Willkommen auf JurisPedia! Sie sind dazu eingeladen, ein Benutzerkonto einzurichten und zu teilzunehmen. Sie dürfen dafür neue Beiträge schreiben oder bearbeiten, oder die Suchemaschine im Recht Ihres Landes verbessern. Nutzer sollten die Lizenzbestimmungen lesen.
Es gibt zur Zeit 15.845 in ständiger Konstruktion …

Kirchenzensur (de)

aus jurispedia, das gemainsame Recht
(Unterschied zwischen Versionen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
K
K
 
Zeile 29: Zeile 29:
 
Für die [[kommerzielle Kommunikation]]:
 
Für die [[kommerzielle Kommunikation]]:
  
"Demnach Wir wahrnehmen müssen, wasgestalten von denen [[Matrize|hiesigen Druckereien]] einige Zeit her verschiedentliche [[Schriftliche Form (de)|Schriften]], welche vorhero durch die gehörige Zensur nicht gelaufen, [[Presserecht (de)|unter die Presse genommen]] und divulgiert worden. Und Wir dahero '''zur Verhütung dergleichen Inconvenientien''' gnädigst verordnet haben wollen, dass von denen allhiesigen Buchdruckern nichts mehr ohne [[Vorzensur (de)|vorgängige Zensur]] bei '''Einhundert Taler [[Strafe (de)|Strafe]]''' gedruckt werden solle; Also ist hiermit Unser gnädiger Befehl an dich, du sollest denenselben diese Unsere Fürstliche Resolution zu ihrem [[Gute Sitten (de)|respektvollen Verhalten]] und Nachricht [[Kommunikationsrecht (int)|gehörig publizieren]] und im Contraventionsfall vorgeschriebenermaßen dich hiernach achten. [[Stuttgart]], den 28. Mai 1737
+
"Demnach Wir wahrnehmen müssen, wasgestalten von denen [[Matrize|hiesigen Druckereien]] einige Zeit her verschiedentliche [[Schriftliche Form (de)|Schriften]], welche vorhero durch die gehörige Zensur nicht gelaufen, [[Presserecht (de)|unter die Presse genommen]] und divulgiert worden. Und Wir dahero '''zur Verhütung dergleichen Inconvenientien''' gnädigst verordnet haben wollen, dass von denen allhiesigen Buchdruckern nichts mehr ohne [[Vorzensur (de)|vorgängige Zensur]] bei '''Einhundert [[Dollar (us)|Taler]] [[Strafe (de)|Strafe]]''' gedruckt werden solle; Also ist hiermit Unser gnädiger Befehl an dich, du sollest denenselben diese Unsere Fürstliche Resolution zu ihrem [[Gute Sitten (de)|respektvollen Verhalten]] und Nachricht [[Kommunikationsrecht (int)|gehörig publizieren]] und im Contraventionsfall vorgeschriebenermaßen dich hiernach achten. [[Stuttgart]], den 28. Mai 1737
  
 
Für die [[nichtkommerzielle Kommunikation]]:
 
Für die [[nichtkommerzielle Kommunikation]]:

Aktuelle Version vom 11. August 2020, 11:25 Uhr

Dieser Beitrag ist ein Entwurf betreffend das deutsche Recht. Ihr könnt Eure juristischen Kenntnisse durch Bearbeitung mitteilen. Ihr könnt auch die Suchemaschine benutzen… '
'
Suche im deutschen Recht De flag.png
Google Custom Search

Deutschland > Öffentliches Recht > Verfassungsgeschichte > Staatskirche > Kirchengesetz > Zensor
De flag.png



[Bearbeiten] Rechtshistorische Betrachtung

Im Jahr 1737 erließ der Herzog von Württemberg Karl Rudolph als ‚Administrator’ des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation und Kirchenoberhaupt seiner Württembergischen Staatskirche folgende zwei Rescripte aus damals aktuellem Anlass (die deutsche Sprache ist geringfügig an heutige Sprachgewohnheiten angepasst):

Für die kommerzielle Kommunikation:

"Demnach Wir wahrnehmen müssen, wasgestalten von denen hiesigen Druckereien einige Zeit her verschiedentliche Schriften, welche vorhero durch die gehörige Zensur nicht gelaufen, unter die Presse genommen und divulgiert worden. Und Wir dahero zur Verhütung dergleichen Inconvenientien gnädigst verordnet haben wollen, dass von denen allhiesigen Buchdruckern nichts mehr ohne vorgängige Zensur bei Einhundert Taler Strafe gedruckt werden solle; Also ist hiermit Unser gnädiger Befehl an dich, du sollest denenselben diese Unsere Fürstliche Resolution zu ihrem respektvollen Verhalten und Nachricht gehörig publizieren und im Contraventionsfall vorgeschriebenermaßen dich hiernach achten. Stuttgart, den 28. Mai 1737

Für die nichtkommerzielle Kommunikation:

Nachdem Uns missliebig zu vernehmen gekommen, was gestalten eine Zeithero verschiedene herausgekommene geistliche Traktaten ohne vorherige gehörige Zensur, teils allhier, teils auch gar außer Landes zum Druck befördert worden, und Wir dahero zu künftiger Vorbeugung dieses eingerissenen Übelstands, vor unumgänglich nötig erachtet, denen hiesigen Buchdruckern, ohne vorgängige Zensur nichts mehr zu drucken, bei 100 Reichstaler Strafe, aufzuerlegen, anbei nebst gnädigst zu verordnen, dass hinfüro alle editierende geistliche Sachen zu unserm Fürstlichen Consistorio vorhero von denen Auctoribus ad Censuram gehörig eingeschickt werden sollen: Also wird Euch ein solches hiermit in Gnaden nachrichtlich angefüget; und versehen Wir Uns anbei, Ihr werdet nicht allein Euch selbsten hiernach gehorsamst achten, sondern auch solch Unsere gnädigste Willensmeinung denen Euch untergebenen Pastoribus, Diaconis und Praeceptoribus etc. zu ihrem untertänigsten Verhalt, damit ein jeder darunter vor Unserer in nicht verhoffendem Contraventionsfall zu verfahrenden unausbleiblichen scharfen Ahndung sich selbsten hüten möge, gehörig bekannt zu machen wissen. Hieran geschieht Unser ernstlicher Wille und Meinung, und Wir verbleiben Euch in Gnaden gewogen. Stuttgart, den 8. Julii 1737"[1]

[Bearbeiten] Fußnoten

  1. Kirchengesetze des Herzogtums Württemberg, Johann Georg Hartmann, 1. Band, Stuttgart, Akademische Buchdruckerei, 1792


[Bearbeiten] Siehe auch

De flag.png Den Begriff Kirchen-Zensur im deutschen juristischen Web finden
Uk flag.png Den Begriff censorship im juristischen Web des Vereinigten Königreiches finden
Us flag.png Den Begriff censorship im Vereinigten Staaten juristischen Web finden
Eu flag.png Den Begriff censorship im juristischen Web der Europäischen Union finden
Ca flag.png Den Begriff censorship im Kanadische juristischen Web finden
Au flag.png Den Begriff censorship im Australian juristischen Web finden
Nz flag.png Den Begriff censorship im neuseeländischen juristischen Web finden
International.png Den Begriff censorship im internationalen juristischen Web finden

In anderen Sprachen