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Mont St. Michel (fr)

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Der kleine französische Küstenfelsen „Mont St. Michel“ ist wegen seines ehemaligen Benediktinerklosters berühmt, das bis zur Französischen Revolution über tausend (1000) Jahre lang Bestand gehabt hatte. Das Kloster war als römisch-christliche Festung zur weiteren Christianisierung Nordfrankreichs und der britischen Inseln im Jahr 709 unter der salisch-fränkischen Merowinger-Dynastie von Paris gegründet worden. Im Jahr 732 gelang dem fränkischen Hausmeier Karl (= römischrechtlicher Lehensmann) ein militärischer Sieg bei den Städten Tours und Poitiers gegen die von Spanien aus nach Europa vordringenden muslimischen Araber. Karl erhielt daraufhin seinen Ehrentitel „Karl, der Hammer“ bzw. Karl Martell. Der christliche Sieger wurde zum Stammvater der Karolinger-Dynastie.

Der Namensgeber der Benediktinerabtei ist Sankt Michael, der alttestamentarische Schutzengel der Juden. Während der Herrschaftszeit des Chaldäerkönigs Nebukadnezar II. in Babylon und Persien waren die aufständischen Judäer aus ihrer Hauptstadt Jerusalem evakuiert worden (= „Babylonische Gefangenschaft“). So kam es im sechsten vorchristlichen Jahrhundert zur schriftlichen Fassung der Thora auf Hebräisch zur Sicherung der israelischen Stammesidentität in der Diaspora. Im Buch ‚Daniel‘ wird die Vision des Propheten mit königlichem Namen beschrieben: „Im dritten Jahr des Königs Kyrus von Persien empfing Daniel, der auch Beltschazzar heißt, eine Offenbarung.“ Dies dürfte dann also im Jahr 557 vor Christus geschehen sein, denn Kyros II, der Große, kam 559 v. Chr. auf den persischen Thron.

Daniels Vision vom Gesandten des Engelfürsten Michael wird uns folgendermaßen biblisch überliefert: „Ich blickte auf und sah, wie ein Mann vor mir stand, der in Leinen gekleidet war und einen Gürtel aus feinstem Gold um die Hüften trug. Sein Körper glich einem Chrysolith, sein Gesicht leuchtete wie ein Blitz, und die Augen waren wie brennende Fackeln. Seine Arme und Beine glänzten wie polierte Bronze. Seine Worte waren wie das Getöse einer großen Menschenmenge. Nur ich, Daniel, sah diese Erscheinung; die Männer, die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht;“[1]

Das versprochene Gottesgnadentum für Israel als Nation wurde folgendermaßen überliefert: „In jener Zeit tritt Michael auf, der große Engelfürst, der für die Söhne deines Volkes eintritt. Dann kommt eine Zeit der Not, wie noch keine da war, seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Doch dein Volk wird in jener Zeit gerettet, jeder, der im Buch verzeichnet ist. Von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu. Die Verständigen werden strahlen, wie der Himmel strahlt; und die Männer, die viele zum rechten Tun geführt haben, werden immer und ewig wie die Sterne leuchten. Du, Daniel, halte diese Worte geheim, und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden nachforschen, und die Erkenntnis wird groß sein.

Als ich, Daniel, aufblickte, standen noch zwei andere Männer da, der eine diesseits des Flussufers, der andere jenseits. Einer fragte den Mann, der in Leinen gekleidet war und über dem Wasser des Flusses stand: Wie lange dauert es noch bis zum Ende der unbegreiflichen Geschehnisse? …“[2]


Fußnoten

  1. Die Bibel, Einheitsübersetzung, Daniel 10.5-7, Schwabenverlag, Ostfildern 1992
  2. Die Bibel, Einheitsübersetzung, Daniel 12.1-6, Schwabenverlag, Ostfildern 1992

Siehe auch

Fr flag.png Den Begriff "Mont St. Michel" im französischen juristischen Web finden ("Mont St. Michel" in Deutsch)