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Moskauer Rechtsgeschichte

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Russische Föderation > Rechtsgeschichte > Moskau
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Die heutige russische Hauptstadt Moskau bzw. Moskwa ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt, an dem sie erbaut wurde. Sie wurde historisch relativ spät durch den Bau einer befestigten Anlage (= Kreml, d.h. Burg) am russischen Fluss Moskwa begründet. Das lateinische Wort „rus“ bedeutet Landgut, Feld, Besitzung, bäuerliches Anwesen. Der Name Russland ist demnach aus der Sicht der kulturell überlegenen Römer als Bezeichnung für das weite, meist nur landwirtschaftlich genutzte Gebiet im Osten gebildet worden. Die Burganlage an der Moskwa dürfte als ein Handelsstützpunkt des Kiewer Reiches im Mittelalter entstanden sein. Die russischen Flüsse Wolga und Dnjepr wurden jedoch schon davor von den Wikingern bis ins 10. Jahrhundert n. Chr. als wichtige Handelsrouten zum Kaspischen und zum Schwarzen Meer genutzt.


Inhaltsverzeichnis

Philosophische Betrachtung der russischen Sprache

Das russische Alphabet ist eine kulturell eigenständige Weiterentwicklung der griechischen Buchstaben, die durch die christliche Missionierung als neue Synthese aus den slawischen Volkssprachen und Griechisch erstand. Die Entstehung der russischen Schrift "Kyrillisch" wird in das 9. Jahrhundert n. Chr. datiert. Damals lebte und missionierte der Heilige Apostel "Konstantinos" bzw. "Kyrillos" mit seinem Bruder Michael bei den Slawen. Vor allem im Kaukasus und im Großmährischen Reich (heute: Tschechien) waren diese griechischen Christenmönche wirksam. Russisch stellt heute eine Amtssprache für die ganze Russische Föderation dar.

Religionsphilosophische Betrachtung des russischen Glaubens

Im Jahr 988 n. Chr. nahmen die Kleinrussen, d.h. die ersten christlichen Ostslawen, offiziell das Christentum als Staatsreligion an. Aus der Zeit davor gibt es keine schriftlichen Überlieferungen, denn die Slawen waren ein Völkergemisch aus Asien, das durch die große Völkerwanderung bis nach Europa gekommen war. Die ersten Dynastien in Russland bildeten sich durch die durchreisenden mächtigen Wikingerfürsten aus Skandinavien. Sie hinterließen an ihren Handelsrouten Frauen, Kinder und Vermögen.

Nach der Christianisierung wurde die Stadt Kiew (heute: Hauptstadt der Ukraine) zur ersten christlichen Residenzstadt in Russland. Die neugebildete „Ostkirche“ trennte sich im Jahr 1054 n. Chr. von Rom bzw. Byzanz und entwickelte sich mehr oder weniger eigenständig zur Russisch-orthodoxen Kirche weiter. Das höchste Kirchenoberhaupt trägt den Titel "Patriarch".


Moskau als christliche Grenzstadt im Osten

Aus der ersten Blütezeit des christlich-orthodoxen Kiewer Reiches bis zum 13. Jahrhundert ist die Stadtfestung Moskau im Jahr 1147 n. Chr. erstmals urkundlich nachweisbar. Sie war damals eine Grenzfestung und wurde häufig angegriffen und zerstört. Im Jahr 1237 n. Chr. brannten die türkischen Tataren Moskau völlig nieder.


Moskau zur Zeit der Stauferherrschaft

Die erste Zerstörung der Stadt Moskau durch die türkischen Tataren fiel in die Herrschaftszeit des Stauferkaisers Friedrich II., der durch seine Königskrönung in Jerusalem einen letzten mutigen Versuch unternommen hatte, die Ostkirche mit seiner Westkirche wieder zu vereinen. Mit seinem Tod im Jahr 1250 n. Chr. scheiterte dieser Versuch endgültig. Heute gibt es weltweit eine bunte Vielfalt von juristisch eigenständigen christlichen Kirchen, die nur noch der gemeinsame Glaube an den Gottessohn Jesus Christus verbindet. Die christlichen Gewohnheitsrechte sind regional sehr unterschiedlich. Sie sind daher heute als ethische Sitten zu erkennen.


Moskau als christlich-orthodoxes Zentrum

Im Jahr 1328 n. Chr. wurde Moskau offiziell zum neuen Sitz des russischen Metropoliten, d.h. des obersten russischen Kirchenfürsten gemacht. Doch schon im Jahr 1382 n. Chr. wurde Moskau wieder niedergebrannt – diesmal von der neuen Großmacht Mongolisch-chinesisches Reich.


Moskau als christliche Residenzstadt

Der russische Großfürst Iwan III., der Große, der im Jahr 1440 n. Chr. in Moskau geboren worden war, kam 1462 n. Chr. an die Macht. Es gelang ihm, einen unabhängigen Moskauer Staat im Jahr 1485 n. Chr. juristisch zu begründen und gegen die feindlichen asiatischen Mächte durchzusetzen. Er hatte im Jahr 1472 n. Chr. die Nichte des letzten byzantinischen Kaisers, Sophia Palaiologos, geheiratet. Moskau wurde durch diese dynastische Ehe zur neuen christlichen Reichshauptstadt im Osten nach dem Untergang von Konstantinopel im Jahr 1453 n. Chr.


Moskau als umkämpfte Reichshauptstadt

Bis zur Machtergreifung Lenins im Jahr 1917 war der Status von Moskau als christliche Reichshauptstadt immer wieder umstritten und bedroht. Schon im Jahr 1571 n. Chr. belagerten die türkischen Tataren Moskau erneut und brannten Teile der Stadt nieder. Die weströmische Kalenderreform, die im Jahr 1582 n. Chr. durch Papst Gregor XIII. durchgeführt wurde, ging an der Ostkirche spurlos vorüber. Die orthodoxen Christen folgen bis heute bei ihren Jahresfesten einer anderen religiösen Zeitrechnung.

Der erste russische Zar bzw. Kaiser nach byzantinischem Ritus war Iwan IV., der Schreckliche (1530 – 1584 n. Chr.). Durch seine Terrorherrschaft hatte sich Russland auch den Westen zum Feind gemacht. Im 17. Jahrhundert versuchten die katholischen Polen, Russland militärisch zu befrieden. Sie hielten zwischen 1610 und 1612 n. Chr. die russische Hauptstadt Moskau besetzt. Durch die neue europafreundliche Dynastie der Romanows kehrte zunächst wieder Frieden im Reich ein.


Moskau verliert ihren Hauptstadtstatus

Unter dem europafreundlichen Zaren bzw. Kaiser Peter I., dem Großen (1672 – 1725 n. Chr.), verlor Moskau ihren Status als Hauptstadt von Russland. Nach dem Sieg gegen Schweden im Jahr 1709 n. Chr. stieg Russland zum mächtigsten Staat an der Ostsee auf. Nach dem Friedensvertrag von Nystad verlegte Kaiser Peter I. seine Residenz nach St. Petersburg an die Ostsee. Durch eheliche Verbindungen mit europäischen Königshäusern gewann das reformierte Christentum und die Europäische Aufklärung einen zunehmenden Einfluss auch in Russland.


Moskau als Eroberungsziel Napoleons

Zwischen den beiden rivalisierenden Kaisern von Frankreich und Russland, d.h. von Westeuropa und Osteuropa, hatte die Preußische Königin Luise vergeblich zu vermitteln versucht. Nach ihrem frühen Tod im Jahr 1810 n. Chr. war der europäische Feldzug nach Osten nicht mehr zu verhindern. Im Jahr 1812 n. Chr. zog Napoleon mit seiner europäischen Revolutionsarmee bis nach Moskau und brannte die von ihrer Bürgerschaft verlassene Hauptstadt teilweise nieder. Seine Große Armee war aus etwa zwanzig (20) Nationen zusammengestellt worden.

Die Einwohnerschaft von Moskau hatte ihre Stadt jedoch rechtzeitig verlassen. Als Napoleon in die heilige Stadt als vermeintlicher Sieger einzog, konnte er so keinen wirklichen Triumph feiern. Auf dem jahreszeitlich späten Rückzug nach Westen wurde die Große Armee vom russischen Winter, d.h. von den erbarmungslosen Kräften der Natur heimgesucht. Etwa 500.000 Menschen – meist Männer – fielen der Eroberungslust des französischen Kaisers in Russland zum Opfer.


Moskau als die von Gott geliebte Heilige Stadt

Das Scheitern Napoleons in Moskau war wohl für die gläubigen orthodoxen Christen ein Zeichen Gottes. Deshalb konnte sich die Macht der orthodoxen Heiligen Synod in dieser Stadt schnell wieder neu etablieren. Moskau wurde von St. Petersburg aus staatlich verwaltet und war gegenüber dem Kaiser steuerpflichtig. Durch zunehmende Not, Ungerechtigkeiten und wegen Misswirtschaft und Korruption entwickelte sich in Russland politischer Widerstand innerhalb der einfachen Bevölkerung. Die absolutistische Monarchie hatte wie in Europa ihre besten Zeiten hinter sich.

Im Jahr 1861 n. Chr. erließ Zar Alexander II. ein Edikt zur Aufhebung der bäuerlichen Leibeigenschaft (vergleiche: preußisches Befreiungsedikt 1807). Außerdem wurde eine beschränkte städtische Selbstverwaltung eingeführt. Jedoch fiel der aufgeklärte Monarch 1881 einem Bombenanschlag durch Anarchisten zum Opfer. Sein Sohn Alexander III. rächte sich durch eine reaktionäre Politik, die das Volk wieder mehr unterdrückte.


Moskau wird zur kommunistischen Welthauptstadt

Aus der revolutionären Bewegung Russlands stammte auch Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin. Er lebte und arbeitete zunächst einige Jahre im Exil in London und baute seine kommunistische Arbeiterpartei auf. Von den russischen Exilanten ging ein europaweiter revolutionärer Einfluss aus. Die Zahl der politischen Morde nahm stetig zu. Staatlicher Gegenterror verstärkte dann die revolutionäre Stimmung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914.

Im Jahr 1898 war in Minsk (heute: Hauptstadt von Weißrussland) die gemäßigte Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands gegründet worden. Im Jahr 1905 schufen sich die Arbeiter von St. Petersburg eigene Räte, die Sowjets. Im Jahr 1917 gelang dann unter der entschlossenen Führung Lenins der politische Umsturz in Russland. Die russische Bevölkerung verweigerte der Kaiserdynastie der Romanows mehrheitlich die weitere Gefolgschaft. In treuem Glauben an die neuen Lehren von Karl Marx wandten sie sich jetzt gegen die Zarenfamilie und nahmen ihre Auslöschung billigend in Kauf. Nach der offiziellen Machtergreifung der Kommunistischen Partei unter der Führung Lenins am 14.03.1918 wurde Moskau wieder zur russischen Hauptstadt gemacht.


Moskau als Sitz der sowjetischen Zentralbehörden

Zwischen 1922 und 1989 war der Moskauer Kreml das Hauptquartier des Internationalen Marxismus als fundamentalistische Weltanschauung. Gleichzeitig war Moskau die Hauptstadt der Sowjetunion, dem neuen kommunistischen Bundesstaat. Es entwickelte sich in der Konfrontation der beiden gegensätzlichen Weltanschauungen des Kommunismus und des Liberalismus der sogenannte „Kalte Krieg“ zwischen den U.S.A. und Russland. Glücklicherweise konnte die Sowjetunion durch die praktische Vernunft ihrer Parteiführer im Jahr 1989 vom eigenen Staatsvolk friedlich aufgelöst werden. Die entsprechenden Staatsrechtsänderungen folgten und sind noch immer in Arbeit.


Moskau als Hauptstadt der Russischen Föderation

Seit der Umwandlung der Sowjetunion in die Russische Föderation ist Moskau die säkulare Hauptstadt des russischen Bundesstaats und zugleich auch noch der religiöse Sitz der Russisch-orthodoxen Kirche. Staat und Kirche sind nun rechtlich getrennt, eine aufgeklärte Religionsfreiheit wie in Europa gibt es jedoch nicht.


Siehe auch

International.png Den Begriff Rechtsgeschichte UND Moskau im weltweiten juristischen Web finden