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Krimkrieg

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Rumänien > Rechtsgeschichte > Zarentum > Militarismus
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Der relativ kurze Krieg um die wirtschaftlich und strategisch wertvolle Halbinsel Krim im Schwarzen Meer (in der Antike: „Amazonenmeer“) dauerte von 1853 bis 1856. Rechtsgeschichtlich gilt dieser regional begrenzte Krieg als Wendepunkt im europäischen Staatensystem hin zum Nationalismus. Die antike Schlacht um Troja war für Europa von ähnlicher Bedeutung …

Russische Truppen des christlich-orthodoxen Zaren, des Schutzherrn der griechisch-orthodoxen Christen in der Türkei, hatten damals das Gebiet des heutigen Rumänien besetzt. Daraufhin traten England und Frankreich im März 1854 auf der Seite des islamischen Kriegsgegners Russlands, d.h. auf der Seite der Türkei in den Krimkrieg ein. Der letzte französische Kaiser Napoleon III. (1808 – 1873), der durch eine Volksabstimmung an die Macht gekommen war (= plebiszitäre Diktatur), sah sich immer noch als feudalistischer Schutzherr für die orientalischen (katholischen) Christen. Die "Christenparteien" Preußen und Österreich hielten sich weitgehend aus den "christlich motivierten" Kriegshandlungen heraus. Beim anschließenden Friedensschluss waren sie jedoch - solidarisch? - dabei.

Die Hauptstadt der Krim heißt Sewastopol und war damals eine Marinefestung des Zarenreiches. Die Stadt wurde von den Westmächten – wie Troja von den griechischen Stadtstaaten – zum Preis von schweren eigenen Menschenverlusten belagert. Diese Leiderfahrungen führten zum sozialen Eingreifen der Frauen unter der Führung der Engländerin Florence Nightingale (1820 – 1910). Sie organisierte Krankenpflege und Hospitalwesen für Armee und zivilen Bedarf neu – vergleichbar dem Diakonissenwesen in Deutschland.

Am 30.03.1856 nahm der russische Zar schließlich die Friedensbedingungen der Westmächte im Frieden von Paris an. Dieser Friedensvertrag sicherte die Staatssouveränität der Türkei nachhaltig und erschuf politische Neutralität auf dem Verkehrsweg Schwarzes Meer. Rumänien wurde als Konstitutionelle Monarchie unter dem gewählten römisch-katholischen König Carol I. aus der schwäbischen Dynastie Hohenzollern-Sigmaringen langsam zum anerkannten, neuen Nationalstaat in Europa.


Kriegshistorische Betrachtungen

Da die führende (christliche?) Menschheit aus den gemeinsamen Erfahrungen des Krimkrieges noch nichts Entscheidendes gelernt hatte, fand vom 03. – 11.02.1945 auf der Halbinsel Krim im „Amazonenmeer“ die rechthistorischeKonferenz von Jalta“ statt. Dort traf kurz vor Weltkriegsende das internationale Triumvirat Churchill, Roosevelt und Stalin aufeinander und sprach gemeinsam das vernichtende Urteil über die (bösen) Mittelmächte. Teile der amtlichen Verlautbarungen können heute die damalige männliche Sichtweise erklären:

„Es ist nicht unsere Absicht, das deutsche Volk zu vernichten; aber erst nachdem der Nazismus und Militarismus völlig zerstört sind, wird für die Deutschen Hoffnung auf ein bescheidenes Leben und einen Platz in der Rechtsgemeinschaft der Nationen bestehen.

Wir erörterten die Frage des Schadens, den Deutschland den Alliierten in diesem Krieg zugefügt hat, und halten es für gerecht, dass Deutschland Schadensersatzleistungen in Waren im größtmöglichen Umfange leisten muss …

Wir sind entschlossen, eine internationale Organisation zur Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit mit unseren Verbündeten so schnell wie möglich zu gründen. Wir glauben, dass dies wesentlich ist, um Angriffshandlungen zu verhüten und um die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kriegsursachen durch enge und fortlaufende Zusammenarbeit aller friedliebenden Menschen zu beseitigen. Die Grundlagen hierfür wurden in Dumbarton Oaks gelegt. Über die wichtige Frage des Abstimmungsverfahrens wurde dort aber noch keine Einigung erzielt. Die gegenwärtige Konferenz hat diese Schwierigkeit lösen können …

Die Herstellung der Ordnung in Europa und der Wiederaufbau des nationalen Wirtschaftslebens muss so erreicht werden, dass die befreiten Völker im Stande sind, die letzten Spuren des Nazismus und Faschismus zu zerstören und demokratische Einrichtungen nach eigener Wahl zu schaffen. Das ist ein Grundsatz der Atlantik-Charter – das Recht aller Völker, die Regierungsform zu wählen, unter der sie leben wollen -, die Wiederherstellung der Souveränitätsrechte und der Selbstregierung für jene Völker, die ihrer von den Angreifernationen gewaltsam beraubt sind …

Wir versichern nochmals, dass es unser gemeinsamer Wunsch ist, ein starkes, freies, unabhängiges und demokratisches Polen errichtet zu sehen. Die vorläufige polnische Regierung der nationalen Einheit soll verpflichtet sein, sobald wie möglich freie und uneingeschränkte Wahlen mit allgemeinem und geheimem Wahlrecht durchzuführen. Bei diesen Wahlen sollen alle demokratischen und nazifeindlichen Parteien das Recht der Teilnahme und Aufstellung von Kandidaten haben …

Die drei Regierungschefs sind der Ansicht, dass die Polnische Ostgrenze der Curzon-Linie folgen sollte, wovon in einigen Gebieten fünf bis acht Kilometer zugunsten Polens abzuweichen ist. Sie anerkennen, dass Polen im Norden und Westen beträchtliche Gebietserweiterungen erhalten muss. Sie sind der Meinung, dass die Ansicht der neuen Vorläufigen Polnischen Regierung über den Umfang dieses Gebietszuwachses zu gegebener Zeit einzuholen ist und dass die endgültige Festlegung der polnischen Westgrenze danach bis zur Friedenskonferenz zu verschieben ist.

Unsere Konferenz auf der Krim hat erneut unsere gemeinsame Entschlossenheit bekräftigt, im zukünftigen Frieden jene Einigkeit im Ziel und im Handeln beizubehalten und zu stärken, die den Sieg der Vereinten Nationen in diesem Krieg möglich und zur Gewissheit gemacht hat. Wir glauben, dass dies eine heilige Verpflichtung ist, die unsere Regierungen unseren Völkern und den Völkern der Welt schuldig ist. Nur bei dauerndem und wachsendem Zusammenarbeiten und Einvernehmen zwischen unseren drei Völkern und zwischen allen friedliebenden Nationen kann die höchste Sehnsucht der Menschheit verwirklicht werden – ein sicherer und dauernder Friede, der mit den Worten der Atlantik-Charter ‚Gewähr dafür bietet, dass alle Menschen in allen Ländern ihr Leben frei von Furcht und Mangel verbringen können‘. Man denkt, dass der Sieg in diesem Kriege und die Schaffung der vorgeschlagenen Internationalen Organisation die günstigste Gelegenheit bieten werden, für die Zukunft die wesentlichen Bedingungen für einen solchen Frieden zu schaffen.“[1]

Fußnoten

  1. Walter Wulf, Geschichtliche Quellenhefte mit Überblich, Die Welt im Wandel, Heft 11b, Weltgeschichte 1939 – 1946, Seite 46 – 47,Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt am Main, Berlin, München, 2. Auflage 1970


Siehe auch

  • Den Begriff Krimkrieg im rumänischen juristischen Web finden

De flag.png Den Begriff Krimkrieg im deutschen juristischen Web finden
International.png Den Begriff Krimkrieg im weltweiten juristischen Web finden
International.png Den Begriff Sewastopol im internationalen juristischen Web finden

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