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Ordensregel

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Klosterregeln sind religiöses Gewohnheits- oder Satzungsrecht. Die erste allgemein anerkannte christliche Klostersatzung war die „Regula“ des heiligen Benedikt von Nursia (ca. 480 – 547 n. Chr.). Der italienische Abt Benediktus erbaute zusammen mit seinen treuesten christlichen Brüdern ab dem Jahr 520 n. Chr. auf den Ruinen eines antiken schamanistischen Apollo-Tempels das erste Kloster Monte Cassino in Italien. Das offizielle Gründungsjahr wird mit 529 n. Chr. angegeben.

Die durch Abschriften überlieferte Benediktinische Klostersatzung regelt in 73 Kapiteln das Zusammenleben von zölibatären Mönchen (oder Nonnen) in der christlichen „Schule des Herrn“. Das weltbekannte Motto lautet „ora et labora“, d.h. bete und arbeite! (= moralischer Imperativ). Die vielen Klosterbrüder und –schwestern des Benediktinerordens bewahren und vermitteln als religiöse Lebens- und Arbeitsgemeinschaften bis heute die antike europäische Kultur und christliche Bildung.

Die ersten Benediktinermönche kultivierten im Tal und an den Berghängen von Monte Cassino in Italien Wein, Oliven, Getreide und Gemüse. Sie leisteten durch ihre landwirtschaftlichen Erfolge einen steigenden Beitrag zur Vermehrung des Klostervermögens. Die Klostersatzung als internes "Gesetz" regelte auch Verwaltung, Wirtschaftsführung und sittliche Ordnung auf beispielhafte Weise. Sie sicherte die patriarchalische Leitung des Klosters als religionsrechtliche Selbstverwaltung. Die Einsetzung des Abts als Klostervorsteher geschah durch „demokratische“ Wahl aller Mönche des Klosters. Der Besitz des jeweiligen Klosters war ein Gemeinschaftsrecht aller. Eigentum und Besitz waren damals noch keine getrennten Sachenrechte. Daher kam es rechtshistorisch zu juristischen und auch kriegerischen Streitigkeiten zwischen Kaiser und Papst, denn beide erhoben als oberste Kirchenfürsten eigene Ansprüche hinsichtlich des Eigentums am klösterlichen Produktionsüberschuss bzw. Vermögen.

Der Jahrhunderte lang andauernde Streit ging als Investiturstreit in die Rechtsgeschichte ein. Er brachte als geniale juristische Konfliktlösung im deutschen Sachenrecht das Abstraktionsprinzip hervor, das u.a. das Eigentum an einer Immobilie ggf. vom Besitz der Immobilie juristisch trennen kann.

Das traditionsreiche Kloster "Monte Cassino" wurde im Zweiten Weltkrieg in die Verteidigungslinie der Mittelmächte einbezogen. Deshalb wurde es im Jahr 1944 durch alliierte Bombenangriffe aus der Luft und durch Artillerie von verbündeten Einheiten aus Großbritannien, Neuseeland, Kanada, Frankreich, Polen und den U.S.A. völlig zerstört.


Siehe auch

International.png Den Begriff Klosterregel OR Ordensregel im weltweiten juristischen Web finden
De flag.png Den Begriff "Monte Cassino" im deutschen juristischen Web finden
It flag.png Den Begriff "Monte Cassino" im italienischen juristischen Web finden