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Internationales Handelsrecht (de)

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Ein juristisch durchsetzbares internationales Handelsrecht, d.h. ein Internationales Handelsrecht im modernen Sinn, das ohne Selbstjustiz der Händler mittels Söldnern funktionierte, entwickelte sich erst im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation unter den Stauferkaisern.


Inhaltsverzeichnis

Rechtshistorische Betrachtung

Vor allem Stauferkaiser Friedrich II. (1194 - 1250) erteilte den Kaufleuten seiner Freien Reichsstädte kaiserliche Privilegien je nach Tüchtig- und Dienstbarkeit, ohne auf das Glaubensbekenntnis zu achten. So konnten sowohl christliche als auch jüdische und muslimische Händler im ganzen Römischen Reich marktanteilig Handelsgeschäfte tätigen. Handelsrecht war damals noch Standesrecht und der Handelsstand benötigte den Ritterstand als „staatliche“ Ordnungsmacht. Natürlich gab es schon damals wie heute Raubritter (franz.: chevalier pillard) und Piraten.

Der weltweite Handel mit Waren aller Art nahm seit dem 12. Jahrhundert einen rasanten Aufschwung. Um das Wucherverbot des Alt-Hebräischen und des Kanonischen Rechts möglichst schlau zu umgehen, entwickelten die privaten und die kaiserlichen Juristen zusammen neue Gesellschaftsformen und Wertpapierarten. Das deutsche Gesellschafts- und Wertpapierrecht nahm damals seinen Anfang. Vor allem die Kommanditgesellschaft, die Offene Handelsgesellschaft, das Handelsregister und der Wechsel lassen sich als Rechtsformen bis in diese Entstehungszeit wissenschaftlich zurückverfolgen. Sie können daher als juristische – deutsche – Synthese aus dem Gewinnmaximierungsstreben des Römischen Rechts und dem moralischen Wucherverbot des Alt-Hebräischen und Kanonischen Rechts gelten.

Im Zeitalter der Rezeption entwickelte sich die Transportversicherung als wichtige Rechtsform des Internationalen Handels. Im 18. Jahrhundert folgte die Feuerversicherung und die erste Kapitalgesellschaft, die seit dem 19. Jahrhundert v.a. als Aktiengesellschaften weltumspannende Bedeutung erlangt hat, denn auch Kleinaktionäre konnten so zu Mitunternehmern werden. Das regional sehr unterschiedliche deutsche Handelsrecht wurde erst durch die Gründung des Deutschen Reiches im Jahr 1871 und durch die Einführung des Handelsgesetzbuches zusammen mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch zum 01.01.1900 für das ganze Deutsche Reich juristisch einheitlich gestaltet. Dies war der eigentliche formaljuristische Umbruch von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft in Europa, der erst zwei Weltkriege später auch wirklich rechtspraktisch gelang - so stark war auch im deutschen Volk der religiöse (christliche und jüdische) Fundamentalismus verankert.


Moderne aufgeklärte Betrachtung

Obwohl die vorstehend geschilderte juristische Formsynthese zwischen dem moralrechtlichen Wucherverbot und dem menschlich-affektiven Gewinnstreben eine anerkennenswerte Leistung der damals rein männlichen deutschen Juristen war, bekam nach dem Zweiten Weltkrieg das rechtlich geduldete hemmungslose Gewinnstreben der Anglo-Amerikanischen Rechtsordnung vorübergehend weltweit die Oberhand. Dies führte nach der ersten Krise von 1929 zu einer zweiten großen Weltwirtschaftskrise, in der nun die Menschheit ihren Blick wieder auf die juristischen Errungenschaften der Rezeption richten sollte.

Die derzeit größten globalen „Tempelwirtschaften“ Rom in Vatikanstadt als Vertretung der Finanz-Moralisten und "Wallstreet" in New York als Vertretung der Finanz-Anarchisten benötigen zum Erhalt des globalen Finanzgleichgewichts eine starke dritte, d.h. mittlere bzw. vermittelnde Kraft. Dies könnte z.B. der Internationale Währungsfonds (IWF) als Völkerrechtssubjekt durch entsprechende Satzungsänderungen werden. Das völkerrechtliche Abkommen über den Internationalen Währungsfonds stammt vom 27.12.1945 und folgte unmittelbar auf die kriegsnotwendige Gründung der Weltbank im Juli 1944, die auch heute noch eine Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) sein soll.


Internationale Wirtschafts- und Handelsorganisationen

Internationales Handelsrecht in Deutschland

Das Rechtsverhältnis der Bundesrepublik Deutschland zu internationalen Wirtschafts- und Handelsorganisationen wird durch Völkervertragsrecht bestimmt. Für deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger als Kaufleute gilt im innerstaatlichen Bereich das Handelsgesetzbuch subsidiär, falls nicht anderslautende Vertragsvereinbarungen unterschrieben wurden. Im letzteren Fall können ggf. Verbraucherschutzregelungen zugunsten des Schwächeren eingreifen, wenn der deutsche Vertragspartner vor Gericht als schutzwürdiger Verbraucher gelten kann. Dies wird zukünftig vor allem beim Internethandel - auch mit Bitcoins - in zunehmendem und heilendem Maß der Fall sein. Auf diese rechtsstaatliche Weise wird dann der bisher weitgehend rechtsfrei erscheinende virtuelle Raum des weltweiten Internet durch verbraucherschützendes Richterrecht nationalstaatlich ausgefüllt werden. Die "Olympiade der Rechts" hat bereits begonnen! Wer spielt mit?


Siehe auch

De flag.png Den Begriff Internationales Handelsrecht im deutschen juristischen Web finden
Fr flag.png Den Begriff "chevalier pillard" im französischen juristischen Web finden ("chevalier pillard" in Deutsch)

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