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Internationales Handelsrecht (at)

aus jurispedia, das gemainsame Recht
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Österreich > Privatrecht > Handelsrecht
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Ein juristisch durchsetzbares internationales Handelsrecht, d.h. ein Internationales Handelsrecht im modernen Sinn, das ohne Selbstjustiz der Händler mittels Söldnern funktionierte, entwickelte sich erst im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation unter den Stauferkaisern.


Inhaltsverzeichnis

Rechtshistorische Betrachtung

Vor allem Friedrich II. erteilte den Kaufleuten seiner Freien Reichsstädte kaiserliche Privilegien je nach Tüchtig- und Dienstbarkeit, ohne auf das Glaubensbekenntnis zu achten. So konnten sowohl christliche als auch jüdische und muslimische Händler im ganzen Römischen Reich Handelsgeschäfte tätigen. Handelsrecht war damals noch Standesrecht und der Handelsstand benötigte den Ritterstand als „staatliche“ Ordnungsmacht. Natürlich gab es schon damals wie heute Raubritter und Piraten.

Der weltweite Handel nahm seit dem 12. Jahrhundert einen rasanten Aufschwung. Um das Wucherverbot des Alt-Hebräischen und des Kanonischen Rechts möglichst schlau zu umgehen, entwickelten die privaten und die kaiserlichen Juristen zusammen neue Gesellschaftsformen und Wertpapierarten. Das deutsche Gesellschafts- und Wertpapierrecht nahm damals seinen Anfang. Vor allem die Kommanditgesellschaft, die Offene Handelsgesellschaft, das Handelsregister und der Wechsel lassen sich als Rechtsformen bis in diese Entstehungszeit wissenschaftlich zurückverfolgen. Sie können daher als juristische – deutsche – Synthese aus dem Gewinnmaximierungsstreben des Römischen Rechts und dem moralischen Wucherverbot des Alt-Hebräischen und Kanonischen Rechts gelten.

Im Zeitalter der Rezeption entwickelte sich die Transportversicherung als wichtige Rechtsform des Internationalen Handels. Im 18. Jahrhundert folgte die Feuerversicherung und die erste Kapitalgesellschaft, die seit dem 19. Jahrhundert v.a. als Aktiengesellschaften weltumspannende Bedeutung erlangt hat. Das regional sehr unterschiedliche deutsche Handelsrecht wurde erst durch die Gründung des Deutschen Reiches im Jahr 1871 und durch die Einführung des Handelsgesetzbuches zusammen mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch zum 01.01.1900 für das ganze Deutsche Reich juristisch einheitlich gestaltet. Dies war der eigentliche formaljuristische Umbruch von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft in Europa, der erst zwei Weltkriege später auch wirklich rechtspraktisch gelang - so stark war auch im deutschen Volk der religiöse Fundamentalismus verankert.

Moderne aufgeklärte Betrachtung

Obwohl die vorstehend geschilderte juristische Formsynthese zwischen dem moralrechtlichen Wucherverbot und dem menschlich-affektiven Gewinnstreben eine anerkennenswerte Leistung der deutschen Juristen war, bekam nach dem Zweiten Weltkrieg das rechtlich erlaubte hemmungslose Gewinnstreben der Anglo-Amerikanischen Rechtsordnung weltweit die Oberhand. Dies führte zu einer zweiten großen Weltwirtschaftskrise, in der nun die Menschheit ihren Blick wieder auf die juristischen Errungenschaften der Rezeption richten sollte.

Die beiden größten globalen „Tempelwirtschaften“ Rom in Vatikanstadt als Vertretung der Finanz-Moralisten und Wallstreet in New York als Vertretung der Finanz-Anarchisten benötigen zum Erhalt des globalen Finanzgleichgewichts eine starke dritte, d.h. mittlere bzw. vermittelnde Kraft. Dies könnte z.B. der Internationale Währungsfonds (IWF) als Völkerrechtssubjekt durch entsprechende Satzungsänderungen werden. Das völkerrechtliche Abkommen über den Internationalen Währungsfonds stammt vom 27.12.1945 und folgte unmittelbar auf die kriegsnotwendige Gründung der Weltbank im Juli 1944, die auch heute noch eine Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) sein soll.

Internationale Wirtschafts- und Handelsorganisationen


Siehe auch

At flag.png Den Begriff Internationales Handelsrecht im österreichischen juristischen Web finden