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Modernes Eherecht (de)

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Eherecht als bürgerliches Recht

Ein Ehepartner, der innerhalb des Geltungsbereichs des bundesdeutschen, bürgerlichen Ehe- und Familienrechts gesetzlich erworben wurde, ist zugleich unveräußerlich und das Recht des einen Ehepartners am jeweils anderen das allerpersönlichste Grundrecht. So hat es Immanuel Kant in seiner Rechtslehre für ein friedlicheres Europa hinterlassen. Die Ehe dient traditionell primär der Geschlechtsgemeinschaft, worunter rein sachlich der wechselseitige Gebrauch der Geschlechtsorgane und deren Vermögen zu verstehen ist. Dies dient in der Regel der Fortpflanzung und damit der Erhaltung der Gattung Mensch innerhalb eines sozialen Gemeinwesens wie dem Staat. Es war traditionell vor allem aus männlicher Sicht moralisch geboten, innerhalb einer Ehe Kinder zu zeugen. Denn nur so konnte sich ein Mann seiner Vaterschaft relativ sicher sein, was für die Erbfolge in Dynastien von entscheidender Bedeutung war. Dieses Geschlechterverhältnis hat sich heute durch die moderne Fortpflanzungsmedizin und die Gendiagnostik geändert.

Die menschliche Fortpflanzung kann jedoch nicht der einzige Zweck der Ehe aus Sicht eines staatlichen Gemeinwesens sein. Immanuel Kant begründet in seiner Rechtslehre seinen Standpunkt pragmatisch: ,,Der Zweck, Kinder zu zeugen, zu gebären und zu erziehen, mag immer ein Zweck der Natur sein, zu welchem sie die Neigung der Geschlechter gegeneinander einpflanzte; aber dass der Mensch, der sich verehelicht, diesen Zweck sich vorsetzen müsse, wird zur Rechtmäßigkeit dieser seiner Verbindung nicht erfordert; denn sonst würde, wenn das Kinderzeugen aufhört, die Ehe sich zugleich von selbst auflösen[1].“ Kant beschreibt im Folgenden die Ehe als ein sinnvolles Ordnungsprinzip der Lust. Der wechselseitige Gebrauch der Geschlechtseigenschaften bereitet den Menschen möglicherweise Lust, jedenfalls sofern gesunde sexuelle Entwicklungen bei Mann und Frau vorliegen. Wenn also Mann und/oder Frau einander - ihren Geschlechtseigenschaften und -vorlieben entsprechend - auf Dauer wechselseitig unter gegenseitiger Achtung und Liebe genießen wollen, dann müssten sie sich notwendigerweise verheiraten. Dies hält Kant zumindest für die klassische Paarbeziehung von Mann und Frau nach Rechtsgesetzen der reinen Vernunft für notwendig und nicht nur für geboten[2]. Er liefert uns damit keine moralische, sondern eine menschenrechtliche Begründung für die Ehe, die sich auch analog anwenden lässt auf die eingetragene Lebenspartnerschaft. Er rechtfertigt somit das Rechtsinstitut Ehe und analog die eingetragene Lebenspartnerschaft mit Hilfe der formalen Logik auf Basis der Grundrechte im Geltungsbereich des Deutschen Grundgesetzes.


Fußnoten

  1. Immanuel Kant, Rechtslehre, AB 107
  2. Immanuel Kant, Rechtslehre, AB 108

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