierung des russischen Volkes. Zwischen 1929 und 1941 war die kirchliche Selbstverwaltung in Russland wieder verboten. Nur die Liturgien durften von den Priestern gefeiert werden. Der ideologische Kampf zwischen kommunistischem Parteimonopol und christlichem Kirchendogma forderte zahlreiche Blutopfer, zu denen auch die Zarenfamilie gehörte. Eine Wende im Bürgerkrieg bewirkten die Deutschen mit ihrem Angriffskrieg 1939 - beschützerinstinktgetrieben wegen der zahlreichen Auslanddeutschen ... --> Unternehmen Barbarossa; Charta der Deutschen Heimatvertriebenen 1950

Nach dem Ende der Hitler-Diktatur in Europa leitete Patriarch Aleksij I. zwischen 1945 und 1970 den nachhaltigen Wiederaufbau der Russisch-orthodoxen Kirche ein. Im Jahr 1988 wurde das 1000jährige Jubiläum (nicht: 1000jähriges Reich!!!) öffentlich gefeiert. Im Jahr 1990 erweiterte ein Religionsgesetz die kirchliche Freiheit. Die Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau, die im Jahr 1931 auf Stalins Befehl gesprengt worden war, wurde im Jahr 2000, dem Jahr der Europäischen Grundrechtecharta, nach gut fünf Jahren Bauzeit wieder geweiht. Schließlich wurde im Jahr 2013 der Religions- und/oder Ethikunterricht als Wahlpflichtfächer in den staatlichen Schulen eingeführt. Etwa 40 % der Kinder und Jugendlichen besuchen den orthodoxen Religionsunterricht im ehemals kommunistischen Staat.

Übrigens hatten die römisch-katholischen Polen ihre Tausendjahrfeier der nationalen Christianisierung bereits vom 14.04. bis 15.05.1966 - kurz nach der Konferenz von Taschkent - gefeiert. Die panslawische Christenführerkommunikation dürfte für die Ökumene notwendig sein ...


Siehe auch

International.png Den Begriff Patriarch UND Russland im weltweiten juristischen Web finden