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Kreta

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Griechenland > Öffentliches Recht > Insel > gemeinsames kulturelles Erbe Europas
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Rechtshistorische und rechtsphilosophische Betrachtungen

Die größte griechische Insel Kreta ist die „Wiege“ der Europäischen Kultur. Kreta liegt zwischen drei Kontinentalplatten: der afrikanischen, der europäischen und der kleinasiatischen Festlandplatte. Schwere Erdbeben stellen in dieser Region der Erde eine reale Bedrohung für Mensch und Tier dar.

Die Minoische Hochkultur Kretas bildete sich um die Olympische Götterfamilie, deren Vatergott ‚Zeus‘ heißt. Dieser Gott wurde nach griechischem Mythos auf Kreta in der „Diktäischen Höhle“ geboren (vergleiche: Barbarossahöhle im Kyffhäuser-Gebirge). Der zukünftige neue Göttervater entführte im Mannesalter die phönizische Prinzessin ‚Europa‘ in der unverdächtigen Gestalt eines weißen Stiers. Die Mutter von ‚Zeus‘ hieß ‚Rhea‘. Sie stammte von einer ausländischen Götterfamilie ab und suchte wohl auf der Insel Kreta Schutz vor ihrem kindermordenden Mann ‚Kronos‘.

Als ‚Zeus‘ seinen ausländischen Göttervater entmachtet hatte, wurde ‚Hera‘ seine strenge göttliche Ehefrau. ‚Europa‘ wurde seine menschliche Konkubine. Das Liebespaar hatte drei gemeinsame Söhne, die somit Halbgötter waren. Einer von diesen Halbgöttern hieß ‚Minos‘, der seiner Kultur später den Namen gegeben hat. Sein auf Kreta durch Fresken überlieferter Stierkult kam ursprünglich aus Asien, wo das Stieropfer die sonst in der Steinzeit üblichen Menschenopfer ersetzt hatte. Die Ureinwohner Kretas wurden demnach durch die asiatische Fremdherrschaft religionsrechtlich sozialisiert.

Europa‘ hieß die erste kretische Matriarchin der neuen polytheistischen Naturreligion auf Kreta. König ‚Minos‘ war ihr Sohn und erster Thronfolger. So beginnt die Genealogie des Kontinents ohne Thora. Die prächtige Residenzstadt des antiken Kreta hieß Knossos. Die gemauerte Stadt mit ihrem sagenhaften Labyrinth wurde im 20. Jahrhundert archäologisch ausgegraben. Das Minoische Königreich bestand wohl in der Bronzezeit über 1000 Jahre lang, von 2600 v. Chr. bis ca. 1400 v. Chr., als der verheerende Vulkanausbruch die Insel Santorin im Mittelmeer zersprengte.

Dann übernahmen Volksstämme vom Festland die Herrschaft auf Kreta. Für Jahrhunderte versank die Inselkultur wieder im Dunkel der Geschichte. Erst das byzantinische Christentum brachte eine neue Hochkultur auf die Insel mit dem Umzug des Römischen Kaisertums unter Konstantin dem Großen (325 – 337 n. Chr.) von Rom nach Byzanz 330 n. Chr.

Im Jahr 826 n. Chr. wurde Kreta für mehr als ein Jahrhundert von den islamistischen Arabern besetzt. Knossos wurde zerstört und geriet in Vergessenheit. Unter Kaiser Otto I. dem Großen (936 – 973 n. Chr.) gelang die Befreiung der christlichen Inselbevölkerung für die damals noch nicht gespaltene Griechisch-Römische Reichskirche. Durch die päpstlich initiierten Kreuzzüge in das Heilige Land kam die strategisch wichtige Insel Kreta im 13. Jahrhundert in den Besitz der damals unabhängigen Republik Venedig. Venezianische Architektur von damals ist heute noch auf Kreta zu bestaunen, zum Beispiel der Hafen von Rethymno.

Als Konstantinopel im Jahr 1453 von den Osmanen erobert wurde, flohen viele orthodoxe Griechen mit ihren Schätzen nach Kreta. Die Osmanen eroberten die Insel schließlich Zug um Zug zwischen 1538 und 1669. Der lange und verzweifelte Selbstverteidigungskampf der Christen gegen den Islam und die vielen erlittenen Niederlagen haben sich tief in das kulturelle Gedächtnis der Insel und von ganz Europa eingeprägt. Die zweite islamistische Herrschaftszeit auf Kreta war lang und dunkel.

Die kretischen Volksaufstände begannen im Jahr 1821 und endeten noch nicht mit der Unabhängigkeitserklärung des Jahres 1898, als England, Frankreich und Russland die freie Kretische Republik völkerrechtlich anerkannten. Denn im Jahr 1913, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs, erfolgte die staatliche Wiedervereinigung mit Griechenland, das seit 1832 wieder eine christliche Monarchie war.

Im Zweiten Weltkrieg traf der dynastische germanische Familienstreit zwischen Großbritannien und dem Großdeutschen Reich, der sich während des Viktorianischen Zeitalters aufgebaut hatte, leider auch die Insel Kreta hart. Im Mai 1941 landeten Fallschirmspringer der reichsdeutschen Wehrmacht auf Kreta. Sie sprangen von Flugzeugen (= Luftwaffe) ab und besetzten die Insel vorübergehend (= Operation "Merkur"). Die Alliierten befreiten schließlich im Kriegsjahr 1944 diese heiß umkämpfte, weil geliebte Mittelmeerinsel nachhaltig. Der Deutsche Soldatenfriedhof liegt westlich von der Präfekturhauptstadt Chania bei Máleme.

Nach Jahren der Monarchie und/oder Militärdiktatur wurde Griechenland mit Kreta im Jahr 1973 eine parlamentarische Republik. Seit 1981 ist der Archipelstaat Mitglied der Europäischen Union. Die bewegte Inselgeschichte Kretas bildet im Kleinformat die Rechtsgeschichte des ganzen europäischen Kontinents ab. Diese Geschichten vor Ort oder mit Hilfe von Informationsmedien kennen zu lernen, erleichtert den Europäerinnen und Europäern sicher ihre neue zukunftsweisende kontinentale Identitätsfindung …

Siehe auch

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