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Katharer

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Der Name der mittelalterlichen, deutsch-italienischen (ghibellinischen?) Katharersekte ist der Wortursprung für den römischen (guelfischen?) Strafrechtsbegriff Ketzer, der nach seiner tatbestandlichen Feststellung für Römisch-Katholische bis heute zur Strafbarkeit wegen Häresie führt.

‚Katharer‘ sprachbildete sich wohl aus dem bildhaften italienischen Begriff ‚Gazzari‘, der (schwarz-weiße) „Elsterleute“ (die Elster ist ein schwarz-weißer Vogel, der glitzernde Dinge für sein Nest sammelt) als traditionelle (schamanistische) Stammesbezeichnung bedeutete. Die bildhafte italienische Sprache kann auf den religiösen Ursprung der Katharerbewegung im duotheistischen Parsismus hinweisen.

Die im Mittelalter in Europa gut organisierten Katharer stellten eine spirituelle Bedrohung für das römische Reichs-Christentum dar, denn die Sekte lehnte das Dogma von der Dreifaltigkeit des monotheistischen Gottes ab. Die Katharer waren hier den slawischen Bogomilen und den Albigensern in ihren religiösen Anschauungen ähnlich. Alle drei Häretikergruppen wurden von den beiden Reichskirchen von Byzanz (griechisch) und Rom (lateinisch) gnadenlos verfolgt und ausgerottet. Denn die asketischen Laienreformbewegungen hatten einige wichtige Sakramente der Römischen Reichsreligion für ihre Anhängerinnen und Anhänger abgeschafft: die Kindertaufe, das Ehesakrament und das damals noch heilige Fegefeuer als unmenschliches Angsterziehungsmittel zur Inkultation. Eine überlieferte lateinische Begründung aus dem Mittelalter gegen das Ehesakrament lautet folgendermaßen: „Illud semper esse cum peccato et nunquam sine peccato posse fieri ipsumque a Deo bono non esse institutum.“

In Frankreich sind Katharer schon im Jahr 1178 für Toulouse dokumentiert (= „bons hommes“). Damals lebte Moses Maimonides schon in Kairo. Erinnerungsreste des westgotischen (arianischen) Glaubens dürften den Anschluss an die neuen Sektierer aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sicherlich befördert haben. Der Vormund von Stauferkaiser Friedrich II., Papst Innozenz III., sah sein christliches Weisungsrecht im Weströmischen Reich real bedroht. Das Heilige Offizium wurde daher als (fundamentalistische) Reichsanwaltschaft neu eingerichtet. Die Inquisitionsgerichte nahmen ihre Arbeit auf …

Außer den Bogomilen, den Katharern und den Albigensern bildeten sich damals in Europa auch noch die Neu-Manichäer und die Waldenser sowie viele andere unbekannt Gebliebene. Nur wenige dieser Falschgläubigen haben damals die grausamen Verfolgungen durch die Römische Inquisition überlebt. Die christliche Kirche in Europa war zu einer großen Räuberbande im Namen Gottes geworden und zeigt ihren Gläubigen bis heute keine vorbildhafte Buße

Ab dem 17. Jahrhundert erlebte Europa wieder ein vergleichbares urchristliches Aufblühen durch den sogenannten Pietismus, der durch ein kleines Buch des evangelischen Pfarrers Philipp Jakob Spener aus Frankfurt am Main (weltweit) ausgelöst wurde. Der Titel der im Jahr 1675 erschienenen Schrift lautet: „Pia Desideria oder hertzliches Verlangen nach gottgefälliger Besserung der wahren evangelischen Kirchen“. Anlässe zur Besserung gab es damals wohl in verstärktem Maß: Im Jahr 1675 fiel das schwedische Heer, verbündet mit dem französischen König Ludwig XIV., kriegerisch in Brandenburg ein. Damals siegte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Preußen in der Schlacht bei Fehrbellin gegen seine von Katholiken aufgehetzten protestantischen Glaubensbrüder aus Schweden. Die alten Dynastien in Europa missbrauchten die seit dem Westfälischen Frieden von 1648 zugelassenen christlichen Reichskonfessionen für ihre egoistischen Herrschaftszwecke.

Der Erfolg der deutschen Reichsreform in Glaubensfragen war jedoch nachhaltig – nicht zuletzt dank der Württembergischen Religionsverfassung, die eine regional begrenzte Schutzordnung mit Hilfe des Rechts schuf. Martin Luther hatte das Ehesakrament in seiner Evangelisch-Lutherischen Landeskirche bekanntlich abgeschafft. In der Landeskirchlichen Gemeinschaft befinden sich in Deutschland heute gut integrierte ehemalige Ketzergruppen unter einem gemeinsamen Schutzdach …

Über die Freiheitsfähigkeit des Menschen als Gattungswesen hatten schon die relativistischen Dualisten des Mittelalters moderne Ansichten. Die Befreiung des Menschen aus der Herrschaft des bösen Prinzips, d.h. aus dem subjektiven Unterworfensein unter seine eigenen Triebkräfte, schien damals durch das sogenannte „consolamentum“ möglich. Das „consolamentum“ war das Auflegen der heilenden Hände des asketischen Priesters oder der asketischen Priesterin auf seinen/ihren Schüler bzw. seine/ihre Schülerin. Diese alte Heilslehre kommt heute wieder zurück als "Reiki"-Heilverfahren, bleibt schulmedizinisch jedoch aus gutem Grund umstritten. Der Begriff "REIKI" kommt aus der japanischen Sprache und bedeutet "Universale Lebensenergie" oder "göttliche Kraft". "Reiki" gehört wohl in den Bereich des Schamanismus und kann schwache Menschen auch von ihrem Heiler oder ihrer Heilerin persönlich abhängig machen, anstatt sie zu ihrem inneren „arbitrium liberum“ zu geleiten …


Siehe auch

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