Willkommen auf JurisPedia! Sie sind dazu eingeladen, ein Benutzerkonto einzurichten und zu teilzunehmen. Sie dürfen dafür neue Beiträge schreiben oder bearbeiten, oder die Suchemaschine im Recht Ihres Landes verbessern. Nutzer sollten die Lizenzbestimmungen lesen.
Es gibt zur Zeit 14.972 in ständiger Konstruktion …

Londoner Rechtsgeschichte

aus jurispedia, das gemainsame Recht
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Beitrag ist ein Entwurf betreffend in Recht des Vereinigten Königreiches. Ihr könnt Eure juristischen Kenntnisse durch Bearbeitung mitteilen. Ihr könnt auch die Suchemaschine benutzen…
'
Suche im Recht des Vereinigten Königreiches Uk flag.png
Google Custom Search

Vereinigtes Königreich > Rechtsgeschichte > Europäische Monarchien
Uk flag.png


Die Hauptstadt des Vereinigten Königreiches wurde von den römischen Imperialisten im ersten Jahrhundert nach Christus als "Londinium" an dem Fluss "Themse" gegründet. Die Stadt entwickelte sich wegen ihrer verkehrsgünstigen Lage vor allem für die Schifffahrt zu einem Welthandelszentrum.


Inhaltsverzeichnis

Vorrömische Zeit

Die britischen Inseln wurden schon während der frühen Bronzezeit (2500 – 1500 v. Chr.) von indogermanischen Bauernvölkern besiedelt. Es entwickelte sich eine weitgehend eigenständige keltische Inselkultur und Sprache. Die weltbekannte Megalith-Kultur von Großbritannien (v.a. Stonehenge) ist noch viel älter. Sie wird in das vierte vorchristliche Jahrtausend datiert.


London als Provinzhauptstadt im Römischen Reich

Nach dem Tod des Römischen Kaisers Tiberius im Jahr 37 n. Chr. kam Kaiser Gajus Julius Caesar Germanicus, genannt Caligula, an die Macht. Dieser Römische Kaiser versuchte ab dem Jahr 40 n. Chr. die Provinz Britanniae zu erobern. Die dort ansässigen Völker wehrten sich erbittert, konnten ein Vordringen des römischen Besatzungsheeres jedoch nicht verhindern. Unter Kaiser Publius Aelius Hadrianus (76 – 138 n. Chr.) wurde die nördliche Provinzgrenze mit dem sogenannten Hadrianswall im Jahr 128 n. Chr. festgeschrieben. Auf eine weitere Ausdehnung des Reiches wurde verzichtet. Die römische Provinz Britanniae bekam Straßen und Wasserleitungen. Zur Provinzhauptstadt wurde die römische Stadtgründung Londinium an der Themse gemacht.


Christianisierung von London

Im Jahr 326 verlegte Kaiser Konstantin I., der Große, seine Residenz nach Byzanz, das nun Konstantinopel genannt wurde (heute: Istanbul). Konstantin I. erhob das Christentum zur Staatsreligion im Römischen Reich. Die römischen Provinzhauptstädte wurden zu Bischofssitzen und Veranstaltungsorten von christlichen Synoden gemacht. So geschah es schließlich auch mit Londinium in Britanniae. Auf diese Weise wurde der Römische Kaiser bei der Verwaltung seines riesigen Reiches effektiv durch die christliche Kirche unterstützt. Das Bistum Londinium wurde im Jahr 604 n. Chr. begründet.


Eroberungen der germanischen Angelsachsen in Britannien

Zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. siedelten sich freie Germanenstämme von Jüten (Dänen), Angeln und Sachsen in Britannien an. Der Name England bedeutet eigentlich Angelnland. Der angelsächsische König Alfred der Große (ca. 848 – 899 n. Chr.) behauptete sich gegen die dänischen Wikinger und eroberte London im Jahr 886 n. Chr. für die Angelsachsen zurück. Er ließ erstmals germanisches Gewohnheitsrecht in Britannien schriftlich erfassen und legte damit den Grund für das System des heutigen Common law.

Das oströmisch begründete Christentum in Britannien befand sich in ständiger Defensive gegenüber den heidnischen Stammeskönigen. Im Jahr 644 n. Chr. war irischen Mönchen endlich die juristische Einigung der christlichen Kirchen in England gelungen. Die englische Kirche wurde der Kirche von Rom analog römischem Verwaltungsrecht juristisch unterstellt.


London zur Zeit der Wikingerraubzüge

Ab dem Jahr 793 n. Chr. hatten die norwegischen und dänischen Wikinger auch Britannien regelmäßig überfallen. Viele Stämme siedelten sich auf dem eroberten Land an und bewirkten so einen bleibenden kulturellen Einfluss in England und Schottland. Die Einwanderer erkannten schließlich die Oberhoheit der englischen Könige an und traten zum Christentum über. Schon in dieser frühen kriegerischen Zeit könnte bereits die Artussage als englischer Mythos entstanden sein, denn sie schildert auf ästhetische Weise den freiwilligen Übertritt der alten Kriegerordnung zum ethischen Christentum.


London zur Zeit Knuts des Großen

Ab dem Jahr 994 n. Chr. versuchten die Dänen erneut, England für sich zu erobern. Der Däne Knut II., der Große, besiegte die Angelsachsen im Jahr 1017 n. Chr. und wurde von ihnen als ihr König anerkannt. Im Jahr 1019 n. Chr. kam es durch seine Thronbesteigung in Dänemark zur dänisch-englischen Doppelmonarchie, die Knuts Tod im Jahr 1035 n. Chr. nur sieben Jahre überdauerte. Knut II. war zum Christentum übergetreten, damit er mit dem Römischen Kaiser Konrad II. ein Bündnis gegen das damals noch heidnische Polen schließen konnte. Im Jahr 1066 n. Chr. wurde England von den französischen Normannen erobert.


London als normannische Königsresidenz

Die Fürsten des französischen Herzogtums Normandie waren mit dem englischen Königshaus Wessex eherechtlich verbunden. Mit Zustimmung des Papstes sicherte sich der Normanne Wilhelm der Eroberer durch eine kriegerische Invasion im Jahr 1066 n. Chr. die christliche Thronfolge in England. Nach seinem militärischen Sieg ließ sich Wilhelm I. vom Erzbischof von York zum englischen König krönen. Er sicherte sein Königtum mit einer zentralistischen Verwaltung unter Anerkennung der angelsächsischen Verfassung. Die Reichssteuer „Danegeld“ als Schutzgeld gegen die Dänen verschaffte ihm ein regelmäßiges königliches Steuereinkommen. Wilhelm I. trennte staatsrechtlich weltliche und kirchliche Gerichte voneinander ab und stimmte vertraglich der Zahlung des „Peterspfennigs“ zu, der damals an die Päpste von Rom geleistet werden musste. Wilhelm I. kann daher als Erfinder der vertraglichen Kirchensteuer in England gelten.

Gemäß byzantinischer Rechtsauffassung erklärte er sich selbst zum Oberhaupt der Kirche und reduzierte so den kirchenrechtlichen Einfluss des Papstes in England beträchtlich. Die glanzvolle normannische Herrschaft in England endete mit dem Tod Heinrichs II. im Jahr 1189 n. Chr. zur Zeit der Stauferherrschaft in Europa. Als bauliches Denkmal dieser Blütezeit gilt bis heute der Tower von London.


London und die Magna Charta

Der glücklose normannisch-englische König Johann ohne Land (1167 – 1216) verlor im Krieg gegen Frankreich seine Besitzungen auf dem europäischen Festland. Papst Innozenz III. nützte diese Schwäche und erzwang mit der Bannstrafe die Wiederanerkennung der päpstlichen Lehenshoheit über England. Dies hatte zur Folge, dass sich der englische Adel seine bisherigen Privilegien vom König mit Hilfe der Magna Charta libertatum im Jahr 1215 urkundlich sichern ließ. Es war die erste „grundrechtliche“ Einschränkung der absolutistischen Monarchie weltweit. Mit echten Grundrechten hatte die Magna Charta jedoch nichts zu tun, da es vertraglich um reine Adelsprivilegien ging. Trotzdem markiert das Jahr 1215 den Beginn des Niedergangs des Römischen Feudalsystems und in gewisser Weise somit den Beginn der Europäischen Aufklärung.


London während des Hundertjährigen Krieges

Der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich dauerte von 1337 bis 1453. Die „Erbfeindschaft“ zweier europäischer Nationen konnte erst das heroische Opfer der französischen Nationalheiligen Jeanne d'Arc im Jahr 1431 mäßigen. Sie rettete durch ihren Mut aus Patriotismus die französische Nation vor dem Untergang.

Im Jahr 1349 während des Krieges wurde die Beulenpest aus dem Orient auch nach London eingeschleppt. Die Seuche wütete verheerend. Etwa ein Drittel der Londoner Bevölkerung starb. Unter den traumatischen Eindrücken von Krieg, Krankheit und Tod kam das herrschende Feudalsystem äußerlich erstmals ins Wanken. Den Leibeigenen fiel es in der Not leichter, ihre Grundherren zu verlassen. Der „Herbst des Mittelalters“ war gekommen.


Londoner Volksaufstände

Im Jahr 1381 breitete sich ein großer Volksaufstand von London aus über England aus. Städtische Arbeiter kämpften erstmals für wirtschaftliche Verbesserungen, d.h. für rechtliche Reformen. Das hanseatische Handelskontor in London (Stalhof) wurde nun zum Umschlagplatz für den freien Handel mit Wolle und Tuch. Es bildeten sich erste Handelsprivilegien heraus, die den wirtschaftlichen Aufschwung der Textilindustrie unterstützten. Die englischen Weber solidarisierten sich zunehmend und gewannen so an politischem Einfluss. Unter dem Eindruck von dauernden Bürgerkriegen und Machtkämpfen in England schrieb Thomas Hobbes im Jahr 1651 seine berühmte pessimistische StaatslehreLeviathan“, die häufig der absolutistischen Staatsgewalt als Rechtfertigung diente.


London in der Reformation

Der englische König Heinrich VIII. trennte in den Jahren 1532 – 1534 mit Hilfe des mitregierenden Fürstenparlaments die Kirche in England juristisch von Rom. Für diesen Schritt hatte er persönliche Gründe, denn er wollte sich scheiden lassen. Seit 1535 war daher der König von England auch oberster Kirchenfürst der Anglikanischen Staatskirche. Die Reformation war in England daher zuerst formaljuristisch von oben erfolgt und nicht durch regionale Revolten, wie z.B. in den deutschen Ländern. London war nun eine unabhängige weltliche und geistliche Residenzstadt geworden.


London unter Königin Elisabeth I.

Mit Königin Elisabeth I. (1533 – 1603) begann eine Phase der weiblichen Herrschaft in England. Sie befriedete das religiös zerrissene Land v.a. durch den Erlass der Supremats- und Uniformitätsakte von 1559. England stieg in der Folge zur größten See- und Handelsmacht der Erde auf und besiegte im Jahr 1588 sogar die spanische Flotte. Nun stand der globalen Ausbreitung des British Empire vorläufig kein ernsthafter Gegner mehr im Weg.


Shakespeare in London

Der berühmte englische Dichter und Dramatiker William Shakespeare lebte von 1564 bis 1616 in England. Seit dem Jahr 1592 wirkte er als Schauspieler und Theaterregisseur erfolgreich in London. Seine zahlreichen Werke sind bis heute aktuell und weltberühmt. Seine Stücke machen rechtshistorische Prozesse durch Einzelschicksale spielerisch sichtbar und wirken auf diese Weise volksbildend im Stil der altgriechischen Dichter und Philosophen.


London im Englisch-Holländischen Seekrieg und während der globalen Kolonialisierung

Im Jahr 1609 erlangte die holländische Nation als Republik der Vereinigten Niederlande ihre Unabhängigkeit von Spanien. Trotz des gemeinsamen protestantischen Glaubensbekenntnisses entwickelte sich zwischen England und Holland ein heftiger Konkurrenzkampf im Welthandel. England sicherte sich durch die Navigationsakte von 1651 königliche Privilegien für seine Küsten. Das vergleichende Recht wurde zunehmend wichtig für wirtschaftlichen Erfolg. Der Liberalismus kündigte sich an.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1609 war die Amsterdamer Wechselbank für ein Jahrhundert lang der alleinige Mittelpunkt des für den Welthandel notwendigen freien Weltfinanzverkehrs. Die Bank von England wurde erst 1694 in London gegründet, stieg aber rasch zum zweiten Weltfinanzzentrum auf. Der europäische Wettkampf um die Vorherrschaft im Welthandel entzündete weltweit regionale Kolonialkriege, die im zwanzigsten Jahrhundert zu zwei Weltkriegen ausuferten. Am Ende gab es wenige Sieger und viele Opfer.

Im Jahr 1815 nach der Französischen Revolution waren bereits die Flotten von Holland, Dänemark, Frankreich und Spanien durch Großbritannien besiegt bzw. versenkt. Die Kolonien befanden sich nun überwiegend im Besitz der Krone von England (= British Empire). Englisch wurde zur Weltsprache.


London und die industrielle Revolution

Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich London zu einer Weltmetropole. Die englischen Kriege wurden nun im Ausland geführt und die heimische Wirtschaft konnte sich kontinuierlich entwickeln. Menschen und Güter durften unter dem Common law in ganz Großbritannien frei verkehren. Die britische Regierung hielt Recht und Ordnung aufrecht und schützte die einheimische Industrie vor ausländischer Konkurrenz.

Die Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt (1736 – 1819) verwandelte das englische Weberhandwerk ab 1787 in die Tuchindustrie. Der Bau von Dampflokomotiven auf Schienenwegen verbesserte die Transportmöglichkeiten zu Land erheblich.


London und Lord Byron

Der in London geborene Dichter George Gordon Noel Byron (1788 – 1824) galt ab 1812 als Vertreter der englischen Romantik. Er wurde zu einem der meistgelesenen Dichter des 19. Jahrhunderts. Er unterstützte die Griechen in ihrem Freiheitskampf gegen die Türken und starb im jungen Alter von 36 Jahren in Griechenland an einem Fieber.

Lord Byron kann in eine Reihe gestellt werden mit den deutschen Dichtern des „Sturm und Drang“, v.a. mit Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller.


London und der Unabhängigkeitskrieg der U.S.A.

Die dreizehn britischen Kolonien in Nordamerika erkämpften sich im Unabhängigkeitskrieg zwischen 1775 und 1781 ihre politische Freiheit von der Londoner Zentralverwaltung. Sie wurden ein eigener souveräner Staat: die Vereinigten Staaten von Amerika. Für die Finanzzentrale London war das ein großer Machtverlust, der sich langfristig auswirkte. Die Fabrikbesitzer Englands verarmten und die Arbeiterschaft verelendete. England zog 1812 ein letztes Mal in den Krieg gegen Amerika. Die zwei Jahre des Kampfes brachten aber beiden Nationen nur Verluste an Menschen und Material.


London unter Königin Victoria I.

Die englische Königin Victoria I. (1819 – 1901) übernahm im Jahr 1837 die Macht im Britischen Weltreich. 1840 heiratete sie Albert, Prinz von Sachsen-Coburg-Gotha (1819 – 1861). Das Ehepaar bekam zusammen neun Kinder, die europaweit dynastisch verheiratet wurden. Zwischen 1876 und der friedlichen Revolution unter der Führung von Mahatma Gandhi - bzw. bis zu ihrem natürlichen Tod - nannte sich Victoria I. auch Kaiserin von Indien. Victoria I. und Prinz Albert sind u.a. die Großeltern des Deutschen Kaisers Wilhelm II. (1859 – 1941).


London und die 1. Weltausstellung

Im Jahr 1851 fand in London die 1. Weltausstellung statt. Die moderne Wirtschaft wollte sich den Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt erfolgreich präsentieren. Beinahe sechs Millionen Menschen besuchten damals diese Ausstellung, die vom Prinzen Albert initiiert worden war. London war 1851 am Gipfel seiner Prachtentfaltung als Weltmetropole angekommen.


Gründung der Football Association

Die britische "Football Association" (= nationaler Fußballverband) wurde im Jahr 1863 in der Hauptstadt gegründet.


Wahl des 1. UN-Generalsekretärs

Im Jahr 1946 wurde in London der erste (1.) UN-Generalsekretär von der ersten (1.) UN-Vollversammlung gewählt.


Imperium oder Bundesstaat?

Im Jahr 1973 trat das Vereinigte Königreich der Europäischen Union bei.


Siehe auch

Uk flag.png Den Begriff Rechtsgeschichte UND London im juristischen Web des Vereinigten Königreiches finden