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Karolingische Bildungsreform

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„Die Kirche war das weitaus wichtigste Bollwerk (= "Fels") für die Kontinuität der Kultur, für die Kunst des Lesens und Schreibens sowie für den Umgang mit Urkunden, Briefen und Büchern. Hierbei bediente man sich allerorten derselben Sprache, des Lateinischen, das man aus den Trümmern des weströmischen Reiches herübergerettet hatte. In gedeihliche Verhältnisse hat erst das fränkische Geschlecht der Karolinger, hat insbesondere Karl der Große (768 – 814) diesen durch die Krise des sich auflösenden Merowingerreichs verschlimmerten Zustand überführt. Als Vorbild diente hierbei die Epoche, die dem Völkersturm unmittelbar vorausgegangen war, die Spätantike, die Zeit Kaiser Konstantins und der Kirchenväter, und die Durchführung der Reform- und Aufbauarbeit wurde vornehmlich Klerikern anvertraut, die aus einer unversehrt gebliebenen Randzone, aus Irland, Schottland und Britannien, herbeieilten. ...

Karl der Große wurde so durch seine Maßnahmen zum Schöpfer eines Zustandes, der weite Teile Europas, das ganze Gebiet der westlichen Kirche, bis zum siebzehnten, ja achtzehnten Jahrhundert geprägt hat: zum Schöpfer des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bilinguismus. Man versteht hierunter das Nebeneinander einer Vielzahl von Volkssprachen und des einen Latein, wobei dieses nicht nur der Verständigung unter verschiedenen Völkern, wie im 17. und 18. Jahrhundert das Französische und gegenwärtig das Amerikanische, sondern auch nahezu dem gesamten Schriftwesen diente, der Gesetzgebung und Verwaltung, der Wissenschaft und Literatur. Das Mittel, durch das Karl dies erreicht, durch das er bewirkt hat, dass große Teile der Führungsschicht seines Reiches ein ihnen fremdes, nirgendwo mehr wahrhaft lebendiges Idiom erlernten, und zwar überall nach den selben Regeln und ohne lokale Differenzen, war das von ihm nach einheitlichen Prinzipien gegründete und streng überwachte Schulwesen.“[1]


Fußnoten

  1. Manfred Fuhrmann, Bildung, Europas kulturelle Identität, Teil I Die historischen Grundlagen, Die karolingische Bildungsreform, Seiten 13 – 16, Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 2002

Siehe auch

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