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Nasiräat

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Das „Nasiräat“ war gemäß Hebräischem Recht ein altes Weiheamt für Laienpriester/innen im Judentum. Seine Rituale werden im 4. Buch des Mose, im Buch Numeri, an die interessierte Nachwelt überliefert. Das Buch Numeri enthält die jüdischen Priestergesetze als Berufsrecht. Das Nasiräergelübde wird hier in der Textform der wörtlichen Rede Gottes an Mose (= Dialog) sowohl in der Thora, im Pentateuch und im Alten Testament formal beschrieben.

Dieses zeitlich befristete Gelübde konnten Männer und Frauen ablegen, die vorübergehend auf den Genuss von Wein, Bier, Traubensaft, Trauben und Rosinen verzichten wollten und konnten. Außer dieser Enthaltsamkeit beim Essen und Trinken durften die Laienpriester „Nasiräer“ ihr Haupthaar nicht mehr schneiden oder rasieren und durften keine Toten berühren. Falls die Geweihten während ihres „Nasiräats“ unrein geworden waren, konnten sie mit Hilfe eines Reinigungsrituals innerhalb von sieben Tagen wieder rein werden. Sie gaben dazu Sünd- und Brandopfer an den Priester eines Offenbarungszeltes (= religionsrechtlich anerkanntes Reisepriestertum). Dieser Priester erklärte dann die „Nasiräer“ wieder für gereinigt nach Durchführung eines geregelten Reinigungsrituals. Dann begann die Zeit des „Nasiräats“ als zweiter Versuch wieder von vorn. Am Ende der Zeit als Asket oder Asketin waren zahlreiche Opfergaben fällig: zwei Lämmer, ein Widder, ein Korb mit ungesäuerten Kuchen und Broten sowie weitere Speise- und Trankopfer. Der Berufspriester bereitete diese Opfergaben zu, der Nasiräer schnitt am Eingang zum Offenbarungszelt sein geweihtes Haupthaar ab und verbrannte es im Feuer unter dem Heilsopfer (= Widder). Die asketische Zeit wurde so rituell beendet und der/die Geweihte durfte nun wieder Wein trinken.

Das „Nasiräat“ war wohl eine sehr alte, nomadische Form der semitischen, asketischen Glaubensbewegung für junge, motivierte Laienpriester/innen. Im Evangelium nach Lukas wird das „Nasiräat“ für Johannes den Täufer ab seiner Geburt vorhergesagt (Lukas 1.15). Auch Paulus von Tarsus hatte vor seiner Verhaftung das „Nasiräat“ abgeleistet (Apostelgeschichte 21. 18 – 27). So erlangten damals wohl die ersten Judenchristenführer ihre Priesterweihe – rituell abgeleitet vom untergehenden judäischen Priesterkönigtum. Die modernen Messianischen Juden anerkennen diese Ableitung heute als Recht.


Siehe auch

International.png Den Begriff Nasiräat im weltweiten juristischen Web finden