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Mediale Eroberung

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"Erobern heißt: die Verbündeten erobern. Die Verbündeten erobern heißt, sich selbst zu erobern. Sich selbst erobern heißt, die Situation zu erobern und durch Willenskraft zum eigenen Nutzen zu verändern."[1]


Digital erzeugte Bilder und ihre Wirkung auf den Menschen

Wir leben heute in einem Zeitalter, in dem der Sehsinn der Hauptsinn des Menschen ist. Die Anforderungen, die durch unsere heutige Zivilisation an die Augen gestellt werden, sind um ein Vielfaches höher als früher. Die Reizüberflutung vor allem durch die Bildschirmmedien, denen wir bereits im jüngsten Kindesalter ausgesetzt sind, nimmt immer mehr zu.

Das menschliche Auge ist ein paariges Organ, das uns sowohl räumliches Sehen, exakt fixiertes Sehen eines Gegenstandes als auch Farbensehen ermöglicht. Das bewusste Erkennenkönnen der Form eines Gegenstandes ist eine Fähigkeit unseres Ichs. Das bewusste Erkennenkönnen von Farben dagegen hängt mit unserem Gefühl zusammen. Farben wirken auf gesunde Menschen wie Signale.

Die räumliche Wahrnehmung wird dadurch möglich, dass der gleiche Punkt eines Gegenstandes, den wir betrachten, auf der Netzhaut des linken Auges in minimal unterschiedlicher Lage abgebildet wird wie auf der Netzhaut des rechten Auges. Beim Schauen auf glatte Flächen wie vor dem Bildschirm wird der heutige Mensch noch stärker als beim Blättern im realen Buch gezwungen, sein auf einen Punkt fixiertes Sehen aufrecht zu erhalten, sich aber gleichzeitig das Sehen im Raum abzugewöhnen. Der reale Raum wird zum virtuellen Raum und der Bildschirm spielt das Tor dorthin. Das Massenmedium Fernsehen ist heute ein selbstverständlicher Bestandteil von jedem Familienhaushalt. Die Möglichkeiten werden ständig erweitert durch neue Techniken wie Kabelfernsehen, Videotechnik, Elektronikspiele u.s.w. Die Art des Bildmaterials, das sich heute so auf die Menschheit ergießt, ist oft eine Orgie der Gewalt. Sex, Porno, Krieg, Horror und unvorstellbare Grausamkeiten können selbst von Kindern oft nicht ferngehalten werden. Alle können alles über die möglichen Inhalte der Freiheitsfähigkeit des Menschen erfahren … Heute weiß man, dass eindrückliche Bilder tief in das Unterbewusstsein des Menschen eindringen und bis in die verborgenen Vorgänge der menschlichen Seele hinein eine Wirkung entfalten (= Traumatisierung). Auch die Werbung zieht aus diesem Wissen ihren kommerziellen Nutzen. Wenn die Menschen weiterhin bereit dazu sind, sich ohne Einmischung ihrer Verstandestätigkeit diesen medialen Bildern hinzugeben, dann muss er oder sie im Einzelfall die bittere Erfahrung machen, dass er/sie den Glauben an sich selbst und an Gott verliert.

Die Gesamtheit eines Bildes aus der Natur als solche wiederzugeben, ist der elektronischen Bildübermittlung technisch nicht möglich. Vielmehr löst ein „Scanner“ jedes Bild in eine Summe von Messwerten auf, die einzeln verarbeitet werden – je nach Auflösungsgenauigkeit in mehr oder weniger Bildpunkte je Bildzeile und mehr oder weniger Zeilen je Bild. Jeder einzelne Punkt hat einen bestimmten Helligkeits- und Farbwert, die die Digitalkamera abtastet und weiterleitet als Steuersignale für den Bildschirm. Mosaikartig zusammengefügt erwecken die verschiedenfarbigen Punkte dann aus einiger Entfernung den Eindruck, als seien sie das unzerstörte Ganze des ursprünglichen Wahrnehmungsbildes. Die Bildschirmtechnik verfährt hier so ähnlich wie die Drucktechnik mit ihren Rastermethoden, nur dass dort statische, hier bewegte Bilder erzeugt werden. Anders jedoch als ein gedrucktes Bild überlistet die Bildschirmtechnik den Betrachter nicht nur durch die vielen winzig kleinen Bildpunkte, die für das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges nicht mehr erkennbar sind und daher zu dem wiederzugebenden Bild zerfließen. Zusätzlich kommt beim Fernsehbild der Zeitfaktor hinzu. Das betrachtete Bild ist in Wirklichkeit überhaupt nicht komplett vorhanden. Nur ein einziger Bildpunkt blitzt jeweils auf und läuft mit rasender Geschwindigkeit über den Bildschirm. Das komplette Bild existiert also nicht wirklich, sondern nur in uns. Aber niemand kann es von echten Sinneseindrücken unterscheiden! Unser Körper reagiert jedoch auf den Dauerkonsum solcher Trugbilder. Bei längerem Starren auf die Mattscheibe stellt sich ein Zustand ein, den man mit geistigem Abschalten bezeichnen kann. Das Bewusstsein zieht sich in sein Inneres zurück, genau wie wenn man minutenlang auf eine eintönig graue Fläche mit einem einzigen hellen Punkt schauen würde. Die akkommodierenden, d.h. sich aufeinander einstellenden Ziliarmuskeln der beiden Augen stellen ihre Tätigkeit ein. Das aus Interesse willentlich geführte Kreuzen der Augachsen unterbleibt dann und der menschliche Blick geht ins Leere. Durch ein Elektro-Encephalogramm (EEG) ließe sich anhand der Gehirnströme nachweisen, dass die zu Beginn des Fernsehens noch rege Aktivität der Gehirnwellen (Betawellen) durch das bloße (schöne) Bildersehen immer mehr nachlässt und sich die wesentlich langsameren Alphawellen durchsetzen. Alphawellen entstehen normalerweise bei geschlossenen Augen und/oder bei der Meditation. Sie signalisieren, dass der Mensch sein Bewusstsein nach innen richtet und sich nicht mehr im äußeren Sinnenraum orientiert. Heute dringen zunehmend Fernsehbilder tief in das menschliche Unterbewusstsein ein, ohne dass sie dort vom Bewusstsein angemessen verarbeitet werden könnten. Das menschliche Ich gibt sich häufig der Illusion hin, alles unter Kontrolle zu haben. Aber in Wirklichkeit gleitet der meiste Medienkonsum am kontrollierenden Wachbewusstsein vorbei in das Unterbewusstsein und überlagert dort die alten, religiös sozialisierten Gewohnheiten. Die Wirkungen dieser homöopathischen „Medientherapie“ zur friedlichen Aufklärung der religiösen Gemeinschaften zeigen sich in den zahlreichen Beziehungskonflikten der digitalen Mediengesellschaften.

Eine vor allem bei jungen Menschen beliebte Form des Fernsehens, die sogenannten Videoclips, ist dadurch gekennzeichnet, dass die auf dem Fernsehschirm erscheinenden Bildinhalte in ungeheurem Tempo wie ein optisches Trommelfeuer auf den Betrachter oder die Betrachterin einwirken. Der Orientierungswille des Menschen wird dadurch ständig in die Irre geführt und dem an Videoclips gewöhnten Betrachter droht die Gefahr, seine Orientierungsbemühungen aufzugeben und sich mit der Hektik der Bildfolge anzufreunden. Ohnmacht wird unbewusst zur geistigen Norm. Durch die Kombination von Videotechnik und Computer entstand eine noch weitergehende Bildschirmtechnik, die in der Lage ist, eine eigene virtuelle Wirklichkeit für den Betrachter oder die Betrachterin zu erschaffen. Unter einem Datenhelm mit zwei Flüssigkristallmonitoren werden dem Betrachter die Bilder aus einer Zentimeterdistanz in seine Augen projiziert. Durch Kopfhörer kommen die dazu gehörenden Geräusche. Eigene Blickrichtung und mögliche Bewegungen verändern Hör- und Sehräume dynamisch. Der Raumeindruck wird dreidimensional durch die genaue Abstimmung der beiden Monitore und durch Stereoton. Ein zusätzlicher Datenhandschuh meldet Bewegungen und Stellung der Hand an den Rechner, der dann die Hand im Blickfeld des Betrachters erscheinen lässt. Dieser „Cyberspace“ des Computerspiels ermöglicht auch dem fantasielosen Menschen ein völliges Eintauchen in künstliche Scheinwelten, die andere für ihn programmiert haben. Sogar Tote könnten zur Trauerbewältigung wieder lebendig werden. Der staunende Zuschauer hört auf zu urteilen und gibt sich seinen Gefühlen – kontrolliert von außen – einfach hin ...

Der zu häufige Aufenthalt im virtuellen Raum des „Cyberspace“ kann den Menschen daran zweifeln lassen, ob er überhaupt ein wahrheitsfähiges Wesen ist. Andererseits kann aber auch die Suche nach Wahrheit durch diese Techniken neu entfacht werden – jenseits von Glaube und Religion. Gefahren und gesellschaftliche Aufgaben im Digitalen Zeitalter drohen in Form von Ich-Schwächung, Orientierungslosigkeit, Abstumpfung durch Sinnesüberreizung, suchtartigem Verhalten im Umgang mit Medien und Fremdbestimmbarkeit von außen. In dieser neuen Bedrohungslage kann der Mensch als geistiges Wesen aber auch neue Sinne entwickeln, Sinne, die ihn mehr wahrnehmen lassen, als er über seine Augen und seine Ohren erfahren kann. Sinne, die sich nicht durch die moderne Bildschirmtechnik betrügen lassen. Er benötigt höhere Sinne, die ihm höhere Wahrheiten vermitteln können. Er muss also auch in einer säkularen Welt lernen, seiner inneren Stimme der Vernunft zu vertrauen.[2]

Fußnoten

  1. Tsunetomo Yamamoto, Hagakure, Der Weg des Samurai, Aus dem Englischen übersetzt von Guido Keller, Piper Verlag GmbH, München, 4. Auflage 2002; Erobern, Seite 107
  2. Weleda Nachrichten, Heft 199 D, Michaeli 1995, Seite 7-10, Hauszeitschrift seit 1932 der Weleda AG Arlesheim (Schweiz) und Schwäbisch Gmünd

Siehe auch

International.png Den Begriff Eroberung UND medial im weltweiten juristischen Web finden