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Kategorischer Imperativ

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Der Begriff Imperativ meint in der Grammatik einer Sprache die jeweilige Befehlsform eines Verbs, z.B. vom Verb „sprechen“ die Form „sprich!“. Der deutsche Philosophieprofessor Immanuel Kant hat Imperative in zwei unterschiedliche Arten eingeteilt: hypothetische und kategorische Imperative. Betrachtet man diese begriffliche Unterscheidung nicht aus theologischer, sondern vielmehr aus rechtsphilosophischer oder juristischer Sicht, dann erkennt man in dieser Zweiteilung die philosophische Trennung von Moral (Ethik) und Recht wieder. Juristisch stellen hypothetische Imperative also moralische Normen, z.B. Obhutspflichten, dar, kategorische Imperative sind geltende Gesetze eines Staates.

Immanuel Kant stellt in seinem Werk „Kritik der praktischen Vernunft“ die These auf, dass es einen allgemein gültigen Kategorischen Imperativ als „Goldene Menschheitsregel“ gibt. Diese Regel ist die Folge eines mathematischen, d.h. logischen Naturgesetzes, das das soziale Leben aller Menschen der Erde bestimmt (früher bekannt als Karmagesetz). Es lautet in Anlehnung an Kant’s Rechtsdefinition: Die wahrhaft rechtliche, d.h. gerechte Ordnung eines Staates bildet sich unter denjenigen Bedingungen heraus, unter denen die Willkür des einen Staatsbürgers mit der Willkür aller anderen mit Hilfe eines geltenden Staatsrechts der Freiheit zusammen vereinigt werden kann.

Der von diesem logischen Grundsatz abgeleitete Kategorische Imperativ Kant’s lautet entsprechend:

Handle so, dass die Maxime Deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne!“ [1]

Dieses soziale Grundgesetz und sein Imperativ waren und sind nicht moralisch gemeint. Es ist ein von Kant entdecktes logisches Naturgesetz der Menschheit - ausgedrückt durch Sprache -, das durch individuelles Verstehen (= Aha-Erlebnis) wie von selbst zu sozialem Verhalten beim Verstehenden führen kann. Zum Verstehen dieses abstrakten, allgemein gültigen Sozialgesetzes der Menschheit ist jedoch eine ästhetische Erziehung und Bildung notwendig. Nur theoretisch kann ein Verständnis dieses komplexen Sittengesetzes leider nicht vermittelt werden. Daher wird es bis heute meist missverstanden – vor allem von Theologen!!!.


Inhaltsverzeichnis

Rechtssoziologische Betrachtung

Als Variante des Kategorischen Imperativs von Immanuel Kant hat Viktor Emil Frankl, der Erfinder der Logotherapie, folgende Empfehlung für Orientierung suchende Menschen hinterlassen: „Lebe stets so, als lebtest du zum zweiten Mal – und als hättest du beim ersten Mal so falsch gehandelt, wie du es gerade im Begriff bist zu tun.“[2]


Religionsphilosophische Betrachtung

Zur Erklärung des in Altindien gefundenen und religiös interpretierten Karma-Gesetzes soll hier ein Text des fachkundigen A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada, eines anerkannt göttlich Eingeweihten des Hinduismus, dienen:

„Den Kreislauf der Geburten und Tode gibt es nicht nur in der menschlichen Form des Lebens. Wenn sich jedoch einem Lebewesen die Möglichkeit eines Lebens als Mensch bietet, besteht Aussicht darauf, von der Kette des Karma-Gesetzes frei zu werden. ‚karma‘, ‚akarma‘ und ‚vikarma‘ sind Prinzipien, die sehr klar in der „Bhagavad-gita“ beschrieben werden. Handlungen, die im Sinne der in den Offenbarungsurkunden vorgeschriebenen Pflichten ausgeführt werden, werden ‚karma‘ genannt. Handlungen, die einen von dem Kreislauf der Geburten und Tode befreien, werden ‚akarma‘ genannt. Und Handlungen, die im Missbrauch der eigenen Freiheit ausgeführt werden und die einen in die unteren Regionen des Lebens führen, werden ‚vikarma‘ genannt.

Von diesen drei Handlungsweisen ziehen intelligente Menschen diejenige vor, die einen von weiterem Gebundensein an das ‚karma‘ frei macht. Der Durchschnittsmensch will gute Arbeit leisten, um Anerkennung zu finden und um Prestige in dieser Welt oder einer anderen zu erlangen, aber die fortgeschrittenen Menschen wollen ganz und gar frei werden von den Aktionen und Reaktionen des Werketuns. Die intelligenten Menschen wissen sehr wohl, dass sowohl gutes wie auch schlechtes Werketun Anlass für die physischen Leiden des Lebens sind. Deshalb trachten sie nach Betätigung, die sie von den Reaktionen des guten und schlechten Werketuns frei macht. …

In Wirklichkeit braucht man nichts weiter zu tun, als Gott in hingebungsvoller Liebe zu dienen. Auf der unteren Stufe des Lebens kann man sich jedoch nicht plötzlich die Tätigkeiten des liebenden Gottdienens zu eigen machen, noch ist man in der Lage, gänzlich mit dem Reaktionen hervorrufenden Werketun aufzuhören. Für eine bedingte Seele ist es üblich, direkt oder indirekt für die Befriedigung der Sinne zu arbeiten, für das eigene selbstische Interesse. Der Durchschnittsmensch will für den eigenen Sinnesgenuss arbeiten. Wird dieses Prinzip des Sinnesgenusses des Einzelnen erweitert, um die Gesellschaft, das Volk oder die Menschheit mit einzuschließen, dann nimmt dieses Prinzip verschiedene anziehende Namen an wie, zum Beispiel, Altruismus, Sozialismus, Kommunismus, Nationalismus, Humanismus usw. Diese Ismen sind gewiss sehr anziehende Formen des „karma-bandhana“, des Gebundenseins durch das eigene Werketun. … Diese Menschen mit ihrem geringen Wissen kennen nicht die Allmacht Krsnas, der nach Seinem Wunsch Materie in Geist und Geist in Materie umwandeln kann. Deshalb manifestiert Sich Krsna denjenigen, die sich dem intellektuellen Spekulieren hingeben, nicht in Seiner ganzen Fülle. Er kann nur nach dem Grade der eigenen Hingabe erkannt werden. Und der entartete Zustand der Lebewesen ist einzig auf das Vergessen unserer Beziehung zu Gott zurückzuführen.

Aus diesem wie auch aus vielen anderen ‚mantras‘ der Veden geht ganz eindeutig hervor, dass Gott seit unvordenklichen Zeiten der Versorgende ist. Die Lebewesen begehren, und Gott versorgt sie mit den Objekten des Begehrens, je nach dem Grade der Qualifikationen. Will man Richter beim obersten Gerichtshof werden, dann muss man sich nicht nur die nötigen Qualifikationen zu eigen gemacht haben, man ist auch von der Einstellung der dafür in Frage kommenden Autorität, die den Titel eines Richters beim obersten Gericht verleihen kann, abhängig. Die Qualifikationen eines Richters beim obersten Gericht zu haben, reicht nicht aus, um dieses Amt auch zu bekleiden. Dieses muss durch höhere Autorität verliehen werden. Ebenso gewährt Gott den Lebewesen, je nach dem Grade ihrer Qualifikationen – mit anderen Worten nach dem Gesetz des ‚karma‘ – Anteil an der Freude. Diese Qualifikationen haben jedoch ohne die Gnade Gottes keine Bedeutung.“[3]


Fußnoten

  1. Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, 1. Teil, 1. Buch, 1. Hauptstück, § 7 Grundgesetz der reinen praktischen Vernunft
  2. Viktor Emil Frankl, Basic Concepts of Logotherapy, Boston 1959. Viktor Emil Frankl wurde 1905 in Wien geboren. Er arbeitete wieder erfolgreich als Facharzt und Professor für Psychiatrie und Neurologie, nachdem er das Konzentrationslager Auschwitz überlebt hatte.
  3. Sri Isopanisad, Übersetzung der Meisterworte durch Govinda 30, 484 am 12.03.1971 im Sri Sri Radha-Krsna-Tempel in Hamburg; THE BHAKTIVEDANTA BOOKTRUST 1971


Links


Siehe auch

International.png Den Begriff Kategorischer Imperativ im weltweiten juristischen Web finden
At flag.png Den Begriff Viktor Frankl im österreichischen juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "Loi impérative" im französischen juristischen Web finden ("Loi impérative" in Deutsch)

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