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Lehensrecht

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Hauptseite > Römisches Recht > Ordnung > Konzessionsraum > Soziale Disparität > Feudalismus > Adelsprivileg
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Das gewohnheitsrechtliche Lehnswesen als königliche Eigentumsordnung lässt sich rechtshistorisch bis zur fränkischen Merowingerzeit (482 – 751 n. Chr.) von Paris zurückverfolgen. Wahrscheinlich stellt es die erste Stufe der juristischen Synthese aus germanischem und römischem Recht dar. Es hatte die Funktion, die wirtschaftliche Existenz von Kriegern, d.h. den Wehrstand im Reich zu sichern. Das Land wurde dinglich vom römisch-germanischen König an seine adeligen Krieger gegen die Zusage von Kriegsdienstleistungen „verliehen“. Die bewirtschaftenden Bauern arbeiteten auf „ihren“ Hofstellen des „Herrenlandes“, d.h. auf ihren Lehen als Leibeigene. Lehnsherren („patres familias“) und rechtlose Frauen, Kinder und Leibeigene bildeten zusammen unter dem Lehensrecht eine juristisch erzwungene Adoptivfamilie unter Römischem Recht. So stellten die Kriegerkasten Europas das Bindeglied dar zwischen der jeweils herrschenden Römischen Kaiserdynastie und der europäischen Landbevölkerung. Das Lehensrecht sorgte für die notwendige Stabilität im Reich bis zur Europäischen Aufklärung.

Das lateinische Wort „feudum“ [= das Lehen] ist verwandt mit den beiden lateinischen Wörtern „fiducia“ [= Vertrauen; Geschäft auf Treu und Glauben] und „foedus“ [= Vertrag, Bündnis]. Der Begriff Feudalismus ist daher das lateinische Fremdwort für Lehnswesen. Beide Wörter bezeichnen eine absolutistische Rechts- bzw. Staatsordnung, die den Kaiser zum alleinigen Bodeneigentümer des gesamten Reichsgebiets „von Gottes Gnaden“ erklärt (= Bodenmonopol).

Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation waren viele Personen Glieder dieser Lehenspyramide. Die streng hierarchische Ordnung von oben nach unten – als weltliches Abbild des Monotheismus – hatte in Europa folgende sieben Stufen:

1. Kaiser und Papst ("Zwei-Schwerter-Lehre")

2. König und geistliche Fürsten (Bischöfe, Äbte, Äbtissinnen)

3. weltliche Fürsten (Laienfürsten)

4. Herzöge, Grafen, Freiherren usw.

5. Ritter und Freie Städte (spätere Kommunen)

6. Lehensleute mit ihren Familien

7. Dienstleute, Gesinde (Rechtlose) --> Verbot der Zwangsarbeit in Europa


Dieses Reichslehenssystem endete offiziell bzw. formaljuristisch im Jahr 1806 durch den Hoheitsakt von Kaiser Franz II., mit dem er sein Amt des Deutschen Kaisers mehr oder weniger freiwillig aufgab und das rechtliche Band zwischen dem deutschen und dem österreichischen „Staatskörper“ durch Austritt Österreichs auflöste. Auslöserin dieser nachhaltigen Rechtsfortbildung war die Französische Revolution von 1789.

Die fatale Reaktion der konservativen politischen Kräfte erfolgte erst über hundert Jahre später in Form der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, die zwölf folgenschwere Jahre lang (1933 – 1945) Deutschland und Österreich zum Großdeutschen Reich wiedervereinte.

Ein rechtspraktischer Rest aus der überkommenen Staatsstruktur des Deutschen Reiches stellt heute noch das "Verwaltungsverfahren" der staatlichen Beleihung dar.


Siehe auch

International.png Den Begriff Lehnswesen OR Lehensrecht OR Lehenspyramide im weltweiten juristischen Web finden
International.png Den Begriff Feudalismus im weltweiten juristischen Web finden