Willkommen auf JurisPedia! Sie sind dazu eingeladen, ein Benutzerkonto einzurichten und zu teilzunehmen. Sie dürfen dafür neue Beiträge schreiben oder bearbeiten, oder die Suchemaschine im Recht Ihres Landes verbessern. Nutzer sollten die Lizenzbestimmungen lesen.
Es gibt zur Zeit 14.972 in ständiger Konstruktion …

Jugendstrafrecht (de)

aus jurispedia, das gemainsame Recht
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Beitrag ist ein Entwurf betreffend das deutsche Recht. Ihr könnt Eure juristischen Kenntnisse durch Bearbeitung mitteilen. Ihr könnt auch die Suchemaschine benutzen… '
'
Suche im deutschen Recht De flag.png
Google Custom Search

Deutschland > Öffentliches Recht > Strafrecht > Jugenddelinquenz > Generationengerechtigkeit
De flag.png


Das Jugendstrafrecht, d.h. speziell für Jugendliche ab dem Strafmündigkeitsalter geschaffene Strafrechtsnormen, ist ein Ergebnis der Europäischen Aufklärung. Erst durch die modernen Erkenntnisse der Sozialwissenschaften über die menschliche Sozialisation konnten moderne Strafrechtler während der Weimarer Republik im Deutschen Reich das strafmildernde Reichsjugendgerichtsgesetz im Parlament durchbringen. Es wurde 1923 erlassen. Die Strafmündigkeit der Jugendlichen wurde auf 14 Jahre heraufgesetzt und der Vorrang von bessernden Erziehungsmaßnahmen vor der Strafe wurde per Gesetz festgelegt. Außerdem wurde die Möglichkeit der Aussetzung einer Strafe zur Bewährung nun im Gesetz festgeschrieben und damit der moralischen Kategorie Gnade entzogen.

Das erste separate Jugendgefängnis auf deutschem Boden wurde 1911 in Wittlich in Rheinland-Pfalz eröffnet. Schon 1922 folgte der Erlass des sogenannten Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes, um die zunehmend sozial gefährdeten Kinder und Jugendlichen rechtzeitig vor einer kriminellen Laufbahn zu bewahren. So entwickelte sich während der Weimarer Republik die sogenannte Fürsorgeerziehung, durch deren Einrichtungen der „Vater Staat“ ein formaljuristisches Wächteramt über alle seine minderjährigen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger beanspruchte. Ein derartiges positivistisches juristisches Konstrukt musste in fundamentalistischen Diktaturen zwangsläufig zu menschenrechtsverachtenden Zwangserziehungseinrichtungen führen. Sowohl die Konzentrationslager der Nationalsozialisten als auch die Zwangsarbeitslager der russischen Kommunisten sowie die fundamental-katholischen Erziehungsanstalten in Irland sind Beispiele für dieses Unrechtsphänomen der Menschheit. Nur durch eine grundrechtlich gestützte bzw. geschützte demokratische Staatsregierung kann die gesetzliche Fürsorge- und Unterhaltspflicht des Staates auch zum Wohl der Kinder und Jugendlichen geraten. Diese Lehre haben Deutschlands Juristen aus ihrer jüngsten Rechtsgeschichte gezogen.

Im Jahr 1953 wurde das reformierte bundesdeutsche Jugendgerichtsgesetz neu erlassen. Nach der Deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde es durch das 1. Jugendstrafrechtsreformgesetz überarbeitet und 1991 erließ der Deutsche Bundestag das korrespondierende Kinder- und Jugendhilfe-Gesetz, das heute einen Teil des deutschen Sozialgesetzbuches (8. Buch) darstellt. Weitere Gesetze zum präventiven Schutz von Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind:


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Jugendstrafrecht im deutschen juristischen Web finden
Eu flag.png Den Begriff "juvenile criminal law" im juristischen Web der Europäischen Union finden

In anderen Sprachen