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Kastenwesen

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Indien > Rechtsgeschichte > Feudalismus > Indischer Kaiser
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Das sogenannte Kastenwesen ist die uralte hierarchische Standesordnung des feudalen Indiens. Die Bezeichnung könnte mit dem lateinischen Rechtsbegriff ‚castellum‘ verwandt sein. ‚castellum‘ bedeutet Blockhaus, Fort, Festung, Zufluchtsort. Die indischen Kasten wurden – ähnlich wie im römisch-feudalen Kaiserreich - von den arischen Eroberern aus Afghanistan als religionsrechtliche Hierarchie eingerichtet, um die matriarchalischen Induskulturen patriarchalisch zu beherrschen. Die naturrechtliche Staatsgewalt der polytheistischen Hierarchie bildete jedoch weiterhin eine Muttergöttin, "Ka-li" genannt.

Die priesterliche Kastendoktrin erklärte den indischen Gläubigen, dass ihre angeborene Kastenzugehörigkeit unabänderlich, d.h. eine Festung sei. Hohe Kasten seien als Belohnungen für vorherige gute Erdenleben, niedrige Kasten als Buße für vorherige schlechte Erdenleben anzusehen. Die Lehre von der Wiedergeburt war für dieses naturreligiöse Glaubensgebäude eine notwendige Bedingung. Wer nicht mehr an seine Wiedergeburt glaubte, musste das indische Kastensystem als eine sehr ungerechte Gesellschaftsordnung empfinden. Das ist schlicht logisch.

Am schlechtesten ging/geht es den sogenannten ‚Parias‘, den indischen Ausgestoßenen oder Kastenlosen. Sie waren für Kastenmitglieder unberührbar, d.h. keine Menschen. Sie mussten wie die Sklaven während des europäischen Altertums und während der amerikanischen Kolonialzeit die gesellschaftlich notwendigen körperlichen Arbeiten erledigen, meistens Wasser holen und Brennholz hacken. Ein früher biblischer Hinweis auf diese Kastenlosen oder Sklaven während der monotheistisch-patriarchalischen Eroberung des alten matriarchalischen Siedlungslandes lautet so: „Da sagten alle Vorsteher zu der Gemeinde: Wir haben ihnen beim Herrn, dem Gott Israels, einen Eid geleistet. Darum können wir ihnen nichts tun. Wir wollen es so mit ihnen machen: Wir werden sie am Leben lassen, damit nicht wegen des Eides, den wir ihnen geschworen haben, ein Zorngericht über uns kommt. Die Vorsteher sagten also zu ihnen: Sie sollen am Leben bleiben. So wurden sie Holzfäller und Wasserträger für die ganze Gemeinde, wie es ihnen die Vorsteher sagten.“[1]

Versklavung war im Altertum gegenüber der sonst üblichen Ausrottung schon ein rechtlicher Fortschritt. Das Wort ‚Parias‘ ist Tamilisch und dürfte verwandt sein mit dem lateinischen Verb ‚pario‘, das ich gebäre bedeutet ...


Fußnoten

  1. Die Bibel, Einheitsübersetzung, Das Buch Josua, Die Eroberung des Landes 9.19-21, Schwabenverlag AG, Ostfildern 1992

Siehe auch

International.png Den Begriff Kastenwesen im weltweiten juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "domination d'une caste" im französischen juristischen Web finden ("domination d'une caste" in Deutsch)

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