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Mütterschule (de)

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Deutschland > Privatrecht > Gesellschaftsrecht > Staatsbürgerliche Erziehung > Schule > Mutterschaft > Elternseminar > Familienselbsthilfe
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Die sogenannten "Mütterschulen" entstanden in Deutschland während und nach dem Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) tatsächlich aus Angst vor dem Volkstod. Damals war die Säuglingssterblichkeit in den deutschen Ländern allgemein noch sehr hoch und die Landesregierungen wollten den Kriegsverlusten an deutschen Menschen durch Frauenbildung langfristig und nachhaltig wirksam begegnen. In den deutschen Mütterschulen werden seit Beginn des 20. Jahrhunderts Kurse zur Säuglingspflege, Krankenpflege und Kindererziehung sowie Ernährungs-, Koch- und Nähkurse angeboten.


Rechtshistorische Betrachtung

Der Nationale Frauendienst Stuttgart begründete den Start seiner Mütterschule während des Ersten Weltkrieges so: "Um den Müttern helfen zu können, die sich gern Kenntnisse über Säuglings- und Kinderpflege verschaffen möchten, hat der Nationale Frauendienst eine Mütterschule eingerichtet. Dort können Mütter (aber auch Bräute und jungverheiratete Frauen) lernen, wie man den gesunden und den kranken Säugling, das gesunde und das kranke Kind pflegt, nährt und kleidet, wie man die Krankheiten rechtzeitig erkennt, vor allem aber wie man die Kinder vor Erkrankung schützt."

Die Satzung des Vereins "Freunde der Mütterschule" vom 30.03.1922 beschreibt den Vereinszweck in § 2 so: "Zweck des Vereins ist, in gemeinnütziger Weise die Verbreitung von Kenntnissen unter Frauen und Mädchen aller Stände zu fördern, die für die Erfüllung der Aufgaben und Pflichten des Mutterberufs erforderlich sind."

Die Idee einer religionsneutralen "Mütterschule" wurde von zahlreichen deutschen Städten aufgegriffen. Im Jahr 1929 arbeiteten bereits Kursleiterinnen in Mütterschulen von Berlin, Braunschweig, Bremen, Breslau, Chemnitz, Düsseldorf, Esslingen am Neckar, Elberfeld, Eisenach, Freiburg im Breisgau, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Königsberg in Ostpreußen, Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Schweina und Wien.

(Quelle: Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart, Band 33, Lore Miedaner, Die Stuttgarter Mütterschule 1916 - 1945, Klett-Cotta Verlag 1981)

Die Dozentin für Werkerziehung und Handarbeit an der Hochschule für Lehrerinnenbildung in Schneidemühl, Ruth Zechlin, verfasste 1939 ein Lehrbuch für Mädchen, Mütter, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen, BDM- und Landjahrführerinnen und Jugendleiterinnen. Das Schulbuch erschien in mehreren Auflagen. Es war folgendermaßen gegliedert:

  • Vorwort
  • Sinn und Aufgaben des Werkschaffens
  • Nadelarbeiten
  • Weben
  • Arbeiten aus Binsen, Stroh und deutschem Bast
  • Lederarbeiten
  • Der Scherenschnitt
  • Linolschnitt und Stoffdruck
  • Das Bemalen von Spanschachteln und Papptellern
  • Erstes Malen auf Porzellan
  • Arbeiten aus Papier und Karton
  • Papparbeiten
  • Bucheinband
  • Leichte Holzarbeiten
  • Puppen, Kasperle, Drachen und Basteleien
  • Werkarbeit und Festgestaltung
  • Ausklang


Links


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Mütterschule im deutschen juristischen Web finden