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Jurispedia:Über Jurispedia

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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JurisPedia ist ein Hochschulprojekt, das über das Internet zugänglich ist und sich den Rechtssystemen der Welt sowie den Rechts- und Politikwissenschaften widmet. Das Ziel besteht darin, Informationen zum Recht aller Staaten anzubieten. Dabei macht gerade das Internet ein Angebot solcher Information auf weltweiter Ebene erst möglich. JurisPedia verbindet, basierend auf einem Wiki[1], die Möglichkeit, Beiträge leicht einzufügen, mit einer anschließenden akademischen Kontrolle dieser Beiträge. Dieses internationale Projekt ist aus einer freien Zusammenarbeit mehrerer Forschergruppen und juristischer Fakultäten entstanden[2]. Die Internetseiten sind in sieben Sprachen zugänglich[3]. Innerhalb von zwei Jahren hat das Projekt über 5000 Artikel und Entwürfe zu den Rechtssystemen von dreißig Ländern, sowie über 6000 angemeldete Nutzer gesammelt und ist zu einer der weltweit wichtigsten, frei zugänglichen juristischen Websites auf arabischer Sprache geworden[4].

Die offene Zugänglichkeit dieses Jura-Wikis, zu dem jeder Internetnutzer beitragen kann, hat bei weitem nicht zu einem massiven Zufluss unkontrollierbarer Inhalte geführt. Obwohl die Anzahl der Artikel deutlich zunimmt, bleibt sie in einem vernünftigen Rahmen. Der deutlich akademische Hintergrund des Projektes hat insbesondere Teilnehmer aus einem höheren juristischen Niveau angezogen. So wurden die Grundlagen dieses Projekts von zahlreichen Studenten der Abschlusssemester und Doktoranden, aber auch von promovierten Juristen, Professoren sowie Anwälten, Notaren und Richtern aus über dreißig Ländern je nach Verfügbarkeit geschaffen.

Es wurde möglich, aus dieser Dynamik, dieser kollektiven Intelligenz[5] mehr zu machen, als nur ein weiteres « Jura-Wikipedia ». Da die Mehrheit der Teilnehmer auf dem Gebiet der Rechtsinformatik arbeitet, wurde im Rahmen dieses Projekts bald eine Reihe von Hilfsmitteln zusammengestellt, die Forschung und Zugänglichkeit von Informationen im Internet erleichtern. Zunächst ermöglichen es Tools des Web 2.0, eine Suche auf juristisch passende Bereiche des Internets zu begrenzen[6]. Doch unsere Mitarbeit bei der Entwicklung semantischer Hilfsmittel, die wir auf rechtswissenschaftliche Aspekte anwenden, soll auf der Grundlage des sich weiterentwickelnden Projektes JurisPedia ein Tool von selbstverständlicher Zuverlässigkeit bilden[7]. Diese Entwicklung soll außerdem semantische Verbindungen zwischen den Rechtssystemen der Welt herstellen, so dass rechtsvergleichende Forschung erleichtert wird.

Auf einer anderen Ebene bietet sich diese Verbindung zwischen Beiträgen und Beitragenden gerade für eine Verwendung des Internets in der akademischen Welt an: Neben Internet-basiertem Lernen und der Verwendung des Internets als ein Mittel, klassische Unterrichtseinheiten wieder- und weiterzugeben, ist JurisPedia auch eine Schnittstelle zwischen den Schulbänken der juristischen Fakultäten und der äußeren Welt…

Beispielsweise ist es bereits möglich, bei JurisPedia Informationen zum indonesischen Zivilrecht auf Französisch oder zum senegalesischen Verfassungsrecht auf Arabisch zu finden. Darüber hinaus verfügen die Leser aber auch über ein Mittel, direkt je nach Bedürfnis, den jeweiligen Autoren des Artikels zu kontaktieren, um diesen um Präzisierungen zu einem bestimmten Punkt des eigenen Rechtsgebietes oder eines exotischeren Landes für universitäre oder berufliche Zwecke zu bitten.

Die Inhalte unterliegen einer flexiblen Creative Commons-Lizenz[8], die eine Wiederverwendung nur aus kommerziellen Zwecken verbietet. Eine derartige Nutzung ist nur mit dem Einverständnis des Beitragenden möglich. Diese Wahl scheint in der betroffenen Informationsgesellschaft fair, da die digitale Kluft ein wichtiges Element für jedes internationale Projekt dieser Art ist. Schließlich können nur die weit entwickelten Länder derartige Gemeinschaftskreationen kommerziell nutzen. Wir sind somit stolz, Beiträge aus Haiti oder dem Sudan zu verzeichnen.

JurisPedia ist ein internationales Projekt, das bestimmten einfachen und zugleich föderativen Regeln folgen soll. Aus diesem Grund haben wir uns von Anfang an bemüht, eine länderspezifische Schwerpunktsetzung sowie Voreingenommenheiten zu vermeiden: Es soll über das tatsächliche Recht informiert werden und nicht etwa darüber, wie dieses in einem gegebenen Land sein sollte. Natürlich folgen wir der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Die Beobachtung von Rechtssystemen der verschiedenen Staaten bedeutet nicht unbedingt, dass wir einen globalisierenden Ansatz verfolgen. Da wir gern Selbstverständlichkeiten betonen, möchten wir darauf hinweisen, dass das Recht auch jenen Kulturen eigen ist, die sich von unserer eigenen mehr oder weniger stark unterscheiden[9].

Das gemeinsame Recht wird somit ein Programm, in dem nicht nur niemand das Gesetz verkennen soll, sondern in dem JurisPedia nach und nach auch die Möglichkeit bietet, Entwicklungen anderswo, nicht nur im Westen, sondern auch im Norden, Osten und Süden, kennen zu lernen und darauf zu reagieren.


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Registrierte Benutzer
Administratoren
Michel Bibent, Professor und Direktor des Équipe de Recherche Informatique et Droit (Université Montpellier I), Frankreich
Maximilian Herberger, Professor und Kodirektor des Instituts für Rechtsinformatik (Universität des Saarlandes), Deutschland
Esther Hoorn, Information Specialist and Researcher, Law and ICT, Faculty of Law (University of Groningen), Niederlande
Pierre Mackay, Professor der Faculté de science politique et de droit (Université du Québec à Montréal), Kanada
Nguyen Ngoc Dien, Professor und Direktor der Faculty of law (Can Tho University), Vietnam
Hughes-Jehan Vibert, wissenschaftlicher Mitarbeiter (Instituts für Rechtsinformatik (Universität des Saarlandes), Initiator

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  1. Ein Wiki ist eine dynamische Website, an deren Entstehung, Entwicklung und Aktualisierung jeder Internetnutzer teilhaben kann.
  2. Derzeit :
    Équipe de Recherche Informatique et Droit (Universität Montpellier I),
    die juristische Fakultät von Can Tho (Vietnam),
    die juristische Fakultät Groningen (Niederlande),
    das Institut für RechtsInformatik der Universität des Saarlands,
    Juris der Fakultät für Politik- und Rechtswissenschaft an der Universität des Québec in Montréal.
    Dies ist keine abschließend Liste, denn das Projekt steht weiteren Forschungsgruppen und juristischen Fakultäten insbesondere aus südlichen Ländern offen.
  3. Deutsch, Englisch, Spanisch, Mandarin, Niederländisch, Arabisch und Französisch. Die beiden zuletzt genannten Versionen sind besonders aktiv.
  4. Die arabische Version von JurisPedia wurde im Dezember 2005 im Rahmen des UN-Weltgipfels zur Informationsgesellschaft im Haus der Vereinten Nationen vorgestellt: Legal Informatics - An Arab Perspective, Haus der Vereinten Nationen, Beirut, 12.-14. Dez. 2005
  5. Der Begriff der kollektiven Intelligenz wurde im Zuge der noch immer fortschreitenden Entwicklung des Internets zu einem weltweiten Massenmedium wiederentdeckt. Es handelt sich dabei um eine soziale Dynamik, wie auch das Recht eine ist. Mit ihrer Existenz kann sie zu guten, aber auch zu schlechten Ergebnissen führen. Ein besserer Begriff für dieses Internet-Phänomen scheint uns jener einer konnektiven Intelligenz zu sein.
    Siehe Fazy, James (1794-1878), Kollektive Intelligenz in Gesellschaften. Kurs der Verfassungsgesetzgebung (Nur auf Französisch verfügbar), Genf, 1873, Imprimerie V. Blanchard ; oder auch Le Bon, Gustave (1841-1931) Psychologie der Massen, Stuttgart : Kröner, 1964
    http://www.textlog.de/le-bon-psychologie.html
    De Kerckhove, Derrick, Connected intelligence, The arrival of the web society, Toronto, Somerville House Publ., 1997.
  6. Wie Google Co-op, wo sichdie Leistung von 450.000S uchmaschinen auf die Auswahlvon einigen hundert verlässlichenund passenden Sites konzentriert.
  7. Insbesondere durch die Verwendung von SemanticMediaWiki, das vom Institut für Angewandte Informatik des Forschungszentrums Karlsruhe ins Leben gerufen wurde.
    http://ontoworld.org
  8. Namensnennung - NichtKommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
    http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de
  9. Die Einstufung von Tieren als Sachen kann in Gesellschaften, in denen die Beziehung der Menschen zum Leben anders begriffen wird, absurd erscheinen. Geschichte und Literatur haben uns häufig von derartigem Erstaunen berichtet, wenn sich Kulturen beobachten (siehe, für das Strafrecht vor 900 Jahren, Maalouf, Amin, Der Heilige Krieg der Barbaren. Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber, München : Deutscher Taschenbuch Verl., 2003).


JurisPedia in the 37th Annual Conference of the CPLQ, May 17-19, 2006 « New Frontiers », may 19th 2006, Laval (Québec, Kanada), Presenter: Pierre Mackay

JurisPedia in the United Nations House, « Legal Informatics – An Arab Perspective » December 13th, 2005, Beirut, (Libanon), Presenter: Hughes-Jehan Vibert



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